Band 
Siebender Band.
Seite
237
JPEG-Download
 

und andern niederlaͤndiſchen Malern aus derſelben Zeit. 237

gehabten Vorſatz, Italien zu beſüchen, aus, und gieng nach Venedig, wo er den Ant-werpiſchen Maler Daniel von Bomberge antraf.

Eine Geſellſchaft, die das heilige Land beſuchen wollte, beredete unſern Kuͤnſt-ler, die Reiſe 3. 8 machen. Die Zeit wurde auf dem Schiffe nicht uͤbel an-gewandt; indem er theils einige von der Geſellſchaft abmalte, theils die Lagen undAusſichten der Inſeln, bey welchen ſie vorbey ſeegelten, und was ihm ſonſt merkwuͤrdi-vorkam, abzeichnete. Zu Jeruſalem machte er mit dem Pater Guardian desdie ters zu Sion Bekanntſchaft, reißte mit ihm allenthalben umher, und zeichnetene vornehmſten Gegenden ab. Dieſe Studien brachten ihm nach der Zuruͤckkunftſeinem Vaterlande groſſen Vortheil; zum Exempel: er malte den Durchgang dernder Iſtael durch den Jordan, und brachte die wuͤrklichen Gegenden des Jordansil eh an. Man findet den Proſpekt der Stadt Jeruſalem oft in ſeinen Werken, als0 a

9 u Stuͤcken, wo Chriſtus am Oelberge, ſein Einzug in die Stadt und ſo weiter,orgeſtellt wird.

Auf der Ruͤckreiſe hielt er ſich einige Zeit zu Rhodus bey dem Grosmeiſter auf,Races zwey Jahre zuvor geſchah, ehe die Inſel unter tuͤrkiſche Bothmaͤſſigkeit kam.kachdem er das merkwuͤrdigſte daſelbſt abgezeichnet hatte, ſeegelte er wieder nach Vene-9 und reißte von da nach Rom. Hier fand er ſich auf einem groſſen Schauplatze,2 er Gelegenheit hatte ſeine Sammlung und Studien zu vermehren. Die herlichen11 an Basreliefs, die Ruinen, und ſchönſten Gegenden, die Gemälde des Ra-ael und Michael Angelo wurden aufs fleißigſte kopirt. Pabſt Hadrian VI. ausi 97 k gebuͤrtig, war unſerm Kuͤnſtler als einem Hollaͤnder ſehr gewogen, trug ihmAufſicht uͤber das Belvedere auf, ließ vieles, und auch ſein eignes Bildniß, wel-

05 loch in dem von dieſem Pabſt zu Löwen angelegten Collegium haͤngt, durch ihnverfertigen.

zu Ul Nach des Pabſts Tode kehrte Schoreel nach Holland zuruͤk, und ſetzte ſichUtrecht. Koͤnig Franz I. in Frankreich bot ihm ſehr vortheilhafte Bedingungen5 un nach Paris zu kommen welche er aber aus Abneigung fuͤr das Hoflebenund ſchlug. Er ſtund in ſeinem Vaterlande bey Hohen und Riedern in groſſem Anſehen,ſenſchn nicht nur wegen ſeines guten Charakkers, ſondern auch wegen ſeiner Wiſ-* waft beliebt. Seine meiſten Werke ſind in den niederläͤndiſchen Unruhen zu Grun-1 legangen. Er hatte den Anton Moro nachmaligen Koͤniglichen Spaniſchen Hof-Bi er zum Schuͤler, welcher ihm zwey Jahre vor ſeinem Tode abſchilderte. Dasildniß iſt auf der Platte Z. zu ſehen. Unter demſelben laß man:

Addidit hic arti decus, huic ars ipſa decorem, iQuo moriente mori eſt haec quoque viſa ſibi.

Schoreel ſtarb 1562. im 67. Jahr.Das 7. Kapitel.Aanbertus Lombardus, Lucas Gaſel, und Hans Holbein.

53. Lambertus Lombardus.

Dor Kuͤnſtler war zu Lüttlich 1560, gebohren. Er hieß eigentlich Suter⸗ P.

ſich j mann, welchen Nahmen er auf ſeinen Kupferſtichen ins Lateiniſche uͤberſetzt, und.

I. Suavius genannt hat. Van Mander macht zwey beſondre Meiſter 2Gg 3