—
Kap. 18 von Gerhard Zonthorſt, 303
Aart(Arthus) Janſen Druyvenſtein, war, nach van Mander, aus Harlem,
er N alte ſchoͤne Landſchaften, die er mit artigen kleinen Figuren ausſtaffirte. Weil
17 Vermoͤgen beſaß, und uͤberdieſes zuletzt zum Bürgermeiſter in ſeiner Vaterſtadt
ewablt ward, ſo arbeitete er wenig, und meiſtens nur zum Vergnuͤgen, daher wa-n ſeine Bilder ſehr ſelten.
Das 18. Kapitel.Von Gerhard Honthorſt, und ſechzehn andern Kuͤnſtlern.
147. Gerhard Honthorſt.
Gehard Honthorſt wurde zu Utrecht im Jahr 1592. gebohren, legte in der Schuleſe braham Bloemarts einen gluͤcklichen Grund zur Kunſt, und gieng darauf, umnoch weiter zu treiben, nach Rom. Hier bildete er durch fleißiges Studiren nach901 en Meiſtern, ſeine Manier vortreflich aus, und ſetzte ſich in ſolches Anſehen, daß;im, ohngeachtet der vielen gebohrnen italieniſchen Kuͤnſtler, dennoch viele Arbeit auf-dotragen ward. Honthorſt erhielt in ſeinen groſſen Nachtſtͤcken eben den Beyfall,en man dem Elzheimer in den kleinen gab. Beweiſe ſeiner Kunſt ſind die dar-
1 ung Chriſti vor Pilato im juſtinianiſchen Pallaſte, eine Enthauptung Johannesin der Kirche Madonna della Scala, und ſo weiter. Man erkennt darinn ſeine Kunſt
W er Haltung, in Anbringung der gluͤcklichſten Wirkungen von den Fackeln undachskerzen. d
und m
ein J., Nach der Zuruͤckkunft aus Italien ſetzte er ſich zu Utrecht, und kam bald als
0 groſſer Kuͤnſtler im Ruf. Er lieferte viele groſſe geiſtliche Kirchenſtuͤcke und an-
in dhiſtoriſche Gegenſtände, worinn er deine poetiſche Erfindung, und Geſchicklichkeit
ti er Allegorie zeigte. Er hatte eine ſchoͤne und kraͤftige Manier, und zeichnete rich-
ale Aus dieſen Urſachen ward ſeine Schule ſtark beſucht. Man zaͤhlte zuweilen mehr
un Anzig Lehrlinge bey ihm. Unter ſeine bekannteſten und beſten Schuͤler gehoͤrtſer Sandrart, welcher in Geſellſchaft von 24. jungen Malern, deren jeder hundertülden jahrlich fuͤr die Unterweiſung entrichtete, bey ihm lernte.
den Koͤnig Karl J. berief ihn nach England. Er malte fuͤr denſelben unter andernda Apoll und die Diana in den Wolken, und nahm zu den Koͤpfen dieſer Gottheitenorträt des Koͤnigs und der Koͤnigin, fuͤr den ſechsmonatlichen Aufenthalt erhieltfür 8855 Gulden, und ein ſilbernes Tafelſervice auf zwoͤlf Perſonen. Seine Arbeit2 en Koͤnig war aber damit nicht geendiget/ ſondern er muſte, nachdem er wieder inm recht angelangt war, noch verſchiedne Stuͤcke verfertigen. Der Koͤnig von Daͤnne-zark beſtellte bey ihm eine Folge von hiſtoriſchen Gemaͤlden, welche die vornehm-haten der daͤniſchen Koͤnige zum Gegenſtande hatten.
„ Honthorſt war ein Mann von ſehr rechtſchaffenem Charakter, gefaͤllig, und ge-95 jedermann dienſtfertig, wodurch er ſich ſehr beliebt machte. Durch ſeinen beſtaͤn-dieſes Fleiß und hurtige Manier verdiente er viel Geld, und ward zuletzt, da er uͤber-0 ſer auch ein guter Wirth war, ein reicher Mann. Der Prinz von Oranien er-Uemte Honthorſt zu ſeinem Hofmaler, welches ihn bewog, ſeine Wohnung vonte recht nach den Haag zu verlegen. In dem unweit der Stadt gelegenen ſogenann-dez Hause in dem Buſch, ſieht man viele Werke von ſeiner Hand. In dem Schloſſelaue Prinzen zu Ryswick malte er eine gewoͤlbte Decke, mit einer unten ringsherum
fenden Gallerie, welche er in kurzer Zeit endigte, und dafuͤr 8000. Gulden em-eng. In den letzten Jahren ſeines Lebens legte er ſich ſtark aufs 0
PlatteG. G.