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und neun und zwanzig andre Kuͤnſtler. 317
gruͤnen und blauen Tone zu verlaſſen, und ſtatt deſſen ein helleres mit der Natur mehrübereinſtimmendes Kolorit anzunehmen. Seine mit ſchoͤnen Figuren ausſtaffirtenandſchaften, die kleinen Geſchichtgemaͤlde und Schlachten, wurden häufig gekauft,ob er ſich ſolche gleich ſehr theuer bezahlen ließ. Es herrſchte in allen eine ſchoͤneBehandlung und ein friſches lebhaftes Kolorit. Schuͤler, oder Kinder ſind von
ihm nicht bekannt. Er ſtarb 1660. im 50. Jahre.
177. Adrian Nieulant.
Adrian Nieulant war aus Antwerpen gebuͤrtig, und ſetzte ſich nachgehends zuAmſterdam. Seine Lehrmeiſter hieſſen Peter Iſaac, und Franz Badens. Er maltekleine bibliſche Hiſtorien in einer zierlichen Manier, desgleichen auch Landſchaften,und ſtarb 1601. Descamps fuͤhrt eben dieſe Umſtaͤnde T. 1. p. 259. von einem Jo-hann Nieulant an, welches vermuthlich einerley Perſon mit Adrian iſt. Man mußahn nicht mit Wilhelm Nieulant, der um dieſe Zeit lebte, des Rolant Savery und
aul Bril Schuͤler war, ſchoͤne Ruinen malte und radirte, verwechſeln.
178. Bonaventura Peters.
, Bonaventura Peters erblickte die Welt 1614. zu Antwerpen. Es laͤßt ſichnicht beſtimmen in weſſen Schule dieſer Kuͤnſtler gelernet hat. Er verdient aber allemaleinen Platz in der Malergeſchichte, es ſey nun, daß er die erworbne Geſchicklichkeitzem Unterrichte eines andern, oder ſeinem eignen Genie zu danken habe. Man hieltbn durchgaͤngig für den beſten Marinenmaler ſeiner Zeit. Er waͤhlte aber keine an-denehme Proſpekte der See, ſondern ſtellte faſt nichts als fuͤrchterliche Scenen vor.
ald ſieht man Wellen, die ſich bis an den Himmel thuͤrmen, und Fahrzeuge die
9 Donner und Blitz ſcheitern, bald in die Luft fliegende Schiffe, oder die an ſteileFelſen ſchlagende und ſchaͤumende See. Seine Figuren ſind mit Geiſt und FeuerMa t. In der ganzen Ausfuhrung herſcht eine genaue Beobachtung der Natur.zan ſieht daß er ſie fleißig ſtudirt hat, ob man gleich nicht von ihm erzehlt, daß erde wie Backhuyſen im groͤſten Sturm auf die See gewagt, um auf alle Wirkungen5 atur genau acht zu geben, und lolche nachgehends abzuzeichen. Es iſt zu bedau-en a— geſchickte und fleißige Kuͤnſtler ſchon 1652. im 38. Jahre die Welt ver-
Ußte.
179. Franz Wouters.
S Franz Wouters erblickte die Welt 1614. zu Lierre, und gieng in die beruͤhmte0 chule des Rubens, worinn er vermoͤge ſeines naturlichen Talents, ein guter Land-hafter ward. Seine Stuͤcke waren vortreflich kolorirt, und mit wohlgewäͤhlten La-0 dezierts inſonderheit ſchaͤtzte man ſeine Baume und Walder, durch die man inſten weite dem Auge angenehme Ferne ſehen konnte. Die Landſchaften waren mei-ſtantbeils mit kleinen richtig gezeichneten Figuren und Scenen aus der Fabellehre aus-5 irt. Hingegen waren ſie mittelmäßig und plump gezeichnet, ſo bald er ſeine ge-ohnliche Groͤſſe in dieſem Stuͤcke uͤberſtieg.
bel Wouters machte ſich durch ſeine Werke vorzuͤglich bey Kaiſer Ferdinand II.bracht und erhielt den Titel eines kaiſerlchen Hofmalers. Der kaiſerliche GeſandteW e ihn 1637. mit nach London, und wie dieſer ſtarb, nahm ihn der Prinz von8 allis in ſeine Dienſte. Allein die Liebe zum Vaterlande trieb ihn wieder nach Ant-erpen, wo er bis an ſein 1659. erfolgtes Ende blieb. Er wurde durch einenPiſolenſchuß getödtet, von dem man den Urheber nie in Erfahrung bringen koͤnnen.
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