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Siebender Band.
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und fuͤnf andern Ruͤnſtlern. 269

eine freye Wohnung in ſeinem! zallaſte einraͤumte. Hier wohnte Spranger dreyahre, bis e ihn nach ſeinem Luſtſchloſſe zu Caprarola ſchickte,bo er verſchiedne Landſchaften auf naſſem Kalk malen mußte. Nicht lange daraufte ſein Goͤnner ihn mit Pabſt Pius V. bekannt, dieſer erklaͤrte ihn zu ſeinenWofmaler, und trug ihm auf das juͤngſte Gericht auszuarbeiten. Spranger brachtem demſelben auf einer ſechs Fuß hohen kupfernen Platte gegen 500. Figuren an,und verwendete nicht mehr als vierzebn Monate darauf. Man ſieht dies Stuͤck noch18 f. 1 zum Buſch, zwiſchen Pavia und Alexandria, bey dem Begraͤbniß die-abſts.

Vaſari ſuchte aus Neid, weil der Pabſt dem Kuͤnſtler gewogen war, ſelbigenzu verkleinern, und beſchuldigte ihn der Faulheit. Um dieſen Verdacht von ſich abzu-ehnen, verfertigte Spranger in der Geſchwindigkeit ein kleines Gemaͤlde mit Chri-

am Oelberge, welches dem Pabſte ſo auſſerordentlich gefiel, daß er die ganzePaßion auf die Art ausgefuͤhrt verlangte. Der Pabſt wollte aber vorher die Zeich-nungen dazu ſehen. Dies ſetzte Sprangern in groſſe Verlegenheit, als der nie ge-wobnt war, von ſeinen Bildern grobe Entwuͤrfe zu machen; doch verfertigte er auflauem Papier zwölf Stücke grau in grau. Während der Zeit ſtarb der Pabſt, undN Zeichnungen kamen an den Kaiſerlichen Hof. Spranger ließ nunmehr die kleinenviel, ereyen liegen, und brachte verſchiedne groſſe Altarblaͤtter zu Stande, die ihm

elen Ruhm erworben.

8 Um dieſe Zeit machte er mit einem Niederlaͤnder, der die Jagd liebte, Bekannt-

Naalt, und verdarb viele Tage mit dieſer Beluſtigung. Er arbeitete nur zur hoͤchſtenoh, und wenn ihm ſeine Freunde vorhielten, daß er beſſer thaͤte nach den Antiken

zu ſtudiren als zu jagen, ſo gab er vor, er koͤnne dies Studium entbehren, weil er ſie

aufmerkſam genug betrachtet, und die ſchoͤnen Formen im Gedaͤchtniſſe hatte. Dies

Ent aber ſehr falſch, weil in allen ſeinen Werken die vernachläßigte Natur, und dientfernung von den ſchoͤnen Umriſſen der Antiken hervorleuchtete.

10 Als Kaiſer Maximilian II. von dem beruͤhmten Bildhauer Johann von Bo-855(deſſen im 103. Artikel Erwehnung geſchehen) einen Maler und Bildhauer ver-ate, ſchlug ſolcher den Johann Mont ſeinen Schuͤler zum Bildhauer, und denſcht mager zum Maler vor. Letzterer entſchloß ſich ungerne dazu, weil ſeine Ab-war, Rom nie wieder zu verlaſſen.

Mor Als ſie nach Wien kamen„ und eine zeitlang gearbeitet hatten, ſtarb Kaiſergrimilian, und ſein Nachfolger Rudolph II. befahl ihnen in der Arbeit fortzufahren.Granger malte unter andern den Mercur, der die Pſyche in die Verſammlung derund ter führt,(welches Blatt Golzius geſtochen) den Urſprung Roms mit der Woͤlfinem Gott der Tyber, u.[. w. Ju gleicher Zeit trug ihm die Stadt auf, zum Einzuge

bra cheers einen Triumphbogen zu malen, den er auch in 28. Tagen zu Stande

Van Mander, der ſelbſt mit daran gearbeitet hatte, ruͤhmt ſolchen ſehr.

So wenig dieſer Kaiſer auch Anfangs die Kuͤnſte zu lieben ſchien, ſo gab erlach Befehl, 15 er 558 10 beyde Kuͤnſtler nach Rom zu reiſen gedachten, daß ſieArb nach Linz folgen ſolten. Wie er aber den Spranger ofter geſehen, und bey der0 eit beſucht hatte, gewann er ihn ſo lieb, daß er ihn auf allen Reiſen miknahm,zu 1 emal in ſeiner Wohnung behielt, um ihn deſto fleißiger und bequemer beſuchenals 80 Spranger wurde mit Geſchenken 775 1 und 1 115 5

jeſes hielte e nge, din er Luſt dazu hatte. Ueber Ne 53 r keine Lehrlinge, unten,