und neun und zwanzig andre Kuͤnſtler. 319
Er lebte noch um 1682. daſelbſt, und hat nicht nur den ganzen Hof, ſondern auchele der Vornehmſten abgeſchildert. Wann er geſtorben iſt unbekannt.
184. Peter von Laar.
Wir kommen auf einen Kuͤnſtler, der unter den Niederlaͤndern ſehr viel Auf—ehens gemachthat. Es iſt der nach ſeinem unweit Naarden gelegenen Geburtsorte Laar,
o genannte Peter von Laar, oder Bambotz, welchen Eckelnahmen er in Italiengegen ſeiner krummen Figur bekam. Er war 1613. gebohren, und zeigte vondügend auf ein groſſes Genie zur Malerey. Ohne ſich an einen Meiſter zu binden,ongte er demſelben gar zu ſehr, und vernachlaͤßigte die Natur. Wo er hin gieng, da
kte er allezeit die Kreide in der Hand, und uͤbte ſich unaufhoͤrlich. Er malte Jag-
a, kleine Seeproſpekte, allerley Auftritte auf dem Lande, Luſtbarkeiten, Zigeuner-geſellſchaften, Plünderungen, und dieſe Stücke wurden Bambochaden genannt, mit5 elcher Benennung man noch heutiges Tages dergleichen Gemälde, zumal in Frank-eich zu belegen pflegt.
ü Von Laar reißte fruͤhzeitig nach Rom, und lebte daſelbſt mit Sandrart, Pouſ-mn, und Claude Lorrain in genauer Bekanntſchaft. Sie giengen fleißig miteinanderLand, theils um zu zeichnen, theils ſich luſtig zu machen, und bey dieſer Gele-Lulbeit munterte von Laar die Geſellſchaft gemeiniglich durch ſeine Einfaͤlle auf. Vondar brachte ſich in kurzer Zeit durch ſeine angenehmen und fleißig ausgefuͤhrten Ge-enſtaͤnde in Ruf. Er beſaß ein vortrefliches Kolorit, arbeitete mit einem friſchen undhaften Pinſel, ordnete ſeine Gegenſtaͤnde regelmaͤſſig an, und fuͤhrte ſie mit vielemeuer aus. Nachdem er ſechzehn Jahre in Italien zugebracht hatte, ließ er ſich endlich,Saohl ungern, auf dringendes Bitten ſeiner Eltern und Freunde, darunter auchandrart war, bewegen, Italien zu verlaſſen. Im Jahr 1639. langte er zu Harlem1 Seine Arbeiten wurden ſo begierig geſucht, daß er Anfangs nicht ſo viel liefernbunte, als man verlangte. Man kaufte ſo gar die in Italien verfertigten Stuckef, und ſchafte ſie nach Holland.
ſunn Allein die Freude waͤhrte nicht lange. Von Laar verurſachte durch ſein eigen-be niges Bezeigen, indem er gar nicht mit ſich handeln laſſen wollte, daß die Liebha-15 verdrießlich wurden, und ihn mit ſeiner koſtbaren Arbeit ſitzen lieſſen, woruͤberzuletzt in duͤrftige Umſtaͤnde gerieth. Inſonderheit verſetzte Wouwermann ſeinemdalle einen empfindlichen Stoß, indem er fuͤr den Gemaͤldehaͤndler de Witte ein Stuͤck,dals von Laar nicht um 200. Gulden weggeben wollte, eben ſo ſchoͤn malte. Soald dieſer Vorfall ruchtbar wurde, welchen de Witte nicht ermangelte auszuſpren-8 ſo wuchs Wouwermanns Anſehen auf der einen Seite eben ſo ſehr, als das vomK dam ſiel. Unſer Künſtler bezeigte ſich hierüber untröſtbar, und wurde zuletzt ganzſih ergeſchlagen und ſchwermuͤthig, in welchem Zuſtande er auch 1675. im 62. Jahreer 55 Houbraken verſichert zwar, er habe ſich in einen Brunnen geſtuͤrzt, alleiniſt hat die Nachrichten, wie Descamps anzeigt, aus keiner ſichern Quelle. Von Laarvielmehr eines natürlichen Todes geſtorben.
Von Laar hatte noch zween Bruͤder, welche beyde in Italien ums Leben ka-
0 Der ge„ einen Berg reiten, der Mauleſel ſtolperte, und ſtuͤrzte5 ihm den Berg hinab, in den unten vorbeyflieſſenden Strom. Der andere, Ro-der unſerm Peter in der Manier ſehr gleich kam, ſtarb in den beſten Jahren,. groſſe Hofnung von ſich gab, zu Venedig. Auſſer Andreas Both kennt mandine Schuler von Peter von Laar. Er hat einige ſehr geiſtreiche kleine Blaͤtter ra-dt, die wan ſehr ſelten zu Geſichte bekommt. Die meisten ſind P. v. E. 1 75
PlatteI. J.