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324 Kap. 20. Von Johann Lys,

ſie oft, ſie ſollten ſich ja gewoͤhnen darnach zu zeichnen, damit es ihnen nicht gienge,wie ihm; fuͤr ihn waͤre es zu ſpaͤt ſeine Zeichnung zu verbeſſern, deswegen ahme 5den Tizian, und Paul Veroneſe nach. Lys arbeikete mit einem kräftigen Kolo

dem es aber deswegen nicht an Feinigkeit, und zarter Ausfuͤhrung fehlte.

Lys pflegte einer Sache erſt ungemein lange nachzudenken, wenn er ſich nerſt einmal den Entwurf in Gedanken gemacht hatte, ſo grif er die Arbeit mitgroͤſten Eifer an, und arbeitete oft ohne Aufhoͤren verſchiedne Tage. Sandrart, dihn genau zu Venedig kannte, wiederrieth ihm dies Verfahren, weil er der Geſun iheit dadurch gar zu ſehr ſchaden wuͤrde. Dazu kam, daß er den Trunk liebt, und nagher, wann er einige Tage geſeſſen, aufs neue einige Tage ſchwärmte. Er reißte weeder nach Flandern, allein es gefiel ihm daſelbſt nicht. Lys glaubte in Venediim Mittelpunkte der Kunſt zu ſeyn, gieng deswegen aufs neue hin, und ſtarb dnicht lange darauf 1629. an der Peſt. Houbracken ſetzt ihm unter die vorzuͤgMaler der niederlaͤndiſchen Schule.

195. Caſpar de Crayer. 4.

Caſpar de Crayer erblickte die Welt zu Antwerpen 1582. und ward von feineEltern, weil er ein beſonders Talent zur Malerey blicken ließ, in die Schule der Nphael Coxie, eines Lehrlings des beruͤhmten Raphael gethan. Er hob ſich dur nvortrefliches Genie bald uber ſeinen Meiſter. Der Ruf ſeiner Geſchicklichkeit kam 0den Hof zu Bruͤſſel. Er muſte den Kardinal Ferdinand abſchildern. Das Bild 119mit groſſem Beyfall aufgenommen. Man fand eine vollkommne Aehnlichkeit und 0trefliches Kolorit darinne. Mann bot ihm ein Amt an, allein er war kein Freun 1Hoflebens, und ließ ſich durch ſeinen Schuͤler Johann von Clef ein Haus in 5

miethen, um daſelbſt ruhig zu leben. Van Dyck that aus Achtung für Crayer 157beſondere Reiſe dahin, um ihn abzumalen, und das Bildniß ſeiner Sammoa

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ruͤhmter Leute damaliger Zeit einzuverleiben. Als Rubens ihn einmal arbeite o kein

erſtaunte er uͤber des Meiſters Geſchicklichkei ie: wir. en Geſchicklichkeit, und rief aus: Crayer, euch

. Die Kirchen zu Gent und Bruͤſſel ſind mit den ſchoͤnſten Werken von ihm 1gefuͤllt, und in andern niederlaͤndiſchen Staͤdten fehlt es auch nicht daran. Enwar ungemein arbeitſam, und fuhr damit bis ins ſpaͤtſte Alter fort, denn er end atnoch im 83. Jahre, ein Jahr vor ſeinem 1669. erfolgten Tode, ein groſſes Altarbla.Dieſer Kuͤnſtler gehort unſtreitig wegen ſeiner Zeichnung und andern guten Ligen fſchafften unter die erſten Maler der niederlaͤndiſchen Schule. Sind ſeine Zuſammenſetzungen gleich nicht ſo reich und feurig als die von Rubens, ſo ſind ſie doch edel severſtaͤndig angeordnet, mit ſchoͤnen Gruppen und wohlgefalteten Gewaͤndern vel 7hen. Er hat viel Ausdruck, und dieſer iſt der Natur und Wahrheit der Sache 0maß. Sein Kolorit iſt untadelhaft, und kommt in Anſehung des Verſchmelzel 5Farben dem van Dyck nahe. Crayer malte zwar hauptſaͤchlich Geſchichte, man e 4aber doch zuweilen Bildniſſe von ihm, die ſo ſchoͤn ausgefuͤhrt ſind, daß ſchon ein ſtaker Kenner dazu erfordert wird, um ſie von van Dycks Hand zn unterſcheiden.

196. Balthaſar Gerbier. 3

Balthaſar Gerbier war 1592. zu Antwerpen gebohren, und wehlte ſic 1Miniaturmalen, worinn er ein groſſer Meiſter ward. Um ſich vollkommen zu machenthat er eine Reiſe nach Italien, und erreichte dieſen Endzweck ſo gluͤcklich, da 1Ruf ſich nach der Zuruͤckkunft in kurzem bis nach Londen ausbreitete. Man berief fnach England, er ward nicht nur als Maler, ſondern auch unter dem Herd ua