318 Rap. 19. Henrich Goudt,
180. Peter Soutmann.
Peter Soutmann wurde in Rubens Schule ein geſchickter Porträtmaler, derſich an den Hoͤfen zu Warſchau und Berlin viel Ehre erworben hat. Man ruͤhmtauch ſeine hiſtoriſchen Stuͤcke. Er ſtach ſelbſt verſchiednes von ſeiner Arbeit. EineFolge von Bildniſſen der Kaiſer haben van Sompel und Suyderhof nach ihm mit vie-ler Kunſt geſtochen. Von den uͤbrigen Lebensumſtaͤnden dieſes Kuͤnſtlers, und wanner geſtorben, iſt nichts bekannt.
181. David Beck.
David Beck, welcher zu Delft 1621. die Welt erblickte, lernte die Malerehbey Anton van Dyck, und ward unter deſſen Anfuͤhrung ein vortreflicher Porträl-maler. Viele von ſeinen Bildniſſen kommen der Manier des Lehrmeiſters ziemlinahe. Der König in England Carl J. ſchaͤtzte ihn hoch. Vom engliſchen Hofe kamer an den Schwediſchen. Die Königin Chriſtina ließ ihn an verſchiedne Hofe reiſen.um die regierenden Haͤupter, und die merkwuͤrdigſten Perſonen abzumalen, bey wel;cher Gelegenheit er allenthalben viel Ehre einlegte, reichlich beſchenkt wurde, unein anſehnliches Vermoͤgen ſammlete. Auf der Reiſe uͤberſiel ihn eine gefaͤhrlieKrankheit, und die Bedienten legten ihn, in der Meynung er ſey tod, aufs Stroh.Als er eine Zeitlang gelegen, und dieſe anfiengen ihre Betruͤbniß mit einer FlaſchWein zu vertreiben, ſagte der eine aus Spaß: er wolle ſeinem todten Herrn, aden Wein jederzeit geliebt, noch ein Glas geben, und goß ihm einige Tropfen inHals. Der kraftige Geruch erweckte die Lebensgeiſter, Beck kam wieder zu ſich,und ward geſund. Nach der Zuruͤckkunft in Schweden ſehnte ſich Beck nach detVaterlande, und konnte lange keinen Urlaub erhalten. Endlich reißte er weg, 1kam der wiederholten Anforderungen ungeachtet nicht wieder. Er wählte ſich denHaag zur Wohnung, lebte aber nicht lange, ſondern ſtarb 1656. plotzlich, und wwemige wollen, an empfangenem Gifte.
182. Jacob Fouquieres.
Jacob Fouquieres wurde im Jahr 1580. zu Antwerpen gebohren, lernte 1Momper, Johann Breugel, und Rubens. Letzterer ließ zu vielen GemäldenLandſchaft durch ihn malen, und ſchaͤtzte ihn ungemein hoch. Er war auch ig,That ein groſſer Meiſter in ſeiner Art, arbeitete mit einem guten Kolorit, malte ſchb,ne Baͤume, beobachtete eine gute Haltung, der Ton des ganzen fiel nur zu ſehr igruͤne. Nach einem langen Auffenthalte in Italien gieng er nach Paris, wo nLudwig XIII. ihn lieb gewann, reichlich beschenkte, und endlich ſo gar in den fſtand erhob. Dies war aber ſein Verderb, denn er ward dadurch unertraͤglichund machte ſich zum Theil laͤcherlich, indem er nie ohne Degen an der Seite arbeiIn dem Vorurtheile, die Malerey verunehre ſeinen Stand, legte er ſich auf die faSeite. Er gerieth dadurch in die elendeſten Umſtände, und hatte oft nicht ſo 17daß er ſich ſatt eſſen konnte. Und ſo ſtarb er endlich 1659. im 79. Jahre in deHauſe eines Kuͤnſtlers, der ihn aus Mitleiden zu ſich genommen hatte.
183. Wilhelm Honthorſt. 8
Wilhelm Honthorſt, war ein Bruder des beruͤhmten Gerhard Honthorſt⸗ 1
dem wir oben Nummer 147. gehandelt haben. Sie lernten miteinander bey 1
ham Bloemart; Gerhard hatte ein viel beſſeres Genie zu groſſen hiſtoriſchen Zuſg.
menſetzungen. Wilhelm half ihm Anfangs dabey, verſüchte auch ſelbſt einige len.ſchichte auszuarbeiten, legte ſich aber nachgehends beſonders aufs Bildnis
Sein Ruf verbreitete ſich bis nach Berlin, weswegen er dahin verlangt wule
7