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218 Kap. 2. Von einigen teutſchen Meiſtern,

Es iſt alſo unlaͤugbar daß die italieniſchen Schriftſteller, und unter andern gedachterVaſari den Teutſchen Unrecht thun, wenn ſie ihnen die Erfindung abſprechen.

Eben ſo falſch iſt es, wenn man den Parmeſan fuͤr den Erfinder der Kunſt inKupfer zu atzen ausgiebt. Sie wurde lange vor 1530, da der italieniſche Maler ar-beitete, in Teutſchland ausgeuͤbet. Um die Unrichtigkeit davon einzuſehen, wollenwir nur anfuͤhren, daß Albert Dürer ein kleines Ecce homo geaͤzt, worauf die Jahr-zahl 1515. ſteht, ferner die Engel mit der Paßion 1516, und ein Stuͤck mit Geſchüt1518.

Endlich iſt Vaſari Vorgeben auch falſch, daß Mantegna dem GoldſchmiedeFiniguerra die Kunſt mit dem Grabſtichel um das Jahr 1506. abgeſehen, und darnadie erſten Kupferſtiche verfertigt habe. Man ſieht in Teutſchland viel altere Sachenin Kupfer geſtochen, welche mit ziemlicher Vollkommenheit gemacht ſind. Darunterechnet man vorzüglich diejenigen Blatter, worauf J. V. M. ſteht. Die Liebhaberſind in Erklaͤrung dieſer Buchſtaben nicht einig; bald nennen ſie den Kuͤnſtler Iſtaevon Mecheln, oder Mechen, bald von Meck, oder Maynz, bald gar von Muͤn erMan findet einen groſſen Tanz vor dem Könige Herodes mit dieſen Buchſtaben/der Koͤnig in der Entfernung ſitzt, und das Haupt Johannes vor ſich geſtellt har.Ingleichen ein ſehr zierliches Laubwerk, dabey ſtehet: To Bocholt iſt gemact/ denBißdom von Monſter, und unten: Iſrael. Es ſind hin und wieder noch mehrere tü-cke von dieſem Meiſter anzutreffen, und vermuthlich hat er deren eine groͤſſere Anzahlverfertigt die mit der Zeit verloren gegangen. Man kann die eigentliche Zeit dieſeKuͤnſtlers nicht genau beſtimmen, ſo viel iſt gewiß, daß er einer der aͤlteſten geweſenund daß ſeine Arbeit mit der Manier von Martin Schoͤn viel aͤhnliches hat. Chriin der Anzeige und Erklärung der Monogrammen S. 269. hält dafür, daß manihn am richtigſten wegen des im Münſteriſchen belegnen Ortes Bucholt, Iſrael vonMuͤnſter, und nicht von Mecheln nenne, und daß daher die Teutſchen ihn mit Refür ihren Landsmann halten, da ihn ſonſt die Niederlaͤnder, weil er nach ihnen volMecheln heißt, unter die ihrigen zehlen.

Nach ihm ſind einige gekommen, und vermuthlich ſeine Lehrlinge geweſen⸗ de-ren Werke man in den Sammlungen der Liebhaber vorzeigt, ohne die Nahmen ange-ben zu konnen; blos aus der Manier, aus der Art der Kleidung, und andern Mer ma-len ſchließt man, daß ſie zu einer Zeit gelebet haben; als da ſind: ein Ecce homo nebſteinem Marienbilde, und dem Johannes, das mit einem ö gezeichnet iſt. Chriſt alangezeigten Orte, vermuthet, es bedeute Michael Wolgemuth oder Widitz. 5Maͤdgen daß die Hand in der Taſche eines Alten hat, indem er ihr an den Buſen greifmit 1 J und der Jahrzahl 1455. Einige Blaͤtter mit B. S. ſo Barthel Schoͤn, unmit A. G. ſo Albert Glockenton bedeuten ſoll; von dem letztern hat man die haufPaßion auf zwoͤlf Blaͤttern. Martin Zink, oder nach andern Zatzinger, hat ſich a 0ſeinen Blaͤttern von 1500. und 1501. mit A. Z. angedeutet, und ſchon zierlicher Uirunder als ſeine Vorfahren gearbeitet, wie aus ſeinem Salomon und andern abzu. 1men iſt. Aus allem, was bisher von dem Urſprunge der Kupferſtecherkunſt angefüße,worden, erhellet alſo gar deutlich, daß Teutſchland viele gute Kuͤnſtler lange vorhr.aufzuweiſen habe, und daß deren Werke in Italien bekannt geweſen, ehe Manteon,und Marc⸗ Antonio gebohren worden; dieſe haben nebſt dem Auguſtin Venezia,31— 7 der Teutſchen nachgekuͤnſtelt, und dadurch die Kunſt in Italien emegebracht. f

II. Mat