Das II. Kapitel.Anton von Montfort, und noch ſieben andere Kuͤnſtler.
86. Anton von Montfort.
nton von Montfort ſtammte aus dem vornehmen Geſchlechte der Baronen und2 Burggrafen 105 Montfort. Der Vater ſchrieb ſich, wegen eines e ihmständigen Lehngutes, von Blocklant, und unſer im Jahr 1532. zu Montfort ge ohr-ſon Künstler behielt dieen Rahmen bey, ob das Gut gleich ſeinem Bruder dem 7—fen der Stadt Amſterdam zufiel. Anton legte den erſten Grund zur Kunſt*atem Oheim, Heinrich Aſſuerus, der zwar ſonſt ein elender Kuͤnſtler, aber in Por-dos ziemlich glücklich war. Von da kam er zum Franz Floris, und legte ſich mitſochem leiß auf die Kunſt, daß er es in ein paar Jahren, allen ſeinen Mitſchuͤlernzuvor that. Im Jahr 1552. gieng er wieder nach Montfort, verheyrathete ſich mit182 vornehmen Mannes Tochter, lebte aber mit derſelben in einer unfruchtbaren Ehe.
Stud, Er ließ ſich darauf zu Delft nieder, und brachte die Zeit mit unaufbörlichemFabien, 15 11 Modellen beyderley Geſchlechts, und andern Be-8 tigungen zu Verbeſſerung ſeiner Kunſt zu. Er liebte inſonderheit groſſe hiſtoriſchefe dgenſtaͤnde, und hat daher viele Altarblätter und Werke fuͤr die 8*
nllichen Gebäude ausgefuͤhrt, die groͤſtentheils durch die laͤnge der Zeit, und in denbabe unruhen verlohren gegangen. Er ſchilderte ſeine Eltern mit groſſer Kunſt 115 cam er als Porträtmaler in den Ruf, ob es gleich ſeine Sache nicht war, ſich
auf einzuſchraͤnken.
bon i Vlocklant folgte der Manier des Floris genau nach. Er arbeitete, wie man9
dinei 8 N ichtig und gut: den Koͤpfen
Die Hande, Fuͤſſe und Gewaͤnder zeichnete er richtig und gut:Nile er einen a re zu geben. Auf die Haare und den Bart bey altenlebte tern, wandte er vielen Fleiß. Er war abrigens von einem guten Charakter,ies ſehr ſtill und ordentlich, hielte ſich ſauber in Kleidern, und war deswegen beyemann wohl gelitten.
th Nach ſeiner erſten Frauen Tode, wachte der ſthon vor einigen Jahren gehabteſeuch, Fal e wieder auf. Er trat die Reiſe in Geſellſchaft eines Gold-omiedes im Jahr 1572. an, und beſahe mit groſſer Begierde alles merkwuͤrdige insene zyinſonderheit reizten die Antiken, und das juͤngſte Gericht von Michael Angelodect Alfmerkſamkeit: Inzwichen wollten ihm die Studien nach den letztern nichtfe gelingen, weil ſie eine gar zu groſſe Uebung im nackenden erfordern. Sein Auf-dathalt war auch nicht lange genug, um allen Vortheil daraus zu ziehen: Denn erTberhaupt nur ſechs Monate abweſend. Nach der Zuruͤckkunft hielte er ſich einige Zeit55 Montfort auf, und begab ſich darauf wieder nach Delft, wo er die andere Frauwo nrbete, und mir derselben drey Kinder zeugte Zuletzt wandte er ſch nach liteNer auch 1583. im 49. Jahre geſtorben. In den Profilen, und den weiblichenWöpfen ſuchte er dem Parmeſan nachzuahmen. Verſchiedne von ſeinen Gemaͤlden hatolzius durch ſeinen Grabſtichel erhalten; Als einen todten Chriſtus, und eine Grab-dung. Seine Schuler waren, Adrian Clugt von Alkmar, ein Porträtmaler, derDat geſtorben. Am meiſten Ehre aber hat ihm der bekannte Michael Mirevelt vonaft gemacht, der unten vorkommt.
87. Lncas
Kap. 11. Von Anton von Montfort, ꝛc. 255
in berichtet, mit Gaͤnſe oder andern Vogelfedern, und ſchraffirte mit dem Pinſel