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Siebender Band.
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Rap. 11. Von Anton von Montfort,

87. Lucas de Heere.

„Die Schule des Franz Floris war eine fruchtbare Mutter, die eine Menge vongeſchickten Schuͤlern gezogen hat. Wir haben deren bereits verſchiedne angeführtund kommen jetzt auf einen, der nicht minder Achtung verdienet. Lucas de Heere!der Stadt Gent 1834. gebohren, genoß erſt des Floris Unterricht, nachdem en Judobey ſeinem Vater Johann, einen guten Bildhauer und Baumeiſter, desgleichen benſeiner Mutter Anna Smitters, einer damals in Ruf ſtehenden Miniaturmalerin,erſten Anfangsgruͤnde erlernt hatte. Sie war ſo kuͤnſtlich, daß ſie eine Windmühlemalte, mit einigen Knechten, die von einem einſpaͤnnigen Karren das Getreide abla-den, nebſt noch andern Figuren; und das ganze Werk hatte die Groſſe eines Getrerdekorns. Dies erzählt van Mander, dem man aber nicht allemal trauen kann.der Jugend begleitete Lucas ſeinen Vater, zeichnete alle Gegenden, und was ihmſonſt merkwuͤrdiges vorfiel ab, und machte ſich eine Sammlung von allen Schlöͤſſernund Proſpekten an der Moſel. Als Floris viel Genie in dieſen Blattern bemenahm er unſern Kuͤnſtler aus Freundſchaft fuͤr den Vater zu ſich. Unter einer ſo ginten Anleitung wuchs des Lucas Geſchicklichkeit dergeſtalt, daß Floris viele Zeichnungenfuͤr die Glasmaler durch ihn verfertigen ließ; die alle fuͤr des Meiſters Arbeit gehaltenund bezahlt wurden.

er verließ ſeinen Lehrer darauf, und that eine Reiſe nach Frankreich, wo 1für die Königin, und fuͤr die Mutter des Königs eine Menge von Kartons zu Tapeleverfertigen mußte. Den Aufenthalt zu Fontainebleau wandte er zum Theil dab. 1daß er nach den daſelbſt befindlichen Antiken, und ſchoͤnen Malereyen verſchiedleritalieniſchen Meiſter ſtudirte. Nach der Zuruͤckkunft in ſein Vaterland heyrathete 1die Tochter des Rentmeiſters von Veren, Nahmens Carbonnier, und malte bieBildniſſe„die wegen der angenehmen Manier, und der gluͤcklichen Aehnlichkeit ſehr be-liebt waren. Er beſaß ein ſo gluͤckliches Gedaͤchtniß, daß er ein Portraͤt malte, we Ner die Perſon gleich nur einmal geſehen hatte. Er verfertigte aber auch viele hiſtor,ſche Gemaͤlde und Altarblätter, darinn man die ſchoͤnen Zuſammenſetzungen⸗ un

gute Manier in den Gewaͤndern bewunderte. In der Peterskirche zu Gent ſieht maldie Sendung des heiligen Geiſtes von ſeiner Hand, und zu St. Johannes ein Epitaphdas in der Mitten die Auferſtehung, auf der einen Thuͤr die Juͤnger zu Emaus/ undauf der andern Chriſtus, wie er der Magdalena als Gaͤrtner erſcheint, vorſtellt.

De heere war ein groſſer Liebhaber und Kenner von Alterthümern undMuͤnzen, wovon er auch eine Sammlung beſaß. Er war uͤberdieſes ein guter Poetwie verſchiedene lleberſetzungen des franzoͤſiſchen Dichters Marot, und einige rignalſtüͤcke beweiſen. Seine Lebensbeſchreibungen der Maler in Verſen ſind ber 5gegangen. Er that auch eine Reiſe nach England, und muſte in einer GNationen nach ihren verſchiedenen Trachten abſchidern. Die Engländer malteunbekleidet mit einer Menge Zeuge und Schneiderſcheeren umgeben, weil es, wie eſagte, unmoͤglich waͤre, einer Nation Kleider zu geben, die alle Augenblicke die odenänderte, und das folgende Jahr an ihrer Tracht nicht mehr kenntbar ſeyn würde.Dieſe ſcherzhafte Kritik wurde bey Hofe nicht uͤbel aufgenommen.

Carl van Mander, der die Malerleben geſchrieben, war ſein SchülerHeere ſtarb 1584. im 50. Jahre. geſchrieben, war ſein Sch

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88. Jakob