Band 
Siebender Band.
Seite
252
JPEG-Download
 

PlatteC. C

25² Kap. 10. Von Sranz Sloris, Chriſtoph Schwarz,chlieſſen

ſieben groſſe Figuren fertig, woraus man auf ſeine hurtige und geuͤbte Hand ſekann. Bey der Ankunft des Koͤnigs Philips II. verfertigte er in einem Tage ein gro,ſes Gemaͤlde auf Leinwand, welches eine Victorie vorſtellte, die mit vielen Gefunen umgeben iſt, und eine Menge antiker Kriegsruͤſtungen um und neben ſich habBey aller der Geſchwindigkeit ſahe man doch in dieſen Stuͤcken eine gute Erfindungund Uebereinſtimmung. Er wußte in ſeinen Werken die in Italien gemachten 5dien gut zu nutzen.

Seine letzten Stuͤcke waren eine Kreuzigung und Auferſtehung, jede 27. Fußhoch, fuͤr den Großprior von Spanien. Verſchiedene unvollendet hinterlaſſene ecke mußten ſeine Schuͤler, Franz Porbus, und andre zu Stande bringen. 1Werke ſind in den Niederlanden ſehr geſchaͤzt, und in vielen Flandriſchen Kanzutreffen. Man bemerkt darinn eine leichte Hand, eine geiſtreiche Nlung, eine kraͤftige Manier, und eine ſo gute Ausfuhrung, daß ſie ihre Wirkung 10der Nahe und in der Ferne thun. Er wußte unter den Gewaͤndern, das Nackendegeſchickt durchſcheinen zu laſſen. Als er ſich im Alter in duͤrftigen Umſtaͤnden ſultſtellte er ſeinen Söhnen und Schülern ſich zum Erempel vor, und rieth ihnen, es niſo wie er, anzufangen, ſondern ſich kluͤger und ordentlicher aufzufuͤhren.

Floris fieng in den letzten Jahren zwar an, etwas regelmaͤßiger zu leben, alleinſein Hang zum Vergnuͤgen hoͤrte nie auf, und ſeine Heiterkeit verließ ihn auch benMangel nie. Er arbeitete taͤglich ſeben Stunden, und der Abend war den Freurdezgewidmet. Das Spiel hat er nie geliebt. Bey dieſer Lebensart ruͤckte endlich 14Ende heran: Er beſchloß ſein Leben 1570. im 50. Jahre, und hinterließ wen Sic,ne, davon einer nicht lange darauf bey einem Tumulte umkam. Der andre war 5ſeines Vaters Lebzeiten nach Rom gegangen, blieb daſelbſt, und beſchaͤftigte ſich mitVerfertigung kleiner Gemaͤlde. Einige geben unſerm Floris uͤber 100. Schuͤler/ 505unter Porbus, Martin de Vos, Lukas de Heere, Anton Blocklandt die vorne 1ſten ſind. Cornelius Cort, Sadeler, Henrich Golzius, Philipp Galle, Cornherl/und andre, haben Kupferſtiche nach dieſem Meiſter verfertigt.

8 83. Chriſtoph Schwarz. deChriſtoph Schwarz war zu ſeiner Zeit eine Zierde Teutſchlands, und wantwegen ſeines groſſen Stils in den Zuſammenſetzungen, der Teutſche Raphael genaenDer Churfuͤrſt von Bayern ſahe ſeine Verdienſte ein, und ernannte ihn zu denFe een man ſeine Werke meiſtens in München und daſigen Gegenuchen muß.

Dieſer Künſtler war im Jahr 1550. zu Ingolſtadt gebohren, und gien 5Venedig, wo er ſich in der Schule des groſſen Tizians bildete, und ein ſchoͤnes Kol,mit in ſein Vaterland zuruck nahm. Inſonderheit brachte er es in der Malern gnaſſem Kalk ſo weit, daß man ihn den beſten Kuͤnſtlern an die Seite ſetzen komtwenigſtens behauptete er den erſten Rang in Teutſchland. Er wußte damit ſo geschumzugehen, daß ſie ſo lebhaft als Oelmalerey ausſahe. In dem groſſen 5 an/Jeſuiter Collegium trift man eine Maria mit dem Kinde in halber Lebensgrböſſe imein Bild, das wegen des edlen Ausdrucks, der Beſcheidenheit und Sanffmunn iſt.Geſichte der Maria, alle Achtung verdient, und eines von ſeinen beſten ArbeitenSandrart beſaß ein merkwuͤrdiges Altarblatt, naͤmlich GOtt den Vater, Engel

hü-

Leichnam Chriſti auf dem Schooſe liegen hat, und mit einer Glorie von

welche die Paßionsinſtrumente halten, umgeben iſt. Das Bild iſt mit zweyen Len