276 Kap. 15. Johann von Acken,
ben einige Stuͤcke mit vieler Kunſt, und malte ſich ſelbſt lachend ab. Auf dieſesPorträt wandte er alle ſeine Geſchicklichkeit, weil er es dem Rems zuſchicken, unihn dadurch auf andre Gedanken zu bringen dachte. Er erreichte auch ſeinel11 Rems ſchaͤmte ſich uber ſeine Voreiligkeit, und nahm unſern Kuͤnſtler darauf
Von Venedig gieng er nach Rom, und zeigte ſich daſelbſt durch eine ſchöneGeburt Chriſti fur die Jeſuiterkirche. Ein andres Stück, worinn er ſich mit einemGlaſe in der Hand hinter einer damals beruͤhmten Lautenſpielerin Venuſta, abgeſchildert hatte, war nach dem Urtheile der roͤmiſchen Maler und aller Kenner, ein vor-trefliches Bild. In Florenz malte er den Grosherzog und viele Vornehme ab. öder Durchreiſe durch Venedig ſtiftete er ſeines Nahmens Gedaͤchtniß durch eine Ver-ſpottung Chriſti, und andre Stuͤcke.
Kaum war er wieder in ſeiner Vaterſtadt angelangt, als er nach Muͤnchen.ſchrieben wurde, um daſelbſt bey den Franciscanern eine Kapelle zu malen. anſieht darinn die heilige Helena, wie ſie das Kreuz findet. Von da gieng er an 1i kaiſerlichen Hof nach Prag, und malte fur den Kaiſer die Geſchichte der Venus une des Adonis mit allgemeinem Beyfall. Hierauf wandte er ſich wieder nach Bayerl.n Man findet viele Stuͤcke von ihm in Muͤnchen, als bey den Jeſuiten einen heiligen 1baſtian, und ſo weiter. Er muſte den ganzen bayeriſchen Hof malen, und erhreichliche Geſchenke, und eine Gnadenkette dafur. Verſchiedene von dieſes Meiſtere Malereyen, ſowohl in dieſer Stadt als an andern Orten, hat Sadeler geſtochen,n Man ſieht in von Ackens Werken eine gute Manier, eine richtige Zeichnung, und 5„ nen gefälligen Ausdruck in den Koͤpfen. Es ſcheint als habe er in denſelben dem Core regio nachahmen wollen.
Einige Zeit hielt er ſich zu Augſpurg auf, und arbeitete fuͤr die Grafen 1Fugger. Er verließ dieſen Ort, um den Rufe des Kaiſers Rudolphs zum andernmazu folgen. Bey ſeinem nunmehrigen Aufenthalte, wuſte er die Gunſt des Kaiſers 0zu gewinnen, daß ſelbiger ihn in ſeine Dienſte nahm, fleißig bey der Arbeit beſuchte,und ein Vergnuͤgen in ſeiner Unterredung fand. Weil von Acken eine beſondre gſchicklichkeit im kopiren beſaß, ſo mußte er nach Italien reiſen, und die Antiken/verſchiedne Gemälde fuͤr den Kaiſer kopiren. Durch die Gnade ſeines Fuͤrſten gelangeer zu groſſem Reichthum. Er ſtund in ſolchem Anſehen, daß viele, die etwas zu ſu-chen hatten, ſich an ihn wandten, und dadurch ihre Abſicht erreichten.
Von Acken ſtarb um das Jahr 1600. zu groſſem Leidweſen des gute hine
aller Freunde der Kunſt. Er verdiente nicht nur als Maler, ſondern auch ſeinrakters wegen, alle Hochachtung. Er war rechtſchaffen, redte von niemand ul el 5ſuchte jedermann zu dienen. Das eigentliche Jahr ſeines Todes iſt unbekannt. SeBildniß zeigt die Platte D. D. Man machte ihm zu Ehren folgende Zeilen:
Picturae Aquanus primis ſe tradit ab annis:Quae praeſtat iuvenis, vix potuere viri.
Germanum juvenem cum temneret Itala tellus,Mox artem obſervans Roma magiſtra ſtupet.
„ 112. Joſeph Hainz. 00 u,plate Die Abkunft, das Geburtsjahr, und der Lehrmeiſter des Joſe h Hainz ſinD. P. gewiß, man weiß nur daß er zu Bern gebohren worden 2 3 nach.