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und ſechzehn andern Kuͤnſtlern. 311

ſeiner angebohrnen Fahigkeit gewiß vermieden haben wuͤrde. In den Hintergruͤndeni der Architektur, an den Ruinen und Proſpekten, findet man allemal daß er inItalien geweſen. Der Kaiſer Ferdinand III. genoß das Vergnuͤgen nicht lange, dieſenKeſchickten Kuͤnſtler fuͤr ſich arbeiten zu laſſen. Denn der Tod rafte ihn 1640. im 30.Jahre, da er die beſte Hofnung von ſich gab, weg. Bey der Arbeit redete er beſtaͤn-ig vor ſich, bald franzöſiſch, bald italieniſch, oder deutſch, und zwar in der Spra-e des Landes, aus welchem die Scene ſeines Gemaͤldes, oder die Figuren genommenderten. Ein Beweis ſeines Fleiſſes bey ſo wenigen Lebensjahren, ſind die Mengeer von ihm ſelbſt radirten und nach ihm verfertigten Blatter. Sein Werk betragtuf 500. Stucke. Melchior Kuͤſel hat ſehr viel artige Blaͤtter, theils nach ihm ge-ſtochen, theils nach ſeinen radirten Sachen kopirt. Die vornehmſten Werke ſind:80. Blaͤtter Verwandlungen; 60. Blaͤtter vom Leben Chriſti und der Maria; 42.Blätter zur Geſchichte des paſtor fido: vieler andern Proſpekte von Rom, Neapel,und von ſelbſt erfundnen Landſchaften, nicht zu gedenken.

157. Nicolaus Knupfer. 3 5Ne. Nicolaus Knupfer zu Leipzig 1603. gebohren, zeigte von Kindheit an groſſeNeigung zur eee. beſchmierte, als er Schreiben lernen ſollte, das Pappiereſtändig mit Figuren. Wie der Vater ſahe, daß der Sohn zu den Wiſſenſchaftennicht aufgelegt war, ſchickte er ihn zu einem unbekannten Meiſter Emanuel Ryſen,welcher ihm aber ſo ſchlecht begegnete, daß er ſelbigen verließ, und nachdem er einigeNahre bey ſchlechten Meiſtern herumgeirrt hatte, endlich im Jahr 1630. nach Utrechti Abraham Bloemaert gieng. In deſſen Schule ward er ein ſehr guter Maler, derel Genie in ſeinen angenehmen Erfindungen zeigte, und ſie mit einer lieblichen Ma-zer, und einem warmen Pinſel ausfuͤhrte. Er malte vielerley Gegenſtaͤnde, Hiſtorien,Vldniſe, Geſchichte, Converſationsſtücke, Hirtenſcenen, und dergleichen. Was8 machte, fand bey den Kennern Beyfall, und ward ſtark geſucht. Fuͤr den Koͤnig vonDamemark malte er drey von ſeinen Vorgaͤngern gewonnene Schlachten. Knupfererließ die Niederlande nicht wieder, ſondern ſtarb daſelbſt, man weiß aber nicht inchem Jahre.

158. Johann Bylert.

male. Utrecht war der Geburtsort von Johann Bylert, und ſein Vater ein Glas-. Er kam in Abraham Bloemarts Schule, und that eine Reiſe nach Rom, wo

ſich viele Jahre aufhielte, und Figuren bis auf den halben Leib, Portraͤts, undag dniſe verfertigte. Er kehrte darauf wieder nach Utrecht, heyrathete, und wurded ein guter Maler bekannt. Seine Stuͤcke ſind von mittelmaͤßiger Groͤſſe und wer-1 egen des guten Kolorits geſchaͤtzt. Er arbeitete viel fuͤr die auswärtigen Hoͤfe,Mache ihn gut bezahlten, und dadurch verurſachten, daß er nicht fleißig arbeitete.

an trift ſelten in Privatkabinetten etwas von ihm an. Wann er geſtorben iſt un-ewiß, er ſtund aber in der Helfte des ſiebenzehnten Jahrhunderts in Anſehen.

159. Johann von Balen und ſein Vater Heinrich.

„ Johan len wurde 1611. zu Utrecht gebohren. Der Vater, Hein-110 von Balen 1 2„lernte bey Adam van Oort, und erwarb ſichKun den Aufenthalt in Italian eine ſo gute Manier, daß er unter die beſtenunſtler der Niederlande damaliger Zeit gezehlt wird. Er zeichnete richtig, ſeineſch ammenſetzungen ſind gefaͤllig und gut ausgefuhrt. Man ſieht viele groſſe hiſtori-eserücke in den niederländischen Kirchen von ihm darinn Johann Breugel zumhel die Hnntergründe gemalt hat. Aus ſeiner Schule ſind grofse Meiſer A e