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Siebender Band.
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und noch fuͤnf andern Kuͤnſtlern. 263

ließ er mit Fleiß wider einen Baum, und verſchüttete alle Mich. Der Vater wur-edarüber ſo entrüſtet, daß er dem Sohne mit dem Stocke zu Leibe wollte. Dieſeratwwischte aber, und freute ſich nunmehr einen Vorwand zu haben, das vaͤterliche

aus verlaſſen zu koͤnnen. Des folgenden Tages ſchickte die Mutter ihm heimlich Klei-del Waäſche und Reiſegeld. Mit dieſem verſehen, gieng der lehrbegierige jungeKünſtler nach Delft zu einem gewiſſen Johann Lukas, dem er es in kurzen gleich that.ine Demskerken nichs mehr bey ihm lernen konnte, begab er ſich zu Johann Schoreel,einem Maler, der damals wegen ſeiner neuen aus Italien gebrachten Manier iu groſ-an Anſehen ſtund. Dieſem neuen Lehrmeister ahmte er aufs gluͤcklichſte nach, undb chte es bald ſo weit, daß man ihn aus Eiferſucht aus dem Hauſe ſchafte.

Nach dieſen arbeitete Hemskerken eine Zeitlang unter Peter Johann Fopſen10 Harlem. Wer ſeiner Werse nach Italien verfertigte er fuͤr die Malerzunft einbee ſchoͤnes Bild„welches den Evangeliſten Lucas vorſtellt, wie er die Maria mitan Kinde abmalt. Es gehort unter ſeine ſchoͤnſten Werke; in dem Geſichte dermarie und des Kindes herſcht eine groſſe Anmuth. Der Magiſtrat der Stadtwaſte es an ſſch, und man ſieht es noch heutiges Tages auf dem Stadthauſe. Esar vollkommen in Schoreels Manier gearbeitet. Sich ſelbſt hat der Kuͤnſtler imDintergrunde mit einem Epheukranze angebracht. Man lieſt die Jahrzahl 1532. dar-auf, un daß er es den 24. May, da er 34. Jahr alt war, geendigt.

Nunmehr führte Hemskerken ſein Reiſeprojekt nach Italien, welches ihm ſoſchr am Herzen 1 Er wüncher ſich nichts wehr, als ſich nach den Antiken,— den groſſen italieniſchen Meiſtern zu bilden, und dieſe Abſicht erreichte er glücklich.ent daß viele junge Maler die Zeit in Rom mit Muͤßiggehen, Trinken, und Spie:

u zubrachten, ſahe man ihn unaufhoͤrlich geſchaͤftig, und inſonderheit viel nach Mi-chael Angelo ſtudiren. Als er einſt ausgegangen war, fand ein Italiener Mittel insche Kammer zu kommen und nicht nur ein paar fertige Stuͤcke aus dem Rahmen zuch eiden, ſondern ihm auch noch ſonſt viele Zeichnungen zu entwenden. Weil erüer Argwohn auf den Thaͤter hatte, gieng er zu ihm, und kam ihm unvermuthetfen. en Hals daß jener nicht Zeit hatte, die geſtohlnen Sachen bey Seite zu ſchaf-hie Dadurch erhielt er zwar das meiſte, was er vermißte, wieder, inzwiſchenfiele er ſich fuͤr dieſen Italiener als einen tuͤckiſchen Mann nicht ſicher, ſondernſecchtete ſich fuͤr einer heimlichen Rache. Unter ſolchen Umſtänden war freylich das5 ne Rom bald zu verlaſſen. Er kehrte alſo nach einem drewiahrigen Aufenthalte,terlanik einer Summe Geldes, die er ich durch ſeinen Fleiß erworben, in 1eanand zurück. Zu Dortrecht entgieng er einer groſſen Lebensgefahr, indem er durchdeen Jufal nichk in dem Wirthshauſe ſchlef, wo er Anfangs eingekehrt war undkalen Wirth des folgenden Tages, wegen vieler an ſeinen Gaͤſten veruͤbten Mord-

aten, eingezogen wurde.

in fei Nach Hemskerken Zurüͤckkunft bemerkten die Liebhaber eine ſtarke Veraͤnderung5 feiner 27 550 8 viele due vorige von Schoreel vor, nur daß ſeine Um-0 dest nicht ſo ſcharf und hart ſchienen. Es ware viel zu weitlaͤuftig die groſſe An-— aon Altarbildern, und andern Gemälden anzuzeigen, die er verfertigt hat. Ei-Un groſſen Theil derſelben findet man in Delft, und andern hollaͤndiſcheu Staͤdten.

nter andern malte er fuͤr ſeinen Schuͤler Jakob Rauwaert die vier ſietzten Beſtim-d gen des Menſchen den Tod, das juͤngſte Gericht, die Hoͤlle, und das Paradies.des Nlusdruck der Leidenschaften war vorkreſlch darinne, und I ee eee* Meiſters Kenntniß des Menſchen, und dem Fleiſſe, den er in Beobachtung dereinſten Nuanzen der Gemuͤthsbewegungen angewandt hatte. Nauwaert,—5