Band 
Siebender Band.
Seite
265
JPEG-Download
 

und fuͤnf andern Kuͤnſtlern. 265

Vaters Hauſe mit Bildern: Bald zeichnete er ſeiner Eltern Bediente, oder andere

kannte ab, bald ſtelſte er ſie in Karicaturen, aber allemal aͤhnlich vor, bald machteteſcherzhafte Reimen dazu, die oft zum Gelaͤchter, oft aber auch zu Verdrießlichkei-ten Anlaß gaben.

dere, Als der Vater ſahe, daß die Natur ihn ſo offenbar zum Maler beſtimmte, wi-

geletzte er ſich ſeiner Neigung nicht weiter„ſondern ſchickte ihn zu den bekanntenziteiſter Lukas de Heere, wo er in kurzem auſſerordentlich zunahm. De Heere war

lulleich Maler und Poet, folglich hatte van Mander Gelegenheit, ſeine beyden Lieb-lin öneigungen 7 z 2 Darauf kam er ein Jahr lang zu Peter Ulrich,de n Künſtler in Courtray, wo er viel geiſtliche Gegenſtaͤnde ausfuͤhrte, dabey aber1 beſie nicht liegen ließ, ſondern einige Luſtſpiele verfertigte. Als die Kriegsun-elan in Flandern entſtunden, nahmen ſeine Eltern ihre Zuflucht nach Bruͤgge, undmnaubten ihm im 26. Jahre eine Reiſe nach Italien zu thun, um ſich in der Kunſtte fer fester zu ſezen. Er trat den Weg in Geſellſchaft einiger Edelleute eebosch aber bald von ihnen, weil er ſich allenthalben, wo ihm etwas— wuͤrdigeRerkam, aufhielte, um es abzuzeichnen. Endlich langte er im Jubeljahre 1575. intom an, und blieb drey Jahre mit groſſem Mutzen daſelbſt.Van Mander verfertigte viele Oel- und Freſcomalereyen, inſonderheit Land-chaten fuͤr verſchiedne Kabine und andre Vornehme in Rom. Er lieferte auchEun Lemlichen Vorrath von Bildniſſen, und arbeitete fleißig in Geſellſchaft voner dangern. Er ſoll der erſte Niederlaͤnder geweſen ſeyn, der Grotesken gemalt, wieache deren eine groſſe Menge zu Stande gebracht hat. Zu Terni muſte er fuͤr einenHüolſſen Grafen die abſcheuliche und zur Schande der Menſchheit vollzogne pariſerrbochzeit, und vornämlich, wie der Admiral Coligny zum Fenſter herunter ge-befen wird, in einem hiſtoriſchen Gemaͤlde vorſtellen.

% Im Jahr 1578. trat unſer Kuͤnſtler in Geſellſchaft von Sprangern die Ruͤck-ſeban⸗ und ale Baſel auf dem Gottsacker die Flucht Jakobs, darauf 319 teinander nach Wien und verfertigten die Triumphboͤgen zum Einzuge des Kai-debe olphs. Spranger und andre Künſtler ſuchten ihn N fel 0.feinen allein der Hang nach dem Vaterlande war zu ſtark. Als er zu 1 al10 n. ankam, ward er mit groſſen Freuden von den Seinigen, und al—nwohnern empfangen.

bor, Sein erstes Bild, dadurch er ſich zeigte, ſtellte Adam und Eva 7 7 0irt. Dae Figuren ſowohl, als die Thiere, waren richtig gezeichnet, und gut kolo-für g., Weil dieſes Stück Beyfall fand, ſo erhielte er eine Menge von Beſtelungentube ichen und vornehme Standesperſonen. Als aber um dieſe Zeit die Kriegsun-inen euſiengen, muſte er mit darunter leiden. Sein Haus ward geplündert, unduhmeer mit ſemner noch nicht lange geheyratheten Frau nach Brügge ſtüchten wollte,Baume ihn die ſtreifenden Partheien vollends das übrige ab, banden ihn an einenIhn gal, und würden ihn vielleicht gar ermordet en di Woeſchun met leeNM gewacht haͤtte. Durch einen Zufall befand ſich ein Officier dabey, der mit vanſetander in Rom Umgang gehabt hatte. Sie erkannten einander, und der Officierwie ihn in Frepheit, konnke aber aller Mühe ungeachtet, die geraubten Sachen nichtieder verſchaffen.

ihn in ei. ter-Er wandte ſich nach Cortrick, wo man ihn in ein Kloſter aufnahm, und Untehat Er 8 Dankbarkeit viele Gemälde für daſſelbe. 17 5* Sauptth. VII. Band. LI 85