Orlando.
Diendren Wer kennt den Nahmen Caracci nicht, wenn er nur einige Begriffe von baracel. Kunſt hat? Wir haben oben(Artikel 81.) Nachricht von ihnen in Anſehung
204 Kap. 23. Von den beruͤhmteſten Rupferſtechern der Italienerverſchiedentlich in den Kirchen von Rom, und zwar meiſtens in Geſellſchaft ſeines Bru-ders Johannes, doch war das Kupferſtechen ſeine Hauptbeſchaͤftigung, wie denn deAbt Marolles hundert ſechs und achtzig Blätter zaͤhlet, welche dieſer Meiſter geliefelhat. Die Maler, nach welchen er vornämlich geſtochen, ſind Michael Angelo, Büo-naroti, die beyden Zuccheri, und am meiſten Polydor Caldara da Caravagio,deſſen Frieſe, deren dieſer Meiſter eine Menge im Geſchmack der alten Basreliefsin Rom malte, Alberti größtentheils in läͤnglichten Blättern geſtochen hat, wohinviele Schlachten, der Sabiner Raub, die vom Apoll und der Diana getöteten Kin-der der Niobe, und andre mehr gehoͤren. Alberti ſtarb 1615. zu Rom im ſechzigſtenJahr ſeines Alters.
Johann Orlando, iſt der vierte Schuͤler des Cornelius Cort, deſſen wir mitVorbeygehung der uͤbrigen gedenken. Er arbeitete um das Jahr 1500, iſt aber we-niger bekannt, als die vorhergehenden. Ein gutes Stuͤck war eine Flucht nach Egy-pten, welche dieſer Meiſter nach Procaccini geſtochen.
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Malerey gegeben; ſie verdienen aber hier aufs neue als Kupferſtecher geruͤhmt zu werden.Sie haben alle drey einige Blätter radirt, worinn man durchgaͤngig die Meiſterhanſieht, welche ſich in ihren beruͤhmten Gemaͤlden zeigt; Auguſtin hat aber das meiſtegeliefert. Wir wollen die beſten Stuͤcke eines jeden ordentlich aus des d' ArgensviLeben dieſer drey Meiſter anzeigen.
Von Ludwig Caracci hat man eine ſitzende Maria, mit einem groſſen Gewandeauf dem Kopfe, das Kind JEſus und Johannes ſind in einem Winkel; Eine Ma-ria von der Seite anzuſehen, die ihren Sohn haͤlt, mit einer Glorie von vier En-geln; Eine ſitzende Maria, das Kind JEſus ſteht, und der heilige Joſeph legt dieHand auf den Kopf; Eine Maria im Profil, die ihren Sohn an der Bruſt haͤlt, dasKind JEſus druͤckt die Hand ſeiner Mutter, ein klemes aber vortrefliches Stuͤck.
Hannibal Caracci hat wenige Blaͤtter, aber in einem groſſen Geſchmack kadirt, als: Suſanna mit den beyden Alten; den heiligen Hieronymus, eine Figlbis auf den halben Leib; den todten Chriſtus zu Caprarola; Magdalena auf einerStrohdecke; eine Dornenkrönung; Maria mit dem Napfe; eine heilige Familie woJoſeph in einem Buche lieſet; eine Anbetung der Hirten, deren einer ſich auf%Baum ſtuͤtzt; ein liegender Silen, mit ein paar Kindern und Satyren, welcheßBlatt man die Taſſe Hannibals nennt; eine liegende Venus, die von einem Sa
tyr betrachtet wird.
Die Anzahl der Blatter von Auguſtin Caracci iſt wichtiger, weil er 11groſſen Theil ſeines Lebens mit Kupferſtechen zugebracht, und viel nach andern 5ſtern gearbeitet hat. Die merkwuͤrdigſten Skuͤcke darunter ſind folgende: froſſ
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