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Maler von Genie, und wuͤrde ein weit groͤſſerer Kuͤnſtler geworden ſeyn, wenn n nenige

268 Kap. 13. Von Carl van Mander,

in der Kirche von Maria Verkündigung einen herrlichen Chriſtum am Kreuze von ſeinekHand. Cornelius Galle hat daſſelbe, ingleichen die Paßion auf zweierley Art ge-ſtochen. Stradanus wurde Mitglied der florentiniſchen Malerakademie, und fuͤhrteubrigens ein eingezogenes Leben. In ſeinen Werken ruͤhmt man die gute Zuſammen-ſetzung, richtige Zeichnung, und ein wohlgewaͤhltes Kolorit: mit einem Worte, dieItaliener ſelbſt muͤſſen ihm das Zeichniß geben, daß er einen Platz unter den beſtenKuͤnſtlern verdient. Nach van Mander lebre er noch 1604, und nach dem Baldinucc2 7 5 er ein Alter von 32. Jahren. Sein Lob iſt in folgenden vier Verſen ent-halten:

Stradano Belga, Florens Hetruria gaudet,Quae tantum Belgis invidet artificem.

Caius et ipſe Micon opera et miratur Apelles,Quem doctae et pulchræ progenuere Brugae.

3 104. Egidius Coninxlo. NEgidius von Coninxlo erblickte die Welt im Jahr 1544. zu Antwerpen. SeilerMutter Schweſter hatte den aͤltern Peter Koek von Aelſt geheyrathet, und weil er dadul 9Gelegenheit bekam das malen oft zu ſehen, ſo erweckte dies eine Begierde bey ihm/ 10dieſer Kunſt zu widmen. Der junge Peter von Aelſt brachte ihm die erſten Reg 1bey, darauf begab er ſich zu einen andern Meiſter Leonhard Kroes, welcher Dinund Landſchaften mit Waſſer und Oelfarben malte, und zuletzt beſuchte er die Sec edes Egidius Moſtaert. Alsdenn fieng er an fuͤr ſich allein zu arbeiten, that eine 17nach Frankreich, hielte ſich zehen Jahre in Teutſchland auf, und ſetzte ſich darauf el 3in Antwerpen. Des Coninxlo Hauptſache waren Landſchaften, darinn er be onder

die Baume und Felſen gluͤcklich auszudrucken wuſte. Man hielte ihn fuͤr einen der.ſten Landſchafter ſeiner Zeit, und daher war er unaufhoͤrlich mit Arbeiten uͤber 73*Er hat eine groſſe Menge geliefert, die Martin von Clef zum Theil ausſtaffirtk. Coninxlo lebte noch um das Jahr 1604, wann er aber eigentlich geſtorben, iſt ungewiß

105. Bartholomaͤus Spranger. 1Bartholomaͤus Spranger zu Antwerpen 1546. gebohren, gehort unte, f.

Natur mehr als ſeinem Eigenſinn gefolgt waͤre: ſo aber blieb er Lebenslang beygezwungenen Umriſſen, anſtatt ſich nach den herrlichen Antiken zu bilden. 1Kuͤnſtler haben unter ſo vielen Meiſtern ſtudirt, als Spranger. Den Anfang mach,er bey Johann Madyn, darauf kam er zu Franz Moſtaert, und Cornelius val ferlen, bey dem letztern hielte er ſich vier Jahre auf, weil er aber ſahe daß det Me giſeine Landſchaften durch Moſtaert ausſtaffiren ließ, ſo faßte er den Entſchluß, die 15guren ſelbſt zeichnen zu lernen. Ein teutſcher Maler, Jacob Wickran beſtärktein dieſem guten Vorſatze, und nahm ihn mit nach Paris, wo er ſich im Jahr Ihmzu einem gewiſſen Maler der Koͤnigin, Nahmens Marc begab. Hier ge el es 15auch nicht lange. Er faßte den Entſchluß, ſein Gluͤck in Italien zu verſuchen/ 90ließ ſich, ob man ihm gleich viel Arbeit in Lyon anbot, durch nichts abhalten. ararma hielte er ſich einige Zeit bey einem Schuͤler des Corregio, Bernhard Suben

auf, und langte endlich, nachdem er viel Mangel und allerley Wiederwärtigkelausgeſtanden in Rom, als dem Ziel ſeiner Wuͤnſche an.

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Seine Arbeit machte ihn bald bekannt. Unter andern malte erverſammlung im Coliſeo oder Amphitheater des Kaiſers Veſpaſians,, wel 0 ihmKardinal Farneſe ſo wohl gefiel, daß er den Kuͤnſtler zu ſich kommen ließ, un eine