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234 Kap. 6. Von Lucas von Leyden,
ſchlieſſen, daß ſeine Arbeit ſehr beliebt geweſen ſeyn muß, weil mit dem Grafen Lei-ceſter, engliſche Gemaͤldehaͤndler anlangten, welche alles, was ſie von dieſem Menſter fanden, begierig auf kauften.
46. Johann von Calcar.
Johann von Calcar(bey van Mander und Descamps Kalker) war in der Cle-viſchen Stadt Calcar gebohren. Das Jahr ſeiner Geburt, und ſein Meiſter ſindungewiß: man weiß nur ſo viel, daß er ohngefehr im 37. Jahr Anno 1536..Venedig zu dem beruͤhmten Tizian gekommen. Er ward einer ſeiner beſten Schuͤlek,und ahmte deſſen Manier ſo vollkommen nach, daß Golzius, der ſo gut im Standewar, eine Malerey zu beurtheilen, einmal in Gegenwart verſchiedner Maler zu Nea-pel, einige Bildniſſe des Calcars fur Tizians Arbeit erklärte; und es nicht ehekglaubte bis man ihm etwas anderes von Calcars Hand zeigte, daß er eben ſo ſchön fan.Er zeichnete beydes mit der Feder und der Kreyde ungemein ſchoͤn. Eine Geburt Christeine Spanne groß ins Gevierte von dieſem Meiſter, hielte Rubens ſo lange er lenſehr hoch: nach deſſen Tode kaufte es Sandrart, und von dieſem Kaiſer Ferdinandder dritte fuͤr die Gallerie zu Prag. Zuletzt ahmte er der Manier des Raphael ſehr glücklich nach, ſo daß verſchiedene ſeiner Stuͤcke von Raphaels Pinſel gehalten wur bes“Er ſtarb 1546. in den beſten Jahren zu Neapel.
eſalius.
Er zeichnete die ſchoͤnen anatomiſchen Figuren in dem Werke des VeſalltDescamp ſchreibt es dem van Mander gluͤcklich nach, daß er auch die Bildniſſeder Maler in des Vaſari Lebensbeſchreibungen gezeichnet habe, da doch Vaſar.ausdruͤcklich einen Chriſtoph Cariolano nennt. Van Manders Nachricht iſt um ſoweniger glaablich, da Vaſari des Calcars, welchen er zu Neapel gekannt, mitgedenkt, und ſagt: man ſehe nicht die geringſte Spur des niederlaͤndiſchen Geſchmacg,in ſeinen Werken. Bey dieſer Gelegenheit wuͤrde er gewiß des Umſtandes der Zeiche
nungen gedacht haben.
5 47. Peter Koek. 55peter Koek war aus Aelſt gebuͤrtig, und lernte die Malerey be Bernhalvan Orley. Um ſich aber noch beiden zu machen, e 8 eine Reinach Italien, wo er einige Jahre lang nach den beſten Meiſtern ſtudirte, und inſol-derheit die Antiken fleißig abzeichnete. Dadurch gewoͤhnte er ſich an einen edlen Ausdruck, und an eine richtige Zeichnung, welche man in ſemen Werken gewahr wird,Als er nach der Zuruͤkkunft in die Niederlande ſeine Frau verlohren hatte, überrereten ihn einige Kaufleute von Brüſſel, mit ihnen eine Reiſe nach Conſtantinopel zu thul,um daſelbſt türkiſche Tapeten zu zeichnen. Das Project mißlung ihnen aber. 10zwiſchen beſchäftigte ſich Koek die Gegenden von Conſtantmopel, ingleichen die türF e ene, hohen Feſten, ihre Drache.ü merkwuͤrdiges fand, abzuzeichnen. 5ſieben Blaͤtter in Holz geſchnttten. R 1928Als er wieder in die Niederlande zuruͤck kam, verheyrathete er ſich zum anderemal, und zeugte eine Tochter, welche nachgehends an. e 3 75 denenverheyrathet wurde. Im Jahr 1549. gab er ein Werk vom Steinhauen, der 15metrie, und Perſpektiv heraus: und uͤberſetzte nicht nur des Serlio Buch vo 955Baukunſt ſo gluͤcklich ins Niederlaͤndiſche, daß es deutlicher war, als das Origin ieſondern auch des roͤmiſchen Baumeiſters Vitruvius Bücher von der Baukunſt. akNiederlaͤnder haben es ihm zu danken, daß er ſie zuerſt mit dem wahren Geſchma
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