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202 Kap. 23. Von den beruͤhmteſten Rupferſtechern der Italiener

8 Johann Jacob del Caraglio, aus Verona gebürtig, ſuchte dem MuAntonio nachzuahmen, und ward ein geſchickter Kupferſtecher. Man hat ein ana-tomiſches Blat von ihm, wo eine Figur mit einem Todtenkopfe in der Hand aueiner Schlange ſitzt, und bey ihr befindet ſich ein Schwan. In eben der Maniergab er auch einige Thaten des Hercules heraus, als: ſeinen Streit mit dem Drachen

mit dem Höllenhund Cerberus, mit dem Cacus, mit dem Ochſen, mit dem Centaul/

der ihm die Dejanira rauben wollte. Alle dieſe Blaͤtter und viele andere, fielen ſehtgut aus, und er wurde noch mehr verfertigt haben, wenn nicht die Belagerung von

Rom ein groſſes Hinderniß in den Weg gelegt haͤtte. Er arbeitete vornämlich na

Roſſi, Parmeggiano und Tizian. Nachgehends legte Caraglio ſich aufs Stein-

ſchneiden und Stempelſchneiden, und nachdem er ſich viel Geld damit in Polen er?

5„kaufte er ſich Grundſtuͤcke im Parmeſaniſchen, und brachte ſein Leben

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Nach der Helfte des ſechzehnten Jahrhunderts lebte in Rom ein KunſthaͤndlelNahmens Anton Lafreri, welcher in ſeinem Verlag viele Sachen durch allerley unauch mittelmaͤßige Kuͤnſtler ſtechen ließ. Er hatte unter andern ein Buch mit allerlenFiſchen, den Fall Phaetons, die Entfuͤhrung des Ganymedes, ein Bacchanchden Schlaf„die Froͤmmigkeit, und anderes mehr. Inſonderheit wurden verſchie?dene Blatter nach Michael Angelo geſtochen, worunter vornaͤmlich ein Crucifix undie vier Propheten in der paͤbſtlichen Kapelle waren. Lafreri gab auch im Jaht1575. ein Werk von hundert achtzehn Bogen heraus, unter dem Titel SpeculuRomanae Magnitudinis, worinn alle damals vorhandenen Ruinen von Tempelll-Amphitheatern, Triumphbogen, Ueberbleibſel von Simſen, Kapitaͤlen, und derglei-chen, nebſt den gehoͤrigen Maaſen anzutreffen.

Ein ſolcher Kunſthaͤndler war auch Thomas Barlachi, welcher durch jungeKuͤnſtler vieles nach den beſten Meiſtern in Kupfer bringen ließ, worunter man fauch viel mittelmaͤßiges antrift. Wir haben bereits oben der Nachſtiche nach Rasphaels Zeichnungen zu den Gallerien des Pallaſts Maſſimi, und den Tapeten imSaal des Conſiſtorium erwehnt.

In Venedig kam die Kupferſtecher und Holzſchneidekunſt auch immer mehrempor, inſonderheit erſchienen viel Holzſchnitte nach Tizian, und vornaͤmlich Land-ſchaften, ein heiliger Hieronymus, ein heiliger Franciſcus, die Geſchichte des Tatalus, des Adonis, und andre. Julius Buonaſone that ſich inſonderheit hervor/ſtach ſehr viele Blatter nach verſchiedenen Meiſtern, hauptſächlich aber nach lom-bardischen und venetianiſchen Malern. Doch hat man auch Blatter nach Raphaeund Julius Romanus von ihm. Der Abt Marolles fuͤhrt drey hundert zwey n,dreyßig Stücke von ſeiner Hand an. Er war aus Bologna gebuͤrtig, lernte ben Lalrentius Sabbatini, folgte aber als Kupferſtecher der Manier des Marc⸗ Antonio.Sein Baumſchlag in den Landſchaften war nicht ſonderlich, ſonſt kann man ihm dasLob eines guten Künſtlers nicht abſprechen. Malvaſia handelt weitläuftig von ihmim erſten Bande ſeiner Felſina pittrice Seite 74. wo man auch ein Verzeichniß ſeineeWerke findet. Seine letzten Blaͤtter ſind vom Jahr 1547. Dieſes ſind ohnge ehr bKupferſtecher, welche ſich zur Zeit des Mare-Antonio, oder kurz hernach in del in.hervorgethan haben, und die man fuͤr ſeine Schuͤler, oder wenigſtens als ech ze

Buona-ſone.