Kap. 15. Johann Acken, und vierzehn andere Nuͤnſtler. 275
deswegen Zeichnungen in dieſem Geſchmack fuͤr dem engliſchen Admiral Howard ver-fertigen, die ſo gut ausfielen, daß dieſer den Maler ſelbſt nach Londen verlangte. Erdale fuͤr denſelben alle Seegefechte damaliger Zeit. Nach der Zuruͤckkunft ſtellte erAbreiſe der Flotte aus Seeland, und das Seetreffen bey Nieuport vor. Der Graf5„itz von Naſſau, und der Admiral Juſtin hatten viel Vergnuͤgen an dieſer Arbeit:e Staaten von Holland und andern Provinzen machten ihm, als er die Kupfer-iche davon uͤberreichte, betraͤchtliche Geſchenke. Vroom verdiente ſich durch ſeinenJeiß ein anſehnliches Vermoͤgen, und ſtarb reich und geehrt, ohne daß man dasr ſeines Todes beſtimmen kann.
1I0. Johann Soens.
rng, Johann Soens zu Herzogenbuſch um das Jahr 1553. gebohren, hat ſich denfeoßten Theil ſeines Lebens in Italien, und vornaͤmlich in Parma aufgehalten. ErE an der Jugend zu einem gewiſſen Jacob Boon nach Antwerpen, und von da zuadius Moſtaert. In deſſen Schule kopirte er verſchiedne Stuͤcke nach Franz Mo-k, und blieb in der Folge beſtaͤndig ein getreuer Nachahmer von deſſen Manier.feinen wurde als einer der beſten Landſchafter damaliger Zeit angeſehen. Man ſuchte1 de Werke begierig auf, und bezahlte ſie zu einem hohen Preiſe. Er malte groſſend kleine Gemalde mit gleicher Geſchicklichkeit, doch waren die kleinen auf Kupfer,5 zen der feinen Ausführung am beliebteſten. Eines ſeiner beſten Stuͤcke war eineN. tige Landſchaft mit dem heiligen Auguſtin, der einen Knaben, welcher dasDeer nit einem Löffel in eine kleine Grube zu füllen beſchaͤftiget iſt, am Ufer findet.le See war darinn ungemein natuͤrlich gemalt.
In Rom lieferte er im paͤb lichen Pallaſte, auf naſſem Kalk viele groſſe Land-wake, die eine e 9755 55 viel 1 verriethen. Ueberhaupt gab er ſei-1 Stuͤcken ein ſo lebhaftes Kolorit, daß andre Arbeiten, wenn ſie in der Nachbar-bon hiengen, dadurch ihr Anſehen verloren. Er trat in die Dienſte des HerzogsSchu arma, in welchen er auch geſtorben. Das Jahr ſeines Todes, und ſeinehͤler ſind unbekannt.
Das 15. Kapitel.Johann von Acken, und vierzehn andere Kuͤnſtler.
5 III. Johann von Acken. 5Köln war der Geburtsort dieſes Kuͤnſtlers, wo er im Jahr 1556. die Welt erblickte, Plage1 und den Nahmen Johann von Acken(oder wie er ſich ſchreibt, Achen) erhielte,.1 der Vater aus Aken war. Anſtatt daß er ſchreiben lernen ſollte, beſchaͤftigteKuach mit der Feder zu zeichnen, und verrieth dadurch ſein angebohrnes Talent zurti ſt. Eine Herzogin, die durch Koͤlln reiſete, zeichnete er im eilften Jahre unge-ür„ahnlich, zum Erſtaunen aller die es ſahen, ab. Der Vater hielte es nichtm5 rathſam, ſich dem Genie des Sohnes zu widerſetzen, und ſchickte ihn zu einemna ekannten Porträtmaler Jerrigh, bey dem er in ſechs Jahren einen ſchonen KopfSprawem Leben malen lernte. Nach der Zeit arbeitete er inſonderheit viel nachrangers Zeichnungen.
nen. Im 22. Jahre that er eine Reiſe nach Italien, und wandte ſich zu Venedig an
Den mlederlandiſchen Maler Caſpar Rems, der ihn aber, ſo bald er hoͤrte daß er ein
tet ulſcher wäre, aus Vorurtheil, und ohne etwas von ihm geſehen zu haben, verach-
e, und zu einem Gemaͤldehaͤndler Moretti ſchickte. Von Acken kopirte fuͤr 5Mm 2