32 Kap. 20. Von Johann Lys,
Gattung der Malerey zu wehlen. Er that darauf eine Reiſe uͤber Teutſchland nachRom, begab ſich aber nach einem ganz kurzen Auffenthalte nach Venedig, wo er 5ſto laͤnger blieb„und fleißig arbeitete. Der Herzog von Braunſchweig wollte ihn aufder Ruͤckreiſe in ſeine Dienſte nehmen, der Kuͤnſtler zog ſeine Vaterſtadt aber vor,wo er nach einer fuͤnfjaͤhrigen Abweſenheit 1613. anlangte. Nachdem er ſich zehnJahre lang mit dem Pinſel beſchäftigt hatte, ließ er ſolchen liegen, zeichnete blos m
der Feder, und machte Bildniſſe, die ſtark geſucht wurden.
201. Hermann Sachtleven.
Hermann Sachtleven, welchen einige auch Zachtleven, oder gar Zaftlevenſchreiben, erblickte die Welt im Jahr 1609. zu Rotterdam. Er gieng in die Schuledes Johann von Goyen, und zwar mit ſo gluͤcklichem Erfolg, daß ſeine Bilder gleiAnfangs, als er noch nicht lange gearbeitet hatte, ſchon geſucht, und in der Folunter die ſchönſten Landschaften der Niederländer gezehlt wurden. Die Schriftſtellerſind ſich nicht einig, ob er Italien beſucht hat; Dargensville behauptet es, hingegenſagt Descamps mit andern, daß er ſein Vaterland nie verlaſſen. Die einzige Neiſedie Sachtleven nach dieſem Schriftſteller unternahm, war ins Lüttichiſche und Clevi-ſche/ um die Abwechslungen der Natur, die er in den platten Gegenden seinen Ge-burtsortes gar zu einfoͤrmig fand, zu ſtudiren. Dadurch bereicherte er ſeine Ideen,und machte eine gluͤckliche Anwendung davon.
Wenige Landſchafter unter den Niederlaͤndern haben die Luftperſpektiv utverſtanden. Das Kolorit iſt meiſterhaft, und der Natur gemaͤß. Die Luft und dieEntfernungen ſind ungemein leicht gehalten, und über das ganze wuſte Sachtlevemit ſeinem warmen Pinſel einen Duft zu verbreiten, der das Auge des Liebhaber
beynahe bezaubert. Die Abſetzung und Lagen wehlte er gluͤcklich und mit Ueberlegung.Sein Baumſchlag iſt meiſterhaft. Seine herrlichen ausgefuͤhrten Zeichnungen eren
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eben den Werth als die Gemaͤlde, man darf ſich alſo nicht wundern, daß beyde
Kennern mit gleichem Eifer aufgeſucht werden. Er hat auch einige ſchoͤne Blͤttemit Landſchaften radirt. Sachtleven ſtarb im Jahr 1685. zulitrecht. 8 BruderCornelius Sachtleven, welcher kleine Landſchaften, Tobacks⸗ und Soldatengeſeleſchaften im Geſchmack von Brouwer und Teniers verfertigte, und zu Rotterdaſtarb, kommt ihm lange nicht gleich.
202. Daniel van Heil. df
Daniel van Heil war zu Bruͤſſel 1604. gebohren, malte Anfangs ſchöne Lalſchaften, legte ſich aber nachgehends auf Feuersbrünſte„welche er der Natur gendund ſo fuͤrchterlich vorzuſtellen wußte, daß einem die Haut ſchauderte. Unter ande 10fuhrt Houbraken einen Brand von Sodom, und einen von Troja von ihm an,
ſagte: es fehle ſeinen Gemaͤlden nichts als das Feuer. Das Sterbejahr iſt unbekannt
55 203. Jacob von Artois. meiacob von Artois erblickte die Welt 1613. zu Bruͤſſel, und war wie dieſten davor halten, ein Schuͤler von Wildens. Er 8 1 unter die guten Meiſter 1wohl in groſſen als kleinen Landſchaften. Bey ſeinen Spatziergaͤngen ſtudirte ernNatur fleißig, und zeichnete die Felder, Huͤgel, Walder, und alles was ihm vorkſeh-genau ab. Das Geruͤchte von ſeiner Kunſt verbreitete ſich bald allenthalben, ie de ſl-haber beſuchten ihn haͤufig, weil ſie zugleich einen luſtigen Geſellſchafter an ihn. 195den. Dazu kam, daß Artois eine gewiſſe Eitelkeit beſaß, mit vornehmen Leu 1zugehen, ſie fleißig bewirthete, und daruͤber nicht ſo viel arbeitete, als er haͤttekönnen. Er arbeitete leicht, und hat Gemälde genug geliefert, die auch tbeuct