und vierzehn andere Kuͤnſtler. 277
au Kaiſer Rudolph II. einem Beſchuͤtzer der Kuͤnſte gekommen, wo er mit Johann vonen, Johann Breugel, Spranger, Roland Savery, Sadeler, und andern Mei-ſtern gearbeitet, und ſich als Geſchichtmaler groſſen Ruhm erworben hat. Der Kaiſerickte ihn nach Italien, um die Antiken und merkwuͤrdigſten Gemälde fuͤr ihn zukopien. Er verfertigte eine Leda, die man fuͤr das eigentliche beruͤßmte Original desorregio haͤtte anſehen ſollen. Der Kaiſer empfieng auch ein Dianenbad und einen Pro-ſerpinenraub von ihm, die Beyfall erhielten, und ihm einen Gehalt zuwege brachten.ainz ſtarb in Prag, und wurde nicht nur vom Kaiſer, ſondern auch von allen recht-chaffenen Leuten, wegen ſeines redlichen Charakters, und ſeiner Menſchenfreundlichkeitedauert. Egidius und Johann Sadeler, Lukas Kilian, Iſaac Major und andre, ha-en viele Blatter nach ihm geſtochen. Sein Bildniß findet man auf der Platte D. D.151 Jahr ſeines Todes iſt ungewiß. Er hinterließ einen Sohn, der auch Joſephließ, und ſeine meiſte Lebenszeit in Venedig zugebracht hat. Er ſetzte ſich durch Ge-e von kleinen Figuren, die allerley Einfaͤlle, Verwandlungen, Herengeſchichte,und dergleichen vorſteuten, in groſſen Ruf. Pabſt Urban VIII. hielte viel auf dieſennſtler, und machte ihn auch zum Ritter vom goldnen Sporn.
113. Peter de Witte. 1drart, Die Schriftſteller ſind ſich uͤber die Abkunft dieſes Kuͤnſtlers nicht einig. San-mt ſagt, de Witte ſey aus Florenz entſproſſen, und habe ſich nachher nach Bruͤgge5 Flandern gewandt; de Piles macht ihn zu einen gebornen Muͤncher, weil er ſichdeſeloſt lange aufgehalten. Sie irren aber beyde; denn Peter de Witte war ein Nie-
erländer, der um das Jahr 1548. zu Bruͤgge die Welt erblickte. Er gieng nach8 talen, brachte daſelbſt einige Jahre zu, und erhielte den Nahmen Peter Candido,5 arunter iſt er den meiſten Liebhabern am bekannteſten, weil alle ſeine Kupfer-0 e auf dieſe Art gezeichnet ſind. Er war ein guter Kuͤnſtler in der Oel⸗ und Freſco-aderev: wie er denn lange unter des Georg Vaſari Aufſicht, in dem päbſtlichen Pal-5 auf naſſem Kalk gearbeitet hat. Er zeichnete das Nackende richtig, weil er ſich6 modelliren in Thon nach dem Leben geüͤbt, und eine groſſe Fertigkeit darinn erreichtfe e. Bey ſeinem Aufenthalte in Florenz lieferte er fuͤr den Grosherzog einen an-
onlichen Vorrath von Kartons zu Tapeten, und andre Malereyen.
Mi De Witte folgte darauf dem Rufe des bayriſchen Hofes, und wandte ſich nach
zulaurchen. Die vielen Auftraͤge, welche er erhielte, bewogen ihn ſich daſelbſt nieder-
l c fen, und weil wir weiter keine Nachricht von ihm finden, ſo hat er auch vermuth-
ab ſein Leben daſelbſt beſchloſſen. Die Sadeler und einige andre teutſche Kupferſtecher
de dan verſchiedne Blätter nach de Witte geliefert. Er hatte einen Bruder Cornelius
die lte, der als Officier in bayriſchen Dienſten ſtand, und ſich zwar erſt ſpät aufMalerey legte, aber ein guter Landſchafter ward.
114. Matthaͤus Bril.
früf Wir kommen auf ein paar niederläͤndiſche Kuͤnſtler, die Bruͤder waren, ſichte Neitig nach Rom wandten, und ihre Lebenszeit daſelbſt mit vielem Ruhme zubrach-Nach Der alteſte Matthäus Bril erblickte die Welt im Jahr 1550, zu Antwerpen.und einer Ankunft in Rom zeigte er ſich bald als einen guten Landſchaftmaler undgeh vun der langen Gallerie des vatikaniſchen Pallaſts, und zu andern Dingen
. Er zierte ſeine Landſchaften nicht nur mit bloſſen Figuren aus, ſondernken e in denſelben auch allerley hiſtoriſche Gegenſtaͤnde vor. Es iſt nur zu bedau-fen meer ſo fruͤhzeitig, namlich 1584. im 34. Jahre die Welt bereits ver-
E.
Mm 3 IIS. Paul