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Wilhelm Kay, und Zub. Golzius. 251

Unſer Franz Floris wurde im Jahr 1520. zu Antwerpen gebohren, lernte An-

fangs bey 9 0 1 Claudius de Bildhauerey, und verfertigte Statuen und

abmale fuͤr die Kirchen. Weil er aber mehrern Hang zur Malerey verſpuͤrte, ſo be-

0 er ſich im zwanzigſten Jahre nach Luͤttich, um die Kunſt bey dem daſelbſt in groſ-

0 Ruffe ſtehenden Lambertus Lombardus zu erlernen. Er ahmte demſelben ſehr

crnllch nach, und entlehnte alls von des dehrmeiters Mater, wecces zu folgendertigen Geſchichte Anlaß gab.

ſuchen Lombardus wollte einmal ſeinen ehemaligen Schüler Floris in Antwerpen be-uchen; als er ihn nicht fand, gieng er dreiſt in die Werkſtelle, betrachtete erſt dieborräthigen Stuͤcke eine Weile mit Aufmerkſamkeit, und ſagte endlich: Floris iſtvon jeher ein groſſer Dieb geweſen. Die Lehrlinge, welche ihren Meiſter verach-tet ſahen, nahmen dies ſehr uͤbel, fiengen mit dem Fremden an zu zanken, und wolltenihn beym Kopfe kriegen: worauf Lombardus ihnen ſeine Meinung erklaͤrte, daß Flo-s ihm auf eine löbliche Art ſeine ganze Kunſt abgeſtohlen hatte, ſo wie ehemalsVes deorus vom Zeuris beraubt worden. Als Floris die Sache erfuhr, bezeugte er einn urgnügen daruͤber, und lobte ſeine Schuler, daß ſie ſich ſeiner Ehre ſo eifrig ange-ommen hatten.

Floris wollte ſich in ſeiner Kunſt vollkommen machen, und unternahm zu dem

dende eine Reiſe 1 Juul. Hier bildete er ſich nach den herrlichen Antiken, und

en groſſen Italieniſchen Meiſtern; kein Tag verſtrich, wo er nicht etwas verfertigte,

085 opirte; inſonderheit arbeitete er viel nach den Antiken und dem Juͤngſten Gericht

5 ichael Angelo, um ſich im Nackenden zu uͤben. Seine Zeichnungen ſind mei-us mit rother Kreide gemacht.

nich, Nach der Zurüuͤckkunft in ſein Vaterland ſahe man bald, daß Floris ſeine Zeit

acht umüte den 5 82 allen ſeinen Werken zeigte er ſich als einen guten

erhner, und als einen Künſtler, deſſen Geſchmack durch die Betrachtung der Kunſt-

ſe elke in Italien veredelt worden war. Man gab ihm, wegen ſeiner groſſen Zuſammen-

Kennen, den Nahmen des niederlaͤndiſchen Raphaels. Er beſaß viel Verſtand unduntniß der Wiſſenſchaften.

ze&, Bey dieſen Umſtaͤnden konnte es nicht fehlen, daß man ihn mit Beſtellungen8 Furchen 55 Palle vornehmer Herren uͤberhaͤufte. Dadurch gewann er viel8 und ließ ſich verfuͤhren, ein unordentliches Leben anzufangen; was er 53 e wieder verſoffen, ſo ſehr ihm ſeine Freunde, unter andern der Maler 1

geb ſolches auch widerriethen, und ihn auf einen beſſern Weg zu bringen ſuchten. Vielebeit ſe⸗ als die Grafen von Egmont und Horn beſuchten ihn fleißig, theils um ihn ar-ſeißia zu ſehen, und theils ſeines muntern Umgangs zu genieſſen. Dieſe bewirthete erbol bis die Frau, die ohnehin etwas zankſüchtig war, ſolches nicht laͤnger leidenbelle und ihn nöthigte mit ener Geſellſchaft ins Wirthshaus zu gehen. Sie8 kleitete ihn zu vielen andern Ausgaben, und ruhete nicht eher, bis er ihr ein praͤch-und eHaus bauete. Sein Bruder der Baumeſſter Cornellus, hatte die Aufſicht daruber,. führte es in einem edlen Geſchmack auf. Floris ſetzte aber ſein ganzes ee6 0 zu. Uleberhaupt war Floris auf ſeine Sachen zu unachtſam, und dabey ſehr gut-

9% er wollte jedermann zu gefallen leben, und fiel in ſchlechte Haͤnde, die ſeineute mißbrauchten.

Bey dem offentlichen Einzuge Kaiſers Carls des V. muſte er viel an den oͤffent-

1 b zalich in fiel tundenchen Ehrenpforten und Verzierungen* 1 malte taͤglich in ſieben S ſieben