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8 dem Marc⸗ Antonio, und andern. 197egte ſi
5 3 mit deſto mehrerem Eifer auf das Kupferſtechen. Er that eine Reiſe nach0 edig, und fand daſelbſt die 36. Blätter der Paſſion von Albert Duͤrer, welche aufLarcusplatze feil waren. Duͤrers Werke hatten einen allgemeinen Beyfall er-ben, inſonderheit wurden dieſe Holzſchnitte hochgeſchätzt, welche damals etwasneues waren. Sie gefielen dem Marc⸗Antonio dergeſtalt, daß er Luſt bekam,biele zuchzumachen. Er kopirte ſie glücklich und mit ſo dreiſten Strichen, daß0 amit hintergangen wurden, und ſie fuͤr die Originale hielten, zumal da er75 es Abert Dürers Zeichen darauf geſetzt hatte. Es kamen auch Exemplare da-ig, boch, Deutſchland. Als Albert Dürer ſolches erfuhr, gieng er ſelbſt nach Vene-0 zeſchwerte ſich bey der Regierung„und ſchuͤtzte das Kaiſerliche Privilegium vor,5 1 deſſen niemand ſeine Sachen nachzuſtechen befugt waͤre. Die Regierung gabrers Zeiten Kunſtler Genugtbhuung, und befahl dem Marc⸗Antonio nicht nur Duͤ-cus zeichen auf ſeinen Kopien auszulöſchen, ſondern ſolche auch mit M. A. F.(Mar-ntonius fecit) zu bezeichnen.
Dlent Rares Antonio gieng aus Verdruß nach Rom, wo er Gelegenheit bekam ſeinegröſſern an den Werken des groſſen Raphaels zu zeigen, und ſich dadurch einen weit
0 n Ruhm zu erwerben. Er ſtach erſt eine Lucretia nach dieſem Meiſter. Als15 485 ſolche zu Geſicht bekam, hatte er einen ſolchen Wohlgefallen daran, daß erür K ngen Kuͤnſtler aufmunterte fortzufahren, und ſich erbot, mehrere Zeichnungen3 verfertigen, damit er ſolche nachgehends ſtechen koͤnnte. Viele ſind gar dernigſten 77 Raphael habe oft die Umriſſe auf den Platten ſelbſt gezeichnet, oder we-Blätter die vom Marc⸗Antonio verbeſſert; wenigſtens ſind die Zeichnungen in ſeinenRapl. n meiſterhaft, und ſie werden deswegen, wie bereits erwehnt worden, den
atterlüſchen Handzeichnungen von den Liebhabern an die Seite geſezt. Aus einigenhe 8 ſieht man, daß Raphael ſeine eigne Zeichnung oftmals verbeſſert, dahin ge—
ſtu as Gemalde vom Parnaß im Vatican, wo Raphael dem Apoll, wieder dasſii, mit einer Violine in der Hand abgebildet hatte, da er hingegen auf dem Kupfer-es Marc⸗Antonio von dieſem Gemaͤlde weit richtiger eine Leyer in der Hand haͤlt.
das Uedas erſte Blatt, welches er nach der jetztgedachten Luerezia verfertigte, war
wecche bel des Paris, nach einem Basrelief in der Villa Medicis. Die ſchoͤne Manier,Feit f er darinne zeigte, zog den Beyfall aller Kenner nach ſich. In der folgendenden Kind er nach Raphael einen Kindermord des Herodes, worinne das nackende beydern vortrefſich gerathen war, ferner einen Neptun nebſt Vorſtellungen aus derel e die Entfuͤhrung der Helena, und vornemlich die heilige Felicitas, welche inreiſcggbtten wird, nebſt ihren enthaupteten Soͤhnen. Durch dieſe Blaͤtter, welchend geſucht wurden, erwarb ſich Marc-Antonio einen immerwaͤhrenden Ruhm.
Farbe Raphael hatte viele Jahre lang einen jungen Menſchen, Baviera genannt, zumſo riclteiben gebraucht; weil dieſer etwas mit dem Kupferdrucken umzugehen wußte,98 i te Marc⸗ Antonio ihn vollig dazu ab- und beſchaͤftigte ſich von der Zeit anene beit Kupferſtechen. Er brachte durch ſeinen anhaltenden Fleiß in einiger Zeitenne rächtliche Anzahl zuammen, womit er die immer zunehmende Liebhaberey dernet, ad befriedigen konnte. Die meiſten dieſer Blätter ſind K. S. und M. A. gezeich-
druch 1 ell ſie nach des Raphael Sanzio Erfindung, von Mare⸗Antonio in Kupfer ge-
waren. Wir wollen die vornehmſten davon anzeigen.
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