250 Rap. 10. Von Franz Sloris, Chriſtoph Schwarz,
81. Joachim Bucklaer.
Joachim Bucklaer war ein Kuͤnſtler aus Antwerpen gebürtig, bey dem ſich dievon der Natur empfangnen Gaben, mit einer groſſen Liebe zur Kunſt vereinigten.Es zeigte ſich ihm eine bequeme Gelegenheit ſeine Begierde zu befriedigen, denn ſeinelMutter Schweſter heyrathete den Maler Peter von Aertſen, welcher ihm alle möglicheHandleitung gab. Anfangs wurde ihm das Koloriren ſehr ſchwer: er machte ſichaber durch unverdroſſnen Fleiß geſchickt darinn. Der Meiſter fuͤhrte ihn hauptſaͤch-lich dazu an, und ließ ihm allerley Voͤgel, Blumen, Fruͤchte, und andre Sanach dem Leben malen. Dadurch ward er ein vortreflicher Nachahmer der NallAller ſeiner Geſchicklichkeit ungeachtet, war ihm das Gluͤck nicht guͤnſtig. Die Arbeitwar gut, gleichwol fanden ſich keine Kaͤufer, und er ſahe ſich oft genoͤthiget, um 590 Taglohn zu malen. Dies Schickſal war ihm mit manchen andern Kuͤnſtler gemein,deren Werke ihnen bey ihren Lebzeiten kaum den nothduͤrftigen Unterhalt verſchafhaben, und nach dem Tode erſt in hohen Werth gekommen ſind. Er malte in denietzten Jahren hauptſaͤchlich Früchte und Küchen mit allerle Geräthe und Lebens,mitteln, die man gemeiniglich darinn antrift. Er lebte unter der Regierung des Her-1 zogs von Alba in Antwerpen. Man weiß weder ſein Geburts noch Sterbejahr. Sein. Alter brachte er nicht viel hoͤher als 40. Jahre, und beklagte ſich auf dem Todbettedaß er nie das Gluͤck gehabt haͤtte, ſeine Arbeit gut bezahlt zu ſehen.
ö U f Das 10. Kapitel.1 Franz Floris, Chriſtoph Schwarz, Wilhelm Kay,
und Hubertus Golzius.
82. Franz Floris.
1 iele haben dem Floris vorgeworfen, daß er zu duͤnne und hagere Figuren 9552 V braucht, und zu dieſem unrichtigen Urtheile haben ſie ſich muh dir nach ihm gemachten Kupferſtiche verleiten laſſen. Wir zehlen ihn aber billig zu den erſten 5ſtern, die nach Wiederherſtellung der Kunſt, der niederlaͤndiſchen Schule wahre Ebergebracht haben. Das Lob eines Italieners, der gewohnt iſt ſeine Landsleute u.alle zu erheben, ſcheint hier von einem groſſen Gewichte zu ſeyn. Vaſari ruͤhmt denguten Ausdruck der Leidenſchaften, vergleicht ihn mit dem Raphael, und ſetzt hinzu,man koͤnne ihn nicht nach den Kupfern beurtheilen, weil die Kupferſtecher die 0 bheit ſeiner Zeichnungen nicht erreichen koͤnnen. Gleichwol hat dieſer Schriftſtelen. ſelbſt nichts als Kupferſtiche geſehen, haͤtte er von ſeiner Manier aus den Werke1 efch 190 8 ſo wuͤrde er vielleicht eine noch vortheilhaftere Meinung von ihm
Der Familien Nahme hieß eigentlich de Vriendt; Ein gewiſſer Buͤrger zu Aftwerpen, der 1500. ſtarb, fuͤhrte denſelben, bekam aber den e Floris, pescher der Familie nachgehends blieb. Dieſer hinterließ zwey Soͤhne, Corneliu 6Claudius. Claudius war ein ſehr geſchickter Bildhauer, und Cornelius ein Sten,ſchneider. Cornelius zeugte vier Soͤhne, welche alle Kuͤnſtler wurden: naͤmli 5nelius ein Architekt; Franz, deſſen Leben hier beſchrieben wird, Jacob ein 10maler, und Johann ein Porcellanmaler. Cornelius hat in Antwerpen viele Gebal 69: als das Schloß, das Rathhaus, das Oſterhaus, und ſo weiter.
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