Kap. 9. Von Anton Moro, und vier andern Kuͤnſtlern. 247
76. Wilhelm van Klef. 2S Des Wilhelms van Clef iſt bereits oben Nummer 70. bey Gelegenheit ſeinesdeohnes Joas gedacht worden. Er war der dritte, und am wenigſten beruͤhmte unterin drey Bruͤdern. Seine vornehmſte Geſchicklichkeit beſtund in hiſtoriſchen Stuͤckent groſſen Figuren. Er erreichte ein hohes Alter, und hatte folglich Zeit genug ſei-en Sobn Joas zur Kunſt anzuführen.
Das 9. Kapitel.Von Anton Moro, und vier andern Kuͤnſtlern.
77. Anton Moro.
Aron Moro erblickte die Welt zu Utrecht im Jahr 1519. und bezeugte von Jugendga auf eine groſſe Neigung zur Malerey. Er begab ſich ſehr jung in die Schule desJohann Schoreel, und brachte es unter deſſen Anfuͤhrung bald ſo weit, daß er ein gu⸗ 1l f Geſchicht und Bildnißmaler wurde. Weil er ungemein gluͤcklich war, die Aehn⸗ d5,5ichkeit der Perſonen zu treffen, ſo brachte ihm der Kardinal Granvilla den Zutritt C550 aiſer Carl V. zuwege. Er muſte im Jahr 1552. den Koͤnig Philipp malen, und•5ñnarauf auch ſeine Braut die portugieſiſche Prinzeßin. Man ſchickte ihn zu dem Ende öauch Liſſabon, bey welcher Gelegenheit er nicht nur die Koͤnigliche Familie, ſondern 4 90. ch viele vornehme des Hofes abſchilderte, und dafuͤr reichlich beſchenkt wurde. Ei⸗ 0G0. Jeit darauf ſandte der Kaiſer ihn nach England, die Koͤnigin Maria, die zweyte
emahlin vom Koͤnige Philipp, zu malen, welche mit ſeiner Arbeit ſo zufrieden war,5 ſie ihm einen jahrlichen Gehalt von 100. Pfund Sterling ausſetzte. Weil die Koͤ-gin viel Schoͤnheit beſaß, ſo kopirte er ſie verſchiedene mal, und machte unter andernem Kaiſer und dem Kardinal Granvella ein Geſchenk damit.
Nach geſchloſſenem Frieden zwiſchen Frankreich und Spanien kam Moro wiederdulh, Nabri, 5 genoß 8 beſondern Vertraulichkeit bey dem Koͤnige. Das In-. tons Gericht hatte ihn in Verdacht, er moͤgte den Koͤnig zu ſehr auf die Seiteaber lederlaͤnder ziehen, und wollte ihn beym Kopfe nehmen laſſen. Moro bekamland Find davon„bat ſich bey Hofe Urlaub aus, und gieng heimlich in die Nieder-den, Philippus ließ ihn zwar zu wiederholten malen wieder nach Spanien einla-ub. allein Moro traute nicht, und ſchuͤtzte von einer Zeit zur andern vor, er habeAl el fuͤr den Herzog von Alba zu thun. Der Koͤnig ſowohl als der Herzog vonſch verſorgten ſeine Kinder mit reichlichen Beſoldungen: und Moro ſelbſt verdiente
leben kel, daß er ſein reichliches Auskommen hatte, und auf einen anſehnlichen Fuß 1onnte. N
Wal, Moro war von einem rechtſchaffenen Charakter, und that andern viel Gutes.„
gelchend ſeines Aufenthaltes in Italien, wo er in juͤngern Jahren eine geraume Zeit 5
iſt hatte, bildete er ſich eine gute Manier, ſo daß er auch einen Platz unter den 1
nager enmalern verdienet. Er malte zum Exempel eine Auferſtehung Chriſti mit den Nöw.ein geln, die Apoſtel Petrus und Paulus. Fuͤr den König in Spanien verfertigte er 5
lend rortrefliche Kopie der Danae, vom Tizian. Sein leztes Werk, welches er unvol-
et hinterließ, war eine Beſchneidung Chriſti, fuͤr die Frauenkirche in Antwerpen.
0 11 o beſaß einen kraͤftigen lebhaften Pinſel, arbeitete mit einem ſchoͤnen der Natur
Vi nahe kommenden Kolorit, hatte eine feſte Hand, und traf die Aehnlichkeit in
Vidniſſen ſehr gluͤcklich. Jedermann wollte von ihm abgeſchildert ſeyn, dies 8