Kap. 14. Von Cornelius Rettel, Zeinrich Golzius, 271
died und Religionsunruhen gedruckten Niederlande in einem vortreflichen Allegori-
zen Bilde vorſtellte. Er malte auch den Apelles, wie er ſich bey Abſchilderung der
ampaſpe in ſie verliebt, eine Andromeda, und dergleichen gefällige Gegenſtaͤnde,
ſin in die Hande von Privatperſonen kamen, und gegenwartig hin und wieder zerſtreut
nd. Man hat viele Blaͤtter nach ihm geſtochen; und auch viele Tapeten nach ſeineneichnungen gewirkt.
5 Von Wingen war uͤbrigens ein Mann von einem aufgeraͤumten Weſen, der ſich
gerne mit ſeinen Freunden bey einem Glaſe Wein luſtig machte, jedoch ohne daben
0 Stächweifungen zu verfallen. Dies iſt vermuthlich auch eine Urſache, warum ſei-
lündtücke ſo ſelten ſind, wiewohl auch nicht zu laͤugnen iſt, daß in den damaligen nieder-
85 iſchen Unruhen viele verlohren, und verdorben worden. Er ſtarb 1603. zu Frank-
M 6 im 61. Jahre, und hinterließ einen Sohn Jeremias, welcher ſich gleichfalls deralerey widmete.
Kol Jeremias von Wingen that eine Reiſe nach Italien, und erwarb ſich ein gutes
lic brit. Seine Hauptſache war das Bildnißmalen, darinn er eine groſſe Geſchick-
keit bewieß, und inſonderheit die Aehnlichkeit der Perſonen gluͤcklich zu treffen wuſte.
A hat eine reiche Heyrath, und ließ deswegen den Pinſel viele Jahre lang ruhen.
ſic ein Vermoͤgen aber abnahm, und uͤberdieſes die Kinder ſich mehrten, ſo ſahe er
3 genoͤthiget, die Malerey wieder anzufangen, und Bildniſſe zu verfertigen, dieſo gluͤcklich als die vorigen ausgeführt wurden. Er ſtarb 1648. im 70. Jahre.
Das 14. Kapitel.Cornelius Kettel, Heinrich Golzius, Henrich Lorne-
lius Vroom, und Johann Soens.
107. Cornelius Kettel
Diese Kuͤnſtler erblickte die Welt im Jahr 1548. zu Gouda, und lernte Anfangslere ey ſeinem Oheim, der mehr von den ſchoͤnen Wiſſenſchaften als von der Ma-n verſtund, und kam im achtzehnten Jahre zu Anton Blockland. Im Jahr 1566.5 1 er nach Paris, und arbeitete mit Hieronymus Frank und andern Kuͤnſtlern zu8 ainebleau. Als aber alle Niederlaͤnder, die der proteſtantiſchen Religion und5 inruhen halben ihr Vaterland verlaſſen hatten, durch einen koͤniglichen Befehlnkreich zu meiden angehalten wurden, ſahe unſer Kuͤnſtler ſich genoͤthigt, wiederouda zu gehen. Der gedachten Unruhen wegen war aber nicht viel zu verdie-neitcheswwegen beſchloß er ſein Gluck in England zu verſuchen. Ein gewiſſer Bau-und a ein Freund von Kettels geweſenem Lehrmeister, nahm ihn freundſchaftlich auf:egen waͤhrte nicht lange, ſo war der neuangekommene Kuͤnſtler ſeiner guten Arbeitd en allenthalben bekannt. Er hielte ſich ohngefehr acht Jahre in dieſem Reiche auf,ern bim wahrend der Zeit eine Frau. Er malte nicht nur hiſtoriſche Stuͤcke, ſon-nehm diele Bildniſſe, und hatte ſo gar die Ehre die Königin nebſt vielen der Vor-und l en des Hofes abzuſchildern. Im Jahr 1581. kehrte er nach Holland zuruͤck,Fol ieß ſich zu Amſterdam wohnhaft nieder. Nach andern Nachrichten that er in der1 ge eine Reiſe nach Rom und Venedig/ und hielte ſich an jedem Orte faſt ein Jahrgend escamps erwehnt aber dieſer Reiſe gar nicht, und fuͤhrt ſtatt deſſen noch fol-en merkwürdigen Umſtand aus dem Leben dieſes Küͤnſtlers an.
eue dEr ſieng im Jahr 1899. an mit den Fingern zu malen, und machte auf dieſee Art verſchiedne Portraͤts von auſſerordentlicher Aehnlichkeit. Sie 1 05bloritt,