246 Kap. 8. Nicolaus Manuel, und zwanzig andre Kuͤnſtler.
ſtund. In den erſten Jahren arbeitete er ſeine Landſchaften in Moſtaerts Manier/ undwar ungemein fleißig, ſo daß er beynahe der Geſellſchaft junger Leute gänzlich enteſagte, und ſich nach der Zuruͤckkunft in Brüſſel in ſeiner Eltern Hauſe, das ſeht ein-ſam lag, ohne Unterlaß mit der Kunſt beſchaͤftigte. Er gieng darauf nach Italien,verliebte ſich in des Parmeſans Manier, ſo daß man bey der Zuruͤckkunft eine gro lVeranderung in der Art zu malen, bey ihm bemerkte. Sein Pinſel hatte die Manier voljenem vortreflichen Meiſter vollkommen angenommen. Die Hofnung nunmehr dasLeben in ſeinem Vaterlande ruhig zu beſchlieſſen, ward nicht lange hernach vereitelt,indem ihn die in den Niederlanden entſtandnen Unruhen noͤthigten, ſich nebſt der Multer nach Cölln zu begeben. Er ließ daſelbſt verſchiedne von ſeinen Werken in Kupferbringen, als eine Auferweckung des Lazarus, die Geſchichte der Ruth, eine GeburtChriſti. Theodor Coornhert ſtach unter andern die ſogenannten vier moraliſchenJagden nach ihm, davon der Innhalt folgender iſt: der eine jagt aus Geitz nacReichthum, der andre aus Unkeuſchheit nach Wolluſt, der dritte aus Ehrſucht de
Ruhm, und der vierte nach der wahren Gluͤckſeligkeit in Gott. In allen dieſen Werken entdeckte man den gluͤcklichen Nachahmer des Parmeſans. Dem Vermuthen na
iſt dieſer Kuͤnſtler in den beſten Jahren geſtorben, weil man ſo wenig von ihm NGeſichte bekommt, und er gleichwol ſehr fleißig geweſen. f
74. Heinrich van Clef.
Wir kommen auf zwey Maler, die den Nahmen van Clef fuͤhren, und beydedes oben unter Nummer 70. angefuͤhrten Joas van Clef Oheime, und folglich deſſenVaters Wilhelms leibliche Bruͤder waren; es aber dem letztern weit zuvor gethanhaben. Heinrich van Clef that eine Reiſe nach Italien, und zeichnete alle merkwuͤr,digen Gegenden, weil er ſich dem Landſchaftmalen widmete, genau ab, um ſolchenachgehends in ſeinen Arbeiten wieder anzubringen. Von ſeinen Werken hat man verſchiedne in Kupfer, doch lind nicht alle Gegenden von ihm ſelbſt nach dem Leben enteworfen, ſondern er bekam viele von einem andern Maler Melchior Lorch, der ſich langein Conſtantinopel aufgehalten. Heinrich war ein gluͤcklicher Nachahmer der Naturund wußte mit der Behandlung der Farben ſehr gut umzugehen. Er hat zu bieStuͤcken von Franz Floris die Hintergruͤnde verfertigt, und auch nach deſſen 1verſchiedne noch unvollkommne Stuͤcke ausgefuhrt. Der Ton ſeiner Farben ſtimmmit jenem Meiſter ſo gut uͤberein, daß ſie ſcheinen von einer Hand gemacht zu ſeyn.Er kam 1533. in die Malergeſellſchaft von Antwerpen, und ſtarb 1599.
75. Martin van Klef. 00i-
Martin van Clef war ein Schüler von Franz Floris, und malte anfangsſtoriſche Stuͤcke mit groſſen Figuren, nachgehends—— er ſich blos auf kleine, mneverfertigte ſchoͤne Gemälde von eigner Erfindung. Sein Bruder Heinrich wache,die Landſchaften, und er malte die Geſchichte oder kleine Figuren hinein. Er ſtafſetauch die Werke andrer Meiſter, als des Egidius Koninrlo aus. Martin iſt nie 1ſeinem Vaterlande gekommen, und ohngefehr im 50. Jahre verſtorben.Martin hinterließ vier Soͤhne, die alle Maler waren, Georg ſtarb jung, Mostin arbeitete in Spanien, und gieng nach Weſtindien, Egidius 1 em lederlch1 zog ſich dadurch den Tod zu, und Nicolaus welcher noch um das J
76. Wil;