260 Kap. 12. Von Michael Cocxie,
in Italien verfertigten Studien nach Raphael wieder an. Dieſer Diebſtahl wurdevornaͤmlich dadurch verrathen, daß Hieronymus Cock die ſogenannte Schule volAthen nach dieſem groſſen italieniſchen Meiſter in Kupfer heraus gab. Man bemerktſolches unter andern an des Cocrie Gemaͤlde vom Tode der Maria in der Kirche S..Gudule zu Bruͤſſel. Dem ungeachtet wurde das Bild um einen anſehnlichen Preisan den ſpaniſchen Hof verkauft, wie denn uͤberhaupt alle ſeine Sachen in hohem fthe gehalten wurden. Cocrie erwarb ſich viel Vermoͤgen, und ließ zu Mecheln dreyanſehnliche Haͤuſer aufbauen, die er mit Gemaͤlden von ſeiner Hand auszierte.
Endlich ward er nach Antwerpen berufen, um verſchiedne Dinge auf den n,5
ſigen Rathhauſe zu malen. Er war aber ſo ungluͤcklich von dem Geruͤſte zu faund muſte wenig Tage darauf an den Folgen dieſes Falles ſterben. Dies geſchahe
1592. nachdem er ein hohes Alter von 94. Jahren erreicht hatte.
95. Dieterich Barent.
Dieterich Barent, oder Barentſen wurde 1534. zu Amſterdam gebohren.Sein Vater, Barent der Taube genannt, hat den Aiſtuhr in a0 Stadt vom Jaht1535. auf dem Rathhauſe zu Amſterdam gemalt, und dem Sohne die erſten deder Kunſt beygebracht. Im ar. Jahre gieng der junge Barent nach Italienhatte das Gluͤck ſich durch ſeine gelehrten Kenntniſſe und Fahigkeit zur Malerey/ 75dem groſſen Tizian beliebt zu machen. Dieſer Meiſter rühmte des Barenk gutesBetragen und Emſigkeit bey aller Gelegenheit, und brachte ihm dadurch die Achtung der Kenner und Vornehmen in Venedig zuvege. Dazu kam daß der Schüle,ſich durch ſeine lebhafte und witzige Unterhaltung allenthalben einzuſchmeicheln, u,— 8 icklichkeit auf verſchiednen muſikaliſchen Inſtrumenten beliebt zu, mc
Nach einer ſiebenjaͤhrigen Abweſenheit kam er wieder nach Amſterdam, undverheyrathete ſich im 28. Jahre mit einer ſchoͤnen Perſon aus ende angesehenen imilie, wodurch er in groſſe Bekanntſchaft kam, und viele Bildniſſe zu malen erhielt,Er schilderte ſich und ſeine Frau meiſterhaft ab. Ueberhaupt herrſchte Tizian 5ſchmack in allen ſeinen Bildniſſen. Er verfertigte anch viele hiſtoriſche Stuͤcke 5Altarblätter, die alle des Meiſters Styl erreichten. Unter andern war der FLucifers beruͤhmt, ferner eine Judith und eine Venus. Viele von Barents kenſind in den niederlaͤndiſchen Unruhen verdorben, oder ſonſt abhanden gekommeIn ſeinen Werken ruͤhmt man die leichte Behandlung, und das angenehme Koloridoch iſt die Zeichnung nicht allemal die richtigſte. Er war ein abgeſagter Feind 105 5 8 die Staͤdte welche an derſelben liegen, als nt 1
„niemals. Sein Körper wurde zuletzt ſ ˖ b fakonnte. Er ſtarb 1502. 8 0 Jahr. tt ſo ſtark, daß er weder reiten noch
96. Lucas und Martin von Falkenberg.
Die Stadt Mecheln hat verſchiedne geſchickte Meiſter in L talLandſchaften miſerfarben hervorgebracht, weil dieſe Art der Malerey im 16. e ſeht bebe,war. Unter dieſe Zahl gehoͤren Lucas und Martin von Falkenberg, ein paat 175die bis um das Jahr 1566. theils in ihrer Vaterſtadt, theils zu Antwerpen lebiachAls aber damals Unruhen entſtanden, wandten ſie ſich nebſt Johann de Vries 5Acken und Luͤttich, und arbeiteten daſelbſt fleißig nach dem Leben. Nach hergeſteh,ter Ruhe kamen ſie wieder zuruͤk. Lucas malte nicht nur, wie gedacht, kleine Leſchaften, ſondern auch Miniaturſtücke, und kleine Portraits in Oelfarben. Er 9