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Siebender Band.
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298 Kap. 14. Von Daniel und Peter Soriau,

Dias Geburtsjahr von Abraham Janſens iſt ungewiß, man weiß nur daß er alsein Zeitgenoſſe des Rubens zu Antwerpen, allezeit ſehr neidiſch auf ihn geweſen, unihn, wie bereits in Rubens Leben gedacht worden, ſo gar zum Wettſtreit in der Ma-leren heraus zu fordern ſich unterſtanden. Es iſt nicht zu laͤggnen, er kommt ieſeMaler in vielen Stuͤcken ſehr nahe, und wuͤrde ihn vielleicht gar uͤbertroffen haben,wenn er nicht in ein liederliches Leben verfallen waͤre. Einige Freunde erhoben ihnuͤber den Rubens, und machten ihn dadurch vor der Zeit ſtolz, es fehlte ihm aberaufrichtigen, die ihm ſeine Fehler entdeckten. Inzwiſchen wurden ſeine Arbeitengeſchaͤtzt, und ſowohl für öffentliche Gebaͤude, als in Privatſammlungen geſucht

Eine junge artige Frau, welche die Verſchwendung liebte, war ſein Rull.Anſtatt den Tag uͤber zu arbeiten, beſchaͤftigte er ſich kaum ein paar Stunden/ undbrachte die Zeit mit ſpatzieren gehen, oder auf eine andere Art im muͤſſiggehen zuDie meiſten Stunden verſtrichen in den Wirthshaͤuſern, wo er auch zuweilen malte

Janſens hatte eine ſchoͤne meiſterhafte Manier. In den Zuſammenſetzungezherrſcht viel Feuer, eine leichte Hand, eine vortrefliche Haltung, und ein untadelhafteKolorit, ſie waren richtig und mit Geſchmack gezeichnet, und die Gewaͤnder natuͤrli ggeworfen. Bey ſo vielen vorzuͤglichen Eigenſchaften konnte ihm der Ruhm und Ben,fall nicht fehlen. Man zehlte ihn zu den vornehmſten Kuͤnſtlern der niederländischenSchule. Daß er dieſen Platz verdiene, beweiſen ſeine beyden Kirchenſtuͤcke bey 1Karmelitern zu Antwerpen. Sie ſtellen eine Grablegung Chriſti, und die Marmit dem Kinde, der heiligen Catharina, Caͤcilia, und Engeln vor. Die Figuren faluͤber Lebensgröͤſſe, gut gezeichnet, und vortreflich kolorirt. Die Anordnung iſt rei 0wohl uͤberdacht, und in dem Ganzen bemerkt man ſo viel Schoͤnheiten, da dieStucke allein hinreichend ſind, ſeinen Nahmen bis auf die ſpaͤteſte Nachwelt zu erhalten.

In der Kathedral Kirche zu Gent bemerkt man eine herrliche Abnehmung 1Kreuze, und in andern Kirchen dieſer Stadt noch verſchiedne gute Gemaͤlde vol, 1ner Hand. Ueberhaupt ſind in den meiſten anſehnlichen Kirchen von Flandern Wenmale ſeiner Geſchicklichkeit anzutreffen. Eines der ſchönſten Stuͤke, die aus ſeine

Pinſel gekommen, iſt unſtreitig die Auferweckung des Lazarus, die man in der Chur-pfaͤkziſchen Sammlung antrift. g des Lazarus, die m

Janſens liebte dunkle und von Fackeln erleuchtete Gegenſtaͤnde, die ihm Gegenheit gaben, ſtarke Lichter anzubringen, und ſeine Kunſt in der Haltung zu zalMan ruͤhmt eine Abnehmung vom Kreutze zu Kempten, die viele fur Rubens

beit hielten. Das Jahr, wann dieſer Kuͤnſtler geſtorben, iſt ungewiß.

141. Gerhard Segers. f

Gerhard Segers war um das Jahr 1589. zu Antwerpen gebohren, und des 85

ter Nummer 187. vorkommenden Daniel Segers alterer Bruder. In der Schule

Henrich von Balen lernte er die Anfangsgruͤnde der Kunſt, und gieng fruͤhzeilig len,

n 50 5 lauter Meiſterſtuͤcken umgeben, er kopirte na 5 nd-

und mi, eines jeden Manier etwas, ohne ſich an eine beſondere zu binden.„ ge-

lich waͤhlte er die dunkle und harte Manier des Manfredi,—5 ahmte derſelben ſonau nach, daß die Augen der Kenner dadurch betrogen wurden.

.. 5 7Der Kuͤnſtler eilte darauf in ſein Vaterland zuruͤcke und hofte, eben ſo viel Behfall als in Rom zu erhalten Alken hier herrſchte ein anderer Geſchmack: das ete friſche und gefällige Kolorit des Rubens ward vorgezogen. Segers verfertigle