Band 
Siebender Band.
Seite
267
JPEG-Download
 

den erſten U ffen Unterriche

und fuͤnf andern Nuͤnſtlern.

102. Martin de Vos.

267

Martin de Vos wurde um das Jahr 1834. zu Antwerpen gebohren, genoßt bey ſeinem Vater Peter, und kam darauf zu Franz Floris, inSchule er geſchickte Lehrlinge fand, die ſeine Ehrbegierde zum Fleiſſe anſporn-

Als er es dieſen gleich that, war er doch nicht zufrieden, ſondern ſuchte ſich

durch ei

Schu Zeichnung feſt, und gieng d

e zu erreichen.Freund chen

verf

ne Reiſe nach Italien noch vollkommener zu machen. Zu Rom jetzte er ſicharauf nach Venedig, um das Kolorit der daſigenTintoret ſahe des de Vos Geſchicklichkeit ein, ſchenkte ihm ſeineſchaft, und ließ viele Landſchaften zu ſeinen hiſtoriſchen Gemaͤlden durch ihnartigen. De Vos ſuchte ſeines Freundes Manier nachzuahmen, und erfuhr alle

zortheile bey der Ausuͤbung der Kunſt durch ihn. Inzwiſchen blieb er kein ſklavi-

er N

Nachahmer, ſondern ward ſelbſt Original. Sein Ruf breitete ſich aus; er mu-erf Portraͤts der mediceiſchen Familie, ſondern auch viele hiſtoriſche Stuͤckeen.

ſich e Liebe zum Vaterlande trieb ihn wieder nach Antwerpen. Kaum zeigte er

irch ein paar Altargemaͤlde, ſo breitete ſich das

Geruͤcht von ſeinen Vorzuͤgen

übenthalben aus, und brachte ihm ſo viel Beſtellungen zuwege, daß er ſie kaum alleauf. men konnte. Im Jahr 1559. nahm ihn die Malergeſellſchaft zum Mitgliededanken! ſeinen Werken bemerkt man eine leichte Zuſammenſetzung, und edle Ge-

GeſchmaI gn

Das Kolorit und die Zeichnung verdienen Beyfall. Es herrſcht Tintoretsck darinn, doch hat er weniger Feuer, und ſucht die gezwungnen Stellungenehr, wie dieſer Italiener. Die Sadeler und Collaert haben ſehr viel nach

1 geſtochen. De Vos war ein ſehr fleißiger und hurtiger Maler; man darf ſich da-

r

uber die Menge ſeiner Werke nicht wundern.göchkals ein geſchickter Kuͤnſtler. Des Peters Sohn, nahmens Wilhelm, ingleichenließ eirger, waren ſeine Schüler.

Sein Bruder Peter de Vos war

Martin de Vos ſtarb im Jahr 1604. und hinter-

ein anſehnliches Vermoͤgen. Folgende Zeilen wurden zu ſeinem Bildniſſe gemacht:

Qui ſe offert oculis, Martinus Voſſius ille,Cuius erat frater pictor et ipſe pater.

Arte hic Martinus ſane eſt Hemskerkius alterNam ſimili ductu pinxit uterque modo.

worden

Man findet unte

103. Johann Stradanus. 2r den Niederlaͤndern viele Kuͤnſtler, die in Italien groß ge-

di Bolo. und ſich dort ſehr beruͤhmt gemacht haben. So iſt zum Exempel Giovanni

men

egna(ſiehe ſein Bildniß auf der Platte D. D.) faſt unter keinem andern Nah-lie ekannt, da er doch aus Douay in Flandern gebuͤrtig war, und erſt in Ita-

delt ein groſſer Bildhauer wurde. So war Johann Stradanus, von dem jetzo gehan-bekam dden ſoll, eigentlich zu Bruͤgge im Jahr 1586. gebohren, hieß de Straet, und

Haim ge, d

den Nahmen Stradanus in Ikalien.

ahr 1127. Theil genommen haben ſoll.

Verlan

Er ſtammte aus einem alten anſehnlichenas ehemals an dem Morde Carls des Guten, des 13. Grafen von Flandern,

Als Stradanus die Anfangsgruͤnde der Malerey erlernt hatte, trieb ihn das

treffende an ſich zu verbeſſern, nach Italien. Das Land ſelbſt und die vielen dort anzu-

berferti Kunſtſachen,

bewogen ihn ſeinen Wohnplatz in Florenz aufzuſchlagen. Er

leiſtete gte daſelbſt eine Menge von Sachen in Oelfarben und auf naſſem Kalk,

urde einer

der beſten und beruͤhmteſten Kuͤnſtler 8 Florenz. Man ſieht unter andern

em Vaſari bey Aus zierung der grosherzoglichen Zimmer huͤlfliche Hand, und

in

010