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Siebender Band.
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und verſchiednen andern Nuͤnſtlern. 297

Nunmehr dankte Hoefnagel der Vorſicht, daß er vermittelſt der Malerey imStande war, ſch und die Sennen zu ernähren. Er faßte den Entſchluß, ſich mit demKoͤßten Fleiſſe auf die Kunſt zu legen, und trat in dieſer Abſicht mit dem gelehrtenzertelius eine Reiſe nach Italien an. Auf der Durchreiſe durch Augſpurg gabenihm die reichen Herren von Fugger Empfehlungsbriefe an den Churfuͤrſten von Bayernzuut. Kaum war er in München angelangt, ſo ließ der Churfuͤrſt ihn nach Hofe rufen,zeigte ihm ſelbſt die Kunſtkammer und alle Merkwuͤrdigkeiten, und bat den Kuͤnſtlerzuletzt, etwas von ſeiner Malerey ſehen zn laſſen. Hoefnagel hatte einige Stücke aufPergament gemalt, als ſein und ſeiner Frauen Portraͤt, und verſchiedne Thiere, Baume03 ewaͤchſe, bey ſich, welche dem Churfüͤrſten dergeſtalt gefielen, daß er kurtz dar-auf in des Malers Wohnung ſchickte, und fragen ließ, was er dafuͤr verlangte. Die-0 wuſte nicht, weil er bisher ſeine Arbeit nur verſchenkt hatte, was er fordern ſoll-e, bis endlich Ortelius in ſeinem Namen den Preis zu 100. Goldkronen feſtſetzte.die Ehurfürſt ließ ihm auch ſeine Dienſte anbieten, welches Hoefnagel mit der Be-gung, daß er zuvor nach Italien reiſen duͤrfte, annahm; zugleich erhielte ſeinerau 200. Goldkronen Reiſegeld, um gleich nach Munchen zu kommen, und die Zu-rückkunft des Mannes daſelbſt zu erwarten.

Hoefnagel nutzte die Zeit in Venedig und Rom mit moͤglichſtem Fleiſſe, und er-

warb ſich 95 fler Geschicht Mi enn Achtung. Der Kardinal Farneſeihm einen Gehalt von 1000. Gulden an welchen er aber, ſo ſehr ihm der Aufent-cher in Rom auch gefiel, ausſchlug, um das in München gegebne Wort nicht zu bre-9 5 Nach der Zuruͤckkunft genoß er die voͤllige Gnade ſeines Churfuͤrſten, und be-lockte ſich für denselben. Auf dringendes Bitten Herzogs Ferdinands zu Inſpruckerließ der Ehurfürſt ihm den Hoefnagel auf acht Jahre mit einem Gehalte, in wel-

5 er Zeit er ein kuͤnſtliches Meßbuch mit muͤhſamen Miniaturgemaͤlden zu des Her-508 Gebrauch verfertigte. Man muß darinn den erſtaunlichen Fleiß, und die reichekſindungskraft des Meiſters bewundern. 6

„Für den Kaiſer Rudolph malte er vier Bücher mit Thieren nach dem Leben,

9 eine enthielte die vierfuͤſigen, das andere die kriechenden, das dritte die in der8 und das vierte die im Waſſer lebenden Thiere, und empfieng fuͤr jedes 1000.dkronen zur Belohnung.

Weil er, wie hieraus zu ſchlieſſen, meiſtens fur Höfe gearbeitet hat, ſo trift manan in Pribatſammlungen 5 am wenigſten aber in den Niederlanden etwas von ihmſcch.Er liebte das eingezogne Leben, verließ deen in ae den Hof, und hielteder Aualler Stille zu Wien auf. Am Tage beſchaͤftigte er ſſch mit ſeiner Kunſt, undlembend und ein Theil der Nacht war der Dichtkunſt gewidmet, insonderheit derEr miſchen, davon er ſchoͤne Proben geliefert hat. Sein Büdniß zeigt die Platte PF.0 war uͤbrigens ein gutherziger Mann, der ſein erworbnes Vermoͤgen wohl anzu-

weſnnſühte. Er ſtarh 16o. im 55. Jahre. Sein hinteruſener Sohn, JohannCech trat in des Vaters Fußſtapfen, und malte mit gutem Erfolg in deſſenmack.

140. Abraham Janſens.

Der ganze Artikel von dieſem Meiſter war in der vorigen Ausgabe ſehr ſeichte,

n a aten Worten nichts dali geſagt. Wir wollen ſtatt deſſen den Liebba-

dach 9185 Auszug von dem merkwuͤrdigſten was Descamps im I. Theil ſeiner Lebens-8

neibungen der niederlaͤndiſchen Maler von ihm ſagt, vorlegen.1. Sauptth. VII. Band. Pp Das