PlatteG. G.
304 Kap. 18. Von Gerhard Sonthorſt,den fri-
Er hat deren eine groſſe Menge verfertigt; worinn man die gute Zeichnung, a6 5 Pinſel, und die gluͤckliche Aehnlichkeit mit den Perſonen ſelbſt 25wunderte.
Dieſer Kuͤnſtler ſtarb nach dem Sandrart im Jahr 1660, nach dem DescampsT. I. p. 404. arbeitete er noch 1662. Er ſoll ein paar Soͤhne hinterlaſſen haben, 5in des Vaters Fußſtapfen traten. Sein Bruder Wilhelm kommt unten vor. fhard Honthorſts Bildniß findet man auf der Platte G. G.
148. Anton van Dyck.
Antwerpen kann ſich ruͤhmen in der Perſon des Anton van Dyck im Jahr 1599,einen der allergroͤßten Kuͤnſtler in Bildniſſen hervorgebracht zu haben. Sein Valekmalte auf Glas, trauete ſich aber ſelbſt nicht ſo viel Geſchicklichkeit zu, dem Sohneder ein gluͤckliches Talent zur Malerey blicken ließ, hinlaͤnglichen Unterricht zu gebenund ſchickte ſolchen deswegen zu Heinrich von Balen. Ob dieſer gleich ein ſehr guterKuͤnſtler war, und ſich lange in Italien aufgehalten hatte, ſo bezeugte der junge 9aDyck doch mehrere Luſt ein Lehrling des Rubens, von deſſen ſchoͤner Manier er 0viel Beweiſe vor ſich ſahe, zu werden. Einige Bekannte brachten ihn zum Rubensund es währte nicht lange, ſo erklaͤrte der Meiſter ihn fuͤr ſeinen beſten Schuler/ 1ſahe bey einer gewiſſen Gelegenheit van Dycks Arbeit fuͤr ſeine eigne an.
Rubens gab ihm den Rath, ſich durch eine Reiſe nach Italien in der Geſchichl'malerey feſt zu ſetzen, und nicht, wie einige wollen, daß er ein Porträtmaler werdenſollte. Ein ſolcher Neid, oder die Furcht einen gefaͤhrlichen Nebenbuhler zu bekommen, ſtimmt mit Rubens Charakter gar nicht uͤberein. Er blieb vielmehr Lebenslang
van Dycks Freund, und bot ihm, wie Houbraken verſichert, nach der Zuruͤaus Italien, ſeine Tochter zur Ehe an.
Beynahe haͤtte die Liebe das Vorhaben der italieniſchen Reiſe vereitelt. Dennals er ein Altarbild zu Savetthen unweit Bruͤſſel zu malen erhielt, nahmen ibn 5Reizungen eines Bauermaͤdgens dergeſtalt ein, daß er ſie nicht nur in dem Altarge-malde abſchilderte, ſondern ſich auch heftig in ſie verliebte. Allein Rubens machtevan Dycks Ehrbegierde rege, und ſtellte ihm vor, die Reiſe nach Italien wurde ihnin den Stand ſetzen, nachgehends ſich einen deſto groͤſtern Ruhm zu erwerben. uDyck ſahe die Wahrheit dieſer Erinnerung ein, verließ deswegen ſeine Geliebte aueinmal, und gieng zuerſt nach Venedig. Paul Veroneſe, und Tizian, waren hierſeine vornehmſten Muſter, nach denen er fleißig ſtudirte, und verſchiedne von ihrenGemaͤlden kopirte. Inſonderheit wandte er einen beſondern Fleiß auf die Koͤpfe uHaͤnde. Von da reißte er nach Genua, und zeigte ſich dort zuerſt als den groſſel,durch das Kolorit der venezianiſchen Schule gebildeten Portraͤtmaler. Iſt es zu 15wundern, daß er mit Arbeiten uͤberhaͤuft wurde, und ſich Schaͤtze ſamml 2 emußte ſich ſo zu ſagen hier mit Gewalt loßreiſſen, um Rom zu beſuchen. Seine erſtArbeit war das Bildniß des Kardinals Bentivoglio, und einige andre Gemaͤlde 5eben denſelben. Seine eigne Landsleute waren Schuld, daß er ſich nicht lange in 1 eſer Stadt aufhielte, denn ſie redeten ihm theils aus Neid, theils weil er nicht in 105ausſchweifende Geſellſchaft, die bereits mehrmals erwehnte Schilderbent, treten tos 1te, ſo viel böͤſes nach, und ſuchten ſeine Arbeit in ſchlechten Eredit zu bringen/ 5aus Verdruß wieder nach Genua eilte, wo man ihn mit Freuden empfieng. Boieeiniger Zeit that er eine Reiſe nach Sieilien, verließ es aber der Peſt halben bald wider, und kehrte darauf uͤber Genua nach Antwerpen zuruͤck.
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