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und neun und zwanzig andre Vuͤnſtler. 323

ſiſtoriſche Bilder von ſeiner Hand, darinn die Zuſammenſetzung gelobt wird, und dieopfe nach dem Leben gemalt ſind. Der Dichter Vondel und Angel im Lobe der Ma-

key gedenken ſeiner auf eine ungemein vortheilhafte Art. Das Jahr ſeines Todes

iſt nicht bekannt. Man erzehlt von Livens eine Geſchichte, die viel aͤhnliches mit deron dem griechiſchen Maler Protogenes hat.

N Als im Jahr 1618. ein buͤrgerlicher Tumult entſtund, und jedermann zu den

affen grif, oder ſonſt ſeine Sicherheit ſuchte, blieb Livens, ob er gleich erſt eine von eilf Jahren war, ruhig im Zimmer ſitzen, ließ ſich im Zeichnen nicht ſtoͤ-en, und erfuhr erſt nachher, daß er ſich in groſſer Gefahr befunden.

192. Johann del Campo.

8 Johann del Campo ſtammte urſpruͤnglich aus Cambray, lernte bey AbrahamNeanſens in Antwerpen, und gieng darauf nach Rom, wo er ſich hauptſächlich befliß5 ichael Angelo Merigi von Caravagio Manier nachzuahmen, und darinne ſeinen1 55 erreichte. Er malte inſonderheit viele Bilder bis auf den halben Leib. Weilund ampo aber eine gute Kenntniß der Rechte beſaß, ſo fuͤhrte er die Streitigkeitend Gerichts haͤndel fuͤr ſeine Landsleute in Rom aus, und ließ den Pinſel liegen, ſonſt85 e er es ſehr weit in der Kunſt gebracht haben. Er lebte luſtig, und ſahe ſich ge-Debiget, wie er ſein ganzes Vermoͤgen verzehrt hatte, in ſpaniſche Dienſte zu treten.

Marquis Caſtel Rodrigo nahm den Kuͤnſtler nach Madrit, wo er verſchiedenegute Sachen gemalt hat, und darauf verſtorben iſt.

193. Matthaͤus Mayvogel. äm Matthaͤus Mayvogel war aus Seeland gebuͤrtig, und erhielte dieſen Beynah-an von der Schilderbent in Rom, weil er 1628. den erſten May daſelbſt ankam.war ein Juͤngling von groſſer Hofnung, fiel aber in ein liederliches Leben, unddurch ſeine Ausſchweifungen zuletzt blind.

Das 20. Kapitel.Von Johann Lys, und neun und dreißig andern Kuͤnſtlern.

194. Johann Lys oder Pan.

Jam Lys, auch Pan genannt, war um das Jahr 1570. zu Oldenburg gebohren,und verließ aus Neigung zur Kunſt ſeinen Geburtsort, um in Amſterdam beyPennich Golzius die Malerey zu erlernen. Der geſchickte Lehrmeiſter, und die ange-ohrne Faͤhigkeit machten ihn bald zu einem guten Maler. Er war aber damit nichteinteden, ſondern wuͤnſchte ſich in Italien vollkommen zu machen. Nachdem Lys ſichneige Zeit in Rom aufgehalten, gieng er nach Venedig, wo ihm das Kolorit der ve-maniſchen Schule beſonders gefiel. Er ſtudirte fleißig nach Tizian, Paul Veroneſe,. inſonderheit nach Dominicus Feti. Man trug ihm verſchiedne Kirchengemaͤldefel. die er mit vielen Ruhm ausführte. Eben ſo geſchickt zeigte er ſich auch in Staf-eleygemälden. Er waͤhlte dazu nicht nur geiſtliche Geſchichte, ſondern auch ange-ebme unterhaltende Gegenſtaͤnde, als Bauernluſtbarkeiten, Taͤnze, Schlaͤgereyen,

wenken, und dergleichen. Man hat auch venezianiſche Baͤlle und Maskeraden vonſeiner Hand.

3 g; 04 in derps ſahe wiewohl zu ſpaͤt ein daß er die Antiken verſaͤumt hatte, und daher inFeichnung 75 feſt win Er geſtand dies ſeinen 88 offenherzig und N

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