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Siebender Band.
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286 Kap. 13. Von Carl van Mander.

vertrieb ihn eine anſteckende Krankheit. Er gieng alſo 1882. nach Bruͤgge/ undward, als er von da nach ſeinem Geburtsorte wollte, abermals ausgepluͤndert. Nun-mehr hielte er es fuͤr rathſamer, dieſe Gegenden ganz und gar zu meiden, und ſeſich zu Harlem. Bey allen dieſen verdrießlichen Begebenheiten, verlor van andas aufgeraͤumte Weſen niemals, ſondern beſang ſeine Unglücksfälle in Verſen/ u,fuchte darin eine Schadloshaltung. Er machte in Harlem mit Golzius und Corno,liſen Bekanntſchaft. Sie richteten eine Akademie, worinne nach dem Leben geg,net wurde, auf, und van Mander ſuchte dabey die italieniſche Manier in der eich-0 nung einzufuͤhren.e Unſer Kuͤnſtler malte, als er ſich nunmehr in Ruhe ſahe, eine groſſe Menge 11 hiſtoriſchen Gemaͤlden, die groſſen Beyfall erhielten, und ihm immer mehrere Beſtee lungen zuwege brachten. Unter andern verfertigte er die Paßion in zwoͤlf Stuͤcken, wel1 che de Geyn geſtochen. Unter ſeine ſchoͤnſten Werke zaͤhlte man eine Abnehmung vo0 Kreuze, und die Anbetung der drey Koͤnige. Ueber dieſes hat er eine groſſe Menge1 Zeichnungen, um Tapeten darnach zu wuͤrken, geliefert. Man hat auch gute Land-1 ſchaften von ihm, darinne der Baumſchlag nach der Natur, und wohl gemacht!100 Ueberhaupt herrſcht in ſeinen Werken Genie und Verſtand, doch entſchuldigt mas1 ihn 18 fel in den letzten Jahren, daß er ſich von der Natur entfernte, und in das i1 nierte fiel.

Es iſt faſt nicht zu begreifen, wie van Mander bey ſeinen vielen Malerene.N und Zeichnungen, ganze Bande in Verſen und Proſe ſchreiben koͤnnen. Er uͤberſetzn viel aus dem Homer und Virgil in hollaͤndiſche Verſe, machte unzaͤhlige Sonnelte/Lieder, ein Gedicht auf Amſterdam, eines von Weſtindien, ein paar dutzenddien, und brachte die Pſalmen Davids in Verſe. Unter den proſaiſchen Werkendie Lebensbeſchreibungen der Maler, und die Erklaͤrungen der Verwandlungen

Ovids die vornehmſten.(a).

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Nachdem er die gedachten Lebensbeſchreibungen 1604. drucken laſſen, wandt,er ſich nach Amſterdam. Ein paar Jahre darauf erkrankte er, und muſte durch Uiwiſſenheit des Arztes im Jahr 1607.(b) ſein Leben beſchlieſſen. Sein Bildniß zeigdie Platte CC. Man machte folgende Verſe auf ihm.

Periculo vivunt pictores ingenioſiEt vivunt calamo, Carole docte, tuo.Pictor Pictorum cenſor, tu candidus idemPulchrum eſt artificis pingere iudicio.

100˙ 78 6) Die unter dem Titel Het Schilder Boek herausgekommene Lebensbeſchreibungen der Maler ee bis auf das Jahr 1804. Sie ſind zum Theil ziemlich unzuverläßig, und enthalten oft, uͤbertrie 11 i Lobeserhebungen der niederlaͤndiſchen Meiſter. Sie waren meiſt woͤrtlich in der erſten 12 0dieſer Akademie uͤberſetzt, und nur hin und wieder Zuſaͤtze gemacht, oder weggelaſſen. ie 95legungen der Verwandlungen des Ovids ſind ein Werk, das voll von wunderlichen Einfaͤllen iſ dervan Mander aus ſeinem Gehirne geſchoͤpft, ohne daß die Erklaͤrungen in der alten Geschichte, abein den Sitten und Gebräuchen damaliger Zeit gegruͤndet waren. Hievon war der erſten. 15dieſer Akademie eine Ueberſetzung beygefuͤgt. Wir verweiſen die Liebhaber auf die ſchoͤne 40lehre des Abts Bannier, und hoffen Dank bey ihnen zu verdienen, daß wir ſie mit der vier lpha

ſtarken Erklaͤrung des van Mander verſchonen.

i 1(5). Des camps ſagt: Sandrart irre ſich in der Angabe des Todesjahrs, indem er fruͤher, namlich denMay 16086. in den Armen ſeines Freundes, des Malers Rauwaert, geſtorben.