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Siebender Band.
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278
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8 Kap. 15. Johann von Acken,

f ks. Pau Wei

Paul Bril, der juͤngere Bruder des vorigen, war 1556. gebohren, lernte beyeinem mittelmaͤßigen Maler Daniel Wortelmann, bey dem er Klaviere und andre mu-ſtkaliſche Inſtrumente mit Waſſerfarben bemalen, und ſeine Zeit verſchiedne Jahre aufeine unangenehme Art zubringen mußte. Als er ſich inzwiſchen dadurch eine Fertig 1.erworben hatte, reizte ihn der zunehmende Ruf ſeines Bruders, denſelben nach Italienzu folgen. Er trat den Weg an, ohne ſeiner Familie etwas davon zu entdecken, unreiſte über Lyon, wo er ſich einige Jeit aufhielte, gluͤcklich nach Rom.

3 begab ſich unter ſeines Bruders Aufſicht, und arbeitete mit demſelben.Wahrend der Regierung Pabſt Gregorius XIII. malte er im Vatican, und erhieltenach des Bruders Abſterben deſſen Gehalt, und Befehl, die unvollendeten Wereallein auszufuͤhren, wozu er um deſto geſchickter war, da er in kurzer Zeit mehrerKunſt in der Ausübung als jener erreicht hatte. Er legte ſich auf nichts als Land

ſchaften, und zwar vornaͤmlich wuͤrkliche Gegenden nach der Natur vorzustellen. Man

konnte ſeine Landſchaften geographiſche Gemaͤlde nennen. So malte er zum Exembelim päbſtlichen Sommerſaale ſechs groſſe Stucke, welche die ſechs vornehmſten Kloͤſterim Kirchenſtaate mit ihren umliegenden Gegenden, die er allemal von der vorthelhafteſten Seite zu wahlen wuſte, vorſtellten. Für den Cardinal Mattei und ſeineBruder, verfertigte er ſechs der merkwuͤrdigſten ihnen zugehoͤrigen Landguͤter unSchloͤſſer in Oelfarben. Unter den groͤſſern Stuͤcken iſt ſein vorzuͤglichſtes eine groſſeLandſchaft auf naſſem Kalck, in einem paͤbſtlichen Saal, die 63. Schuh lang iſt. 0ſieht in derſelben den Tod des heiligen Clemens, wie er an einem Anker gebunden,fear 5 Waſſer geworfen wird. In der Luft erſcheinen Engel, die den Heiligen

Paul Bril verfertigte aber auch viele Staffeleygemaͤlde. In dieſen kleinenStuͤcken, die groͤſtentheils auf Kupfer gemalt ſind, herrſcht viel Geiſt und Erfindung.Die Lagen ſind wohlgewaͤhlt, die Entfernungen ſchoͤn, die Figuren mit Verſtand 1zeichnet: die ganze Behandlung zeigt einen groſſen Meiſter, man wirft ihr aber mitRecht vor, daß ſie zu ſehr ins gruͤne faͤlt. Dem ungeachtet finden ſeine Arbeitenviel Liebhaber, und werden noch heutiges Tages theuer bezahlt.

Die von Sandrart angezeigte, und ehemals einem Heinrich von Os zuſtändigeLandſchaft vom Campo Vaceino in Rom, befindet ſich gegenwaͤrtig in der Samm ungdes Königs von Frankreich, nebſt zwoͤlf andern Gemaͤlden von eben dieſem Meiſtel.Es gab damals viel junge Kuͤnſtler, die ſeiner Manier zu malen folgten: am naͤchſſind ihr ſeine beyden Schuͤler Balthaſar Louvers, und Wilhelm Nieulant vo All-werpen gekommen. Letzterer hat auch verſchiedne Blaͤtter nach ſeinem Lehrmelradirt. Andre Stuͤcke von Paul Bril haben die Sadeler durch ihren Grabſtichel 5Welt bekannt gemacht.

Paul Bril ſahe ſich ſeiner Kunſt halben von jedermann, auch von den mißgün.70 Künſtlern bis ins Alter geſchaͤtt. Er beſchloß ſein Leben 1626.O. J 0

II6. Cornelius Cornelis.

8 3 3 80 zu Harlem 1862. gebohren, und bekam, indem ernen Vater Peter, einen mittelmaͤſſigen Kuͤnſtler, malen ſahe, gleichfalls Luſt zur KnNachgehends kam er zu Peter le Long, den er bald uͤberkraf, und ache wegen ſeinet

Geſchicklichkeit den Nahmen Cornelius der Maler, unter welcher Benennung eg

ſei

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