300 Kap. 17. Von Daniel und Peter Soriau,
Descamps und Dargensville) von ſeinem Schwager, Wilhelm Jacob von Delft/ inKupfer herausgegeben.
Mirevelt beſaß einen rechtſchaffenen Charakter, war gegen jedermann gefaͤllig-und durchgehends wohl gelitten. Daher wurde ſein Pinſel ſo ſehr geſucht, daß er 3genothigt ſahe, die Preiſe doppelt und dreyfach zu ſetzen, um nicht zu ſehr mit Beſtel-lungen uͤberhaͤuft zu werden. Er hinterließ einen Sohn Peter Mirevelt, der ein gu-ter Bildnißmaler wurde, und des Vaters Manier nachahmte. Seine uͤbrigen 2 gler hieſſen Paul Moreelſen, der beſte unter allen, Peter Gerhard Montfort, PeteDieterich Cluyt, Claudius Cornelis u. f. w.
143. Wenceslaus Koeberger. 1Das Geburtsjahr von Wenceslaus Koeberger iſt ungewiß. Er war aus iſel, oder nach dem Descamps aus Antwerpen; und lernte die Malerey bey Marti
de Vos. Weil er ſich aber in deſſen Tochter verliebte, und ſolche nicht erhalten 1te, ſo reißte er um die Liebesgedanken zu vertreiben nach Rom, und von da nachNeapel, zu einem dort lebenden niederländiſchen Meiſter, Frank, welcher auch ennſchoͤne Tochter hatte, die Koebergers Herz abermals in Flammen ſetzte. Dieſes ma
war er gluͤcklicher, ſein Antrag ward angenommen, und die Heyrath vollzogen. 75Fr
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terdeſſen hatte ſich des jungen Kuͤnſtlers Manier gebildet, und die von ihm nachgeſandten Stücke brachten ihm eine Beſtellung nach der andern zuwege. Diewar ſchuld/ daß ſich ſeine Ruͤckreiſe verzögerte.
Endlich kam er zu Antwerpen an, ließ ſich aber zu Bruͤſſel nieder, weil derErzherzog Albert ihn mit einem anſehnlichen Gehalt zum Hofmaler ernannte. Die;ſer ſchaͤtzte ihn nicht nur als Maler, ſondern auch als Dichter, und Alterthumskenner,Wegen der letztern Eigenſchaft ſtund er mit dem gelehrten Peireſcius in genauer Verbindung. Koeberger war zugleich ein groſſer Baumeiſter, weswegen der Erzherzogihm die Aufſicht uͤber den Bau des unweit Bruͤſſel gelegenen Luſtſchloſſes Terveureauftrug. Man ſieht in der Frauenkirche zu Antwerpen ein vortrefliches Gemälde 1Heil. Sebaſtian, welches Koeberger gemalt, und darinn ſeine Staͤrke in der 1nung, dem Kolorit, und der ganzen Anordnung gezeigt hat. Nachdem es einige Dag faufgehangen war, und taglich von allen Kennern beſucht wurde, fand man einmal 5vermuthet die beyden ſchoͤnſten Weiberkoͤpfe herausgeſchnitten, und konnte alleNachforſchens ungeachtet, die Thäter nicht ausfuͤndig machen. Inzwiſchen maleKoeberger ein paar andere Kopfe mit ſolcher Kunſt hinein, daß man nichts daran be-merkte. Das Gemaͤlde hat ſich bis auf den heutigen Tag ſehr gut erhalten.
Von dem Jahr ſeines Todes und ob er Schuͤler gebildet, iſt nichts bekannt.
3 1 Johann von Ravpeſtein.*ie vorige Ausgabe nennt den Johann von Raveſtein unrichtig Caſpar-erzehlt nach dem van Mander weiter nichts, als daß er„ weswegwir aus dem van Gool und Descamps einige Nachrichten von dieſem Kuͤnſtler beybril 6gen wollen. Raveſtein war ums Jahr 1580. im Haag geboren, und wurde o hne 5man ſeinen Lehrmeiſter angeben kann, ein ſo groſſer Portraͤtmaler, daß van fBedenken tragt zu behaupten, er werde nur von ſehr wenigen, als von van Dya-Govert Flink, van der Helſt u. ſ. w. uͤbertroffen. Von ſeiner herrlichen Manier gebendrey groſſen hiſtoriſchen Gemaͤlde im Schießhauſe im Haag, welche in laute inniſſen damals lebender Perſonen beſtehen, den beſten Beweis. Man bemer tba geneine gute Erfindungskraft, natürliche Stellungen, und viel Abwechslung. Inſonde heo-