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236 Kap. 6. Von Lucas von Leyden,

Schoͤnheit wegen in Italien geſucht, wo der Meiſter unter dem Nahmen civettakannt iſt, weil er auf allen ſeinen Stuͤcken zum Zeichen eine kleine Eule zu ſetzenpflegte. Man hat auch hiſtoriſche Gemaͤlde von ihm, als die Juͤnger zu Emaus, wo-bey viele Nebenwerke, als die Paßion, ein Ecce homo, und dergleichen angebrachſind. Viele ſeiner Stuͤcke kamen auch an den Kaiſerlichen Hof.

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51. Johann von Mabuſe.

Platte 2. Johann de Mabuſe, war um das Jahr 1500. zu Maubeuge in Hennegau 9bohren, und ein guter Freund des Lucas von Leyden. Er legte ſich mit allem Flelauf die Kunſt, fuͤhrte die Gemaͤlde mit vieler Gedult aus: verfiel aber nachgehenin ein liederliches Leben, blieb jedoch deſſen ungeachtet fuͤr ſeine Zeit ein groſſer Meiſte 1eAuf ſeinen Reiſen, und ſonderlich bey einem langen Aufenthalte in Italien, gewehner ſich an den wahren richtigen Geſchmack, und brachte dieſen zuerſt in ſein Vaterland.Zugleich zeigte er ſeinen Landsleuten, wie ſie das nackende behandeln, und allegor.Figuren, welches bis daher noch eine unbekannte Sache war, anbringen muſten.! 1ſieht daraus, wie viele wichtige Theile der Malerey die niederlaͤndiſche Schule dieſelKuͤnſtler zu verdanken habe.

Eines der ſchoͤnſten Werke des Mabuſe war eine Abnehmung vom Kreuze 0Middelburg, welches aber nebſt der Kirche vom Blitze eingeaͤſchert worden. AlbenDuͤrer kam, dieſes Gemaͤlde zu ſehen, nach Middelburg. Der Marquis von Ver anahm ihn als Maler in ſeine Dienſte: bey welcher Gelegenheit er viel Sachen verfertigte, und unter andern deſſen Gemahlin und Sohn unter dem Bilde der Maria midem Kinde abmalte. Mabuſe ſetzte ſeine Ausſchweifungen beſtaͤndig fort. Als er ſieinige Jahre bey gedachtem Marquis aufgehalten, und dieſer zum praͤchtigen EmpfangKaiſers Carls des V. Anſtalten machte, muſte er nicht nur allerley Zierrathen malen,ſondern bekam auch, ſo wie des Marquis ganzes Haus, Damaſt zum Kleide. 0ſtatt ſolches machen zu laſſen, verkaufte es der Kuͤnſtler, und trug das Geld in diSchenke. Wie er fuͤr dem Kaiſer erſcheinen ſollte, ließ er ſich einen Talar von weiſſemPapier machen, und bemalte ihn ſo kuͤnſtlich mit Blumen, daß er beſſer auſſahe/der andern ihre. Der Kaiſer lobte ihn vorzuͤglich, und wunderte ſich nicht wenda er im Antaſten merkte, daß es Papier war. Er fragte nach der Urſache, und lawie er ſie vernabm, herzlich daruͤber. Wegen ſeiner vielen unruhigen Haͤndel kamzuletzt ins Gefaͤngniß, und verfertigte in demſelben eine Menge der ſchoͤnſten Zeichnugen. Er ſtarb im Jahr 1561.

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52. Johann Schoreel.

. Platte 2. Johann Schoreel war einer der erſten unter den Niederlaͤndern, der nach 8151 lien gieng, um ſeinen Geſchmack nach den Antiken, und den Werken der groſſenN ſter zu bilden. Er erblickte die Welt 1495. in einem Dorfe bey Alemar in HollandN welches Schoreel hieß, und ihm den Zunahmen gab. Johann Mabuſe ſtund dama g1 in Dienſten des Biſchofs von Utrecht, zu dieſem begab ſich der junge Kuͤnſtler, weil 11 aber einen groſſen Trieb zum lernen hegte, und bey ſeinem nachlaͤſſigen und unordelich lebenden Meiſter nicht weiter kommen konnte; ſo verließ er ſelbigen gar bald wiedenahm eine Reiſe durch Teutſchland vor, und verdiente ſich unterwegs allenthalbedie dazu erforderlichen Koſten. Zu Nuͤrnberg hielt er ſich zu fernerer Erlernung nKunſt, eine zeitlang bey Albert Duͤrern auf, und wuͤrde noch laͤnger bey ihm gebliegg,ſeyn, wenn dieſer nicht geſücht hätte, ihn zu bereden zur Lutheriſchen Kirche, welche

mals erſt entſtanden war, uͤberzugehen. Schoreel fuhrte nunmehr ſeinen dora9