Wilhelm Nay, und Zub. Golzius. 253
ch altem Gebrauche derſchloſſen. Auf der einen ſteht Adam, Abel, Noah,
oſes, Henoch, die Apoſtel, Evangeliſten, und die neuern Kirchenlehrer Auguſtinus,
aconomus, Gregorius, und ſo weiter; auf der andern Eva, und die Weiber der
alriarchen, die Prophetinnen, Sibyllen, und einige Heilige der aͤltern und neuern
daten, als die Catharina, Barbara, Helena, Catharina von Siena, Thereſia,ind ſo weiter, auswendig war eine Verkuͤndigung der Maria grau in grau gemalt.
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fe Schwarz legte ſich wie alle, die aus der venezianiſchen Schule gekommen ſind, haupt-tiablich auf das Kolorit, und vernachlaͤßigte die Zeichnung. Man muß daher die Rich-igkeit und den edlen Stiel der roͤmiſchen Schule nicht bey ihm ſuchen. Tizian warzan lehr gewogen, und entdeckte dem Lehrbegierigen, und durch beſtaͤndiges Fragennuchforſchenden Schüler alle kleinen Vortheile bey der Ausuͤbung der Kunſt. Uebri-. war Schwarz kein ordentlicher Wirth, und mit ſeinen haͤuslichen Umſtaͤndenobenslang in Verwirrung. Er litte daher ſehr oft Mangel. Zum Gluͤcke hatte eree Kinder, und bildete auch nur einen Schüler, den Georg Beſam. Der Sadelerin em ſleibigen Grabſtichel haben wir es zu verdanken, daß viele von ſeinen Werkenn Kupferſtichen erhalten worden. Johann Sadeler hat unter andern eine Paſſionauf zehen Blättern, Egidius eine Maria mit dem Kinde an der Bruſt, und Raphaelch ein paar geiſtliche Geſchichte nach ihm geliefert. Schwarz ſtarb 1594. zu Muͤn-en, und wurde drey Jahre vor ſeinem Ende von Heinrich Golzius mit Paſtellfar-en abgemalt. Nach dieſem Original iſt das Bildniß auf der Platte C. C. kopirt.
84. Wilhelm Kay.
debt Wilhelm Kay beſaß eine gute Bildung und einen rechkſchaffenen Charakter:abt aber den daſſeuchen Aufwand. Um denſelben deſto beſſer ausfuͤhren zu koͤnnen,keitete er uͤberaus fleißig. Kay war aus Breda gebuͤrtig, und des Franz Florisleß chuler beym Lambertus Lombardus zu Luͤttich. Nach vollendeten Lehrjahrenor ſich zu Antwerpen nieder, und wurde im Jahr 1840. in die Malerzunft aufge-doch en. Seine Zuſammenſetzungen waren zwar nicht ſo ſinnreich als die vom Floris,fab herrſchte ein lieblicher Pinſel darinn, weswegen ſie ſehr geſucht wurden. Man5 ſonſt viele Werke in den offentlichen Gebaͤuden von Antwerpen von ſeiner Hand,5 wurden aber in den nachfolgenden Kriegsunruhen, und bey den Bilderſtuͤrmereyendas runde gerichtet. Kay war auch ein vortreflicher Bildnißmaler. Er verfertigteabſcahortrait des Kardinals Granvella. Als er den grauſamen Herzog von Albaſeͤchlderte, redte dieſer, in der Meinung, daß Kay keine fremde ede e von der vorzunehmenden Hinrichtung der Grafen Egmont, Horn, un an-und Vornehmen, worüber er ſo erſchrack, daß er bey der Zuhauſekunft krank ward,le man ſagt, 1568. den 5. Junius an eben dem Tage, als das Todesurtheil an
Sen oülſtreckt wurde, ſeinen Geiſt aufgab. Man hat zu ſeinem Andenken folgendeeilen verfertigt:
Quas hominum facies, ut eos te cernere credas,Expreſſit Caii pingere docta manus.
tamen excipias unum, me judice, MorumCulpari Belgae nullius arte timent.
85. Hubertus Golzius. 5irg Hubertus Golzius wurde um das Jahr 1520. zu Vanloo gebohren, aber zuwurde erzogen, wei ſeine Eltern aus dieſer Stadt waren. Er kam zum Lombar-
in die Schule, und ſahe bey demſelben 41. und Zeichnungen ichen
PlatteC.
Platte
N. N.