Kap. 19. Henrich Goudt,
3) Eine Flucht Chriſti nach Egypten, bey der Nacht. ch4) Die Enthauptung Johannes im Gefaͤngniß, bey der Nacht. Ein kleines Stück5) Ceres, wie ſie bey der Nacht trinkt.
6) Eine kleine Landſchaft mit anbrechendem Tage.
7) Jupiter und Merkur in Philemons und Baucis Behauſung, bey der Lampe ·
Weil dieſer Kuͤnſtler zugleich Comes Palatinus war, ſo wird er oft GrafGoudt genannt, und von Unwiſſenden gar zu einem wuͤrklichen Grafen gemacht. 2hatte das Unglück zuletzt ſeinen Verſtand zu verlieren; die Urſache ſchreiben einigeinem Liebestruncke zu. Sandrart beſuchte ihn in den Jahren 1625, und 2 15ſes Zuſtandes ohngeachtet ſehr fleißig, und fand ihn, wenn er Elzheimers Stüͤezeigen, oder von der Kunſt mit jemand reden konnte, ganz vernuͤnftig.
165. Deodatus Delmont.
a Deodatus Delmont war 1581. aus einem adelichen Geſchlechte zu St. 7im Flandern gebohren, und genoß eine ſtandesmaͤſſige Erziehung. Er legte ſich nicnur auf die ſchoͤnen Wiſſenſchaften, Feldmeßkunſt, und Sternkunde, ſondern wal,auch ein guter Baumeiſter, der anſehnliche Gebaͤude auffuͤhrte. Seine Leeblingeleſchaͤttigung war die Malerey. Er gieng zu Rubens in die Schule, ward ſein vztrauter Freund, und begleitete ihn allenthalben auf der Reiſe in Italien. Ru 55lobte ihn bey allen Gelegenheiten. Dieſer Beyfall war nicht unverdient, denn in 2monts Bildern herſcht eine edle Zuſammenſetzung, eine gute Zeichnung, und ein mit 105ner ſchoͤnen Behandlung verbundnes Kolorit. Er ſtund einige Zeit bey dem Herzogvon Neuburg, und als Ingenieur in ſpaniſchen Dienſten. Man ſieht vortreAltarblaͤtter von ſeiner Hand in den flandriſchen Kirchen, und drey in Antwerpen,darunter eine Verklaͤrung Chriſti in der Frauenkirche das merkwuͤrdigſte iſt. Dieſe
Kuͤnſtler ſtarb 1634. zu Antwerpen.
166. David Teniers, der Vater.
David Teniers der Vater, oder der aͤltere, erblickte die Welt 1592. zu Atenpen, und wuͤrde weit bekannter ſeyn, wenn er nicht einen Sohn gehabt, der ihn.ſeiner Art von Gemaͤlden uͤbertroffen haͤtte, Inzwiſchen werden viele von des 0 3Stuͤcken, fuͤr des Sohns Arbeit verkauft. Der alte Teniers gieng in des beruͤhmteRubens Schule, und trat, nachdem er ſich eine hinlaͤngliche Fertigkeit erworben, 8Reiſe nach Rom an. Hier ſtudirte er zehn Jahre lang nach verſchiednen Meiſter!/und beſonders nach Elzheimern, mit dem er einen vertrauten Umgang pflog.
Teniers verfertigte nach der Zuruͤckkunft wenige groſſe Bilder, ſondern crank,ſich meiſtens auf Staffeleygemaͤlde ein. Seine Gegenſtaͤnde ſind angenehm un 155terhaltend; ſie ſtellen flandriſche Feſte, Taͤnze, Hochzeiten, Caffee⸗ und Tobaſtuben, Chymiſten, und dergleichen vor, die mit Feuer und Geiſte ausgefuhrt/ 1wohl kolorirt ſind. Man bemerkt eine gluͤckliche Nachahmung der Natur darin.
. Seine zween Soͤhne muſten ihn allenthalben begleiten, und in ſeiner Geſellchef f
fleißig nach dem Leben zeichnen. Sie arbeiteten beyde in des Vaters Geſe 1Abraham war weniger geſchickt, David hingegen malte mit einem feinern Pinſel, 1geiſtreichere Figuren, als der Vater. Der Sohn ſetzte bey Lebzeiten des 7a. rallemal junior, der juͤngere, auf ſeine eigne Arbeit, oder auch nachgehends die Ja 5zahl: das ſind gewiſſe Kennzeichen, ſonſt kann man ſich in den Manieren, di 1
e 9viel uͤbereinſtimmendes haben, leicht irren. Der alte David Teniers beſchloßLeben 1649. im 67. Jahre. 67 Jo-
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