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292 Kap. 17. Von Daniel und Peter Soriau,

129. Jacob Ernſt Thoman von Hagelſtein.

Jacob Ernſt Thoman war im Jahr 1588. zu Lindau aus dem adelichen Ge-ſchlechte von Hagelſtein gebohren, und iſt meiſtens unter dem Nahmen Thoman 055kannt. Er lernte die Anfangsgruͤnde der Malerey in den ſchwaͤbiſchen Städten 1ſtanz und Kempten, ſahe aber gar bald, daß die daſigen Maler ihm nicht den hinlanglichen Unterricht zu geben, im Stande waren. Der Aufenthalt in Italien ſchien ihdazu der bequemſte zu ſeyn. Im Jahr 1505. trat er die Reiſe dahin an, und hielteſich funfzehn Jahre, theils in Mayland, theils in Neapel und Genua, am meiſteaber zu Rom, dem Hauptſitze der Kunſt auf. Es befanden ſich damals in der lezlaß,Stadt die nachgehends beruͤhmt gewordnen Maler, Adam Elzheimer, Peter 10mann, und Johann Pinas, mit denen er eine genaue Freundſchaft stiftete. Due,vier Kuͤnſtler waren beſtaͤndig bey einander, ſie deſuchten die Gegenden um Rom 175ſig/ zeichneten nicht nur alles merkwuͤrdige in denſelben, ſondern auch zu verſchiedneeTageszeiten ab, um die Veraͤnderungen des Lichts, und der Luft zu bemerken, meinem Worte, ſie lieſſen ſich das Studium der Natur aͤuſerſt angelegen ſeyn.wuſten daß Landſchaftmaler ſolche nie zu genau beobachten koͤnnen.

Inſonderheit verliebte Thoman ſich in Elzheimers Manier, ward deſſen Sch.ler, und ahmte ihm ſo gluͤcklich nach, daß beyder Kuͤnſtler Werke oft miteinandeverwechſelt wurden. Nach Elzheimers Tode verließ Thoman Rom: alle Schoͤnhei 5der Kunſt reizten ihn nicht mehr, da er ſeinen Freund verloren hatte. Nach dere 0ruͤckkunft malte er in ſeiner Stadt einige hiſtoriſche Stuͤcke, hauptſächlich aber deutſchaften. Weil Deutſchland damals aber von dem dreyßigjaͤhrigen Kriege zerrütteund nicht viel mit der Kunſt zu verdienen war, ſo nahm er als Proviantcommiſekaiſerliche Dienſte. Nach geſchloſſenem weſtphaͤliſchen Frieden begab er ſich wienach ſeiner Vaterſtadt Lindau, und ſtarb daſelbſt 1653.

Zu Sandrarts Zeiten ſahe man bey dem Sohne dieſes Malers demThoman Rathsconſulenten zu Augſpurg, viele vortrefliche Bilder von desHand, desgleichen eine Sammlung von Kupfern, Handzeichnungen, altenund ſo weiter, die er von dem Vater geerbt hatte.

Das 17. Kapitel.

Von Daniel und Peter Sumau, und verſchiednen andernunſtlern.

130. Daniel Soriau.

aniel Soriau wandte ſich nebſt verſchiednen angeſehenen und bemittelteg, 56milien wegen der Unruhen in Flandern nach Deutſchland, und half die E

Hanau anbauen. Er gab als ein geſchickter Architekt die Riſſe zu vielen 5Thoren und Privatgebaͤuden an. Aus Neigung zur Malerey ließ er die Kan adn.ſchaft ruhen, und legte ſich, da er ſchon ziemlich bey Jahren war, auf da Bimalen; verfertigte auch Stilleben, die Beyfall erhielten. Von der Zeit,Soriau gelebt und geſtorben, weiß man nichts; man meldet nur, er ha 95hinterlaſſen, welche mit groſſem Fleiß die Malerey getrieben, und wovon einnachfolgende iſt.

131. P.