und zwanzig andre Vuͤnſtler. 245
den Hofmaler Anton Moro. Weil aber um ſelbige Zeit viele Bilder aus Italien,d inſonderheit vom Tizian angelangt waren, die dem Koͤnige beſſer gefielen, ſo konnteoro den van Clef nicht zum Abſatze ſeiner Arbeit verhelfen. Die Demuͤthigung,ſelbige hinten an geſetzt zu ſehen, war fuͤr unſern Kuͤnſtler unertraͤglich, er fieng des-wegen mit Moro an zu zanken, und ſagte ihm die aͤrgſten Grobheiten. Als Morohierzu nicht ſtille ſchwieg, ſondern einige Drohungen ausſtieß, kroch jener aus Furchtter den Tiſch, und Moro wuͤrdigte ihn nicht, ſich weiter mit ihm einzulaſſen. Dasahr des Todes dieſes van Clef iſt ungewiß.
71. Johann Schwarz.1 Johann Schwarz, der auch der ſchwarze Hanns genannt wurde, war zu Groͤ-Iten gebuͤrtig, hielte ſich aber meiſtens zu Gouda auf. Er that eine Reiſe nach1 lien, und blieb eine geraume Zeit in Venedig. In ſeiner und des Schoreels Ma-0 iſt viel aͤhnliches. Seine Werke beſtehen in Landſchaften und Hiſtorien. Schwarz0 Schoreel haben mit einander viel zur Abſchaffung des gothiſchen Geſchmacksunddekragen, und ſtatt deſſen geſucht, den Italienischen einzuführen. Das Geburts-and Sterbejahr dieſes Meiſters iſt unbekannt: man weiß nur ſo viel, daß er um dasVahr 1522. zu Gouda in gutem Anſehen geſtanden.
72. Johann Moſtaert.
„ Was Rom und Florenz in Anſehung der groſſen Anzahl von daſelbſt gebohrnenberühmen Kuͤnſtlern 1 Heae ſind/ d5 li Herlem in den Niederlanden. Keine Stadt10 ſo viele in ihren Ringmauern erzeugte Maler aufzuweiſen. Unter dieſe Zahl ge-
ort auch Johann Moſtaert, welcher daſelbſt im Jahr 149). die Welt erblickte, und
(al einem adelichen Geſchlechte abſtammte. Den Beynahmen Me aert hatte d 8
as chlecht bey dem Kreutzzuge ins heilige Land unter Kaiſer Friedrich erhalten. Denn
ful„e Stadt Damiate in Egypten belagert wurde, hielte ſich ei er von ihren Vor-
ihren ſo tapfer, daß ihm drey Schwerdter abgehauen wurden, weswegen der Kaiſer
Mr drey goldne Schwerdter im rothen Felde zum Wappen, und den Beynahmenoſtaert, welches ſo viel hieß als der Starke, gegeben.
e ß Unſer Johann Moſtaert lernte die Malerey bey Jacob von Harlem, und brach-ſich in kurzer Zeit einen guten Ruf zuwege. Die Prinzeßin Margaretha, des Kö-80 Spanien Philipp des J. Schweſter, nahm ihn aus dieſer Urſache zu ihren3 aſmaler an. Er blieb achtzehn Jahr in ihren Dienſten, und verfertigte waͤhrend dereit eine Menge von Bildniſſen, die wegen der Aehnlichkeit und der guten darinn her-leß den Manier, durchgängig Beyfal erhielten. Nachdem er ſich viel Geld erworben batte,E er ſich in ſeiner Vaterſtadt Harlem nieder, und arbeitete daſelbſt in vielen Kirchen.N. iſt zu bedauern daß dieſe Werke, nebſt allen in ſeinem eignen Hauſe befindlichenA alereyen, bey dem groſſen Brande dieſer Stadt, ein Raub der Flammen wurden.die er noch in Bruͤſſel war, bat ſich Johann Mabuſe ſeine Huͤlfe bey den Malereyen8 er in der Abtey zu Middelburg verfertigen ſollte, aus: Moſtaert entſchuldigte ſichNei damit, daß er in Dienſten der Prinzeßin Margaretha ſtuͤnde, und auf ſo lange0 it nicht abkommen koͤnnte. Der bekannte Maler Martin Hemskerk hielte ſo vielN. die Manier unſers Kuͤnſtlers, daß er ſie ohne Bedenken allen damals lebenden
eiſtern vorzog. Moſtaert ſtarb 1555. im 56. Jahre.
73. Adrian de Weerdt.
Adrian de Weerdt war aus Bruͤſſel gebuͤrtig, lernte die erſten Anfangsgruͤndeey Chriſtian 3 der in Antwerpen als Landſchaftmaler in eHh 3.