Plattec. C. 1498. gebohren war, erhalten. Der Vater hieß eigentlich von Veen, und ſchi
262 Kap. 12. Von Michael Cocxie,
ſeinem Bruder Rolant Saveri weit uͤbertroffen wurde. Golzius hat ein ſehr ahnlichBildniß vom Bol, in der Form eines Epitaphs geſtochen.
5 98. Franz und Egidius Moſtaert. fWir kommen auf ein paar Zwillingsbruͤder, welche die Natur ſo ahnlich gebildet hatte, daß ſie nicht nur von Fremden, ſondern von ihren eignen Eltern zuwelle,verwechſelt wurden; wie denn der Vater einmal den einen wegſchickte, um ſeinen 1der zu holen, und als dieſer ſelbſt wieder kam, weil er den andern nicht fand, ihn würk-lich fuͤr den andern anſahe, und ihm den Verweis gab, welcher jenem zugedacht wal
Egidius und Franz Moſtaert ſind die Nahmen dieſer beyden Bruͤder, die zuHulſt bey Antwerpen gebohren waren, und von dem alten bereits oben unter 5Nummer 72. angefuͤhrten Johann Moſtaert abſtammten. Ihr Vater, ein mittelmaͤßiger Maler, ſetzte ſich zu Antwerpen, und brachte ſeinen Soͤhnen die er 1Grundſätze bey; worauf Egidius zu einen gewiſſen Mandin, und Franz zu Henrichvon Bles kam. Beyde wurden in dieſen Schulen gute Meiſter, Egidius in Figuren/die aber nur den vierten Theil von der Lebensgröͤſſe hielten, und Franz in Landſchaften,Franz ließ Anfangs ſeine Stuͤcke ausſtaffiren: nachgehends malte er die Figuren ſelin die Landſchaften hinein, ohne weitere Huͤlfe zu gebrauchen.
Beyde Bruͤder wurden im Jahr 1555. in die antwerpiſche Malergeſellſchaftaufgenommen. Franz ſtarb jung und unvermuthet, von den Wirkungen einer böſelLuft, und hinterleß einen Schüler Johann Soens, der nach Italien gieng, und ſeilWohnung zu Parma aufſchlug. Soens verfertigte Landſchaften mit kleinen Figurendie in Anſehung der Kunſt, und der Nachahmung der Natur keinem damaligen itali-eniſchen Meiſter weichen durften.
Egidius malte vortrefliche kleine Figuren, war ein rechtſchaffener Mann/ bedallen wohl gelitten, aber ein abgeſagter Feind der Spanier. Ag el einſt fuͤr jemanvon dieſer Nation ein Marienbild gemacht hatte, und dieſer ihm den verſproPreis nicht geben wollte, veraͤnderte er das Gewand des Stückes mit Waſſerfarbenund gab ihm eine entbloͤßte Bruſt, und unanſtaͤndige Stellung. Der Spanier kewieder, fand die Veranderung, und ward ſo entruͤſtet uͤber die Beleidigung 5Wohlſtandes an dieſem heiligen Bilde, daß er zum Marggrafen lief, und den zaletverklagte. Unterdeſſen wiſchte Moſtaert die Waſſerfarben weg, und als der Marg-graf kurz darauf ſelbſt kam, und ihn zur Rede ſetzte, zeigte er ſein Bild, welches 1Marggraf vortreflich, und mit aller Beſcheidenheit gemalt fand, und den Spamnoͤthigte das Bild auf der Stelle um den feſtgeſetzten Preis zu bezahlen. Egidiliebte den Scherz ſehr, und hat andere unzaͤhlige luſtige Streiche geſpielt. uf 1Todbette ſagte er zu ſeinen Kindern, er hinterlieſſe ihnen die ganze Welt mit ihreSchaͤtzen, es kaͤme nur auf ihren Fleiß an, ſolche zu gewinnen. Sein Tod erfolgim Jahr 1898. oder, nach des Descamps Nachricht, um drey Jahre ſpaͤter.
i 99. Martin Hemskerken. 4Martin Hemskerken hat den Beynahmen von dem Dorfe Hemskerken, te den
Sohn Anfangs, weil er groſſe Neignng zur Malerey zu haben ſchien, nach Harle
zu einem ſchlechten Maler; Nicht lange darauf fiel es ihm 5 ſelbigen doch 2beym Bauernſtande zu laſſen, und nahm ihn deswegen wieder zu ſich. Der 49 5war mit dieſer Veränderung auſſerſt unzufrieden, und ſuchte eine Gelegenheit 1Vaters Hause zu kommen. Als er eines Tages einen Micheimer nach Hauſe fe