und neun und dreißig andern Kuͤnſtlern. 333
allen Jahrszeiten, und brachte ſolche nachgehends, wenn er ſie brauchte, in ſeinen
emaͤlden an. Man weiß nicht, wenn er zu Antwerpen geſtorben, er hinterließ aberzween Soͤhne, welche ſich gleichfals der Malerkunſt widmeten. Der eine, Johannes,gieng nach Spanien, und malte Bildniſſe fuͤr den Hof, Landſchaften, Blumen undkleine Geſchichte. In ſeinen Werken herſchte viel Anmuth; Er ſtarb zu Madridim Jahr 160g.
Der andre Sohn, Ferdinand von Keſſel, erblickte die Welt im Jahr 1560. zuAntwerpen und kam der Manier ſeines Vaters ſehr nahe. Man muß ſich uber dieenge ſeiner Gemaͤlde wundern, wenn man bedenkt, mit welcher muͤhſamen Art erausführte. Der Koͤnig, Johann Sobiesky, beſchaͤftigte den Kuͤnſtler eine geraumeeit, und faſt bis an ſeinen 1696. erfolgten Tod ſehr, ſo daß er faſt fuͤr niemand andersalen konnte. Keſſel machte die vier Elemente, die vier Welttheile, und mehr andreStücke. Der Konig hatte ſich in ſeine Manier ganz verliebt: Wie er geſtorben war,ekam Keſſel freye Haͤnde, auch die Privatkabinette mit ſeinen ſchoͤnen Werken zu be-keichern, und malte darauf viele Blumen, Fruͤchte und Thiere von allerley Art, un-gemein natürlich nach dem Leben. Weil er in Figuren nicht ſehr glücklich war, ſo ließk ſeine Landſchaften durch Bizet, van Opſtal, und andere geſchickte Meiſter aus-affiren. Er ſtarb zu Breda, man weiß aber nicht in welchem Jahre.
227. Henrich Bergmann.
Henrich Bergmann wurde im Jahr 1629. zu Clunder bey Wilhelmsſtadt geboh-ren, und beſuchte nacheinander die Schule dreyer groſſen Meiſter, des Philipp Wov-ermann, des Thomas Willebort, und Jacob Jordaens. Von jedes Meiſters Ma-ar wählte er das, was ſeinem Genie am zuträglichſten zu ſeyn ſchien. Vor allenan aber wählte er die Natur zur Fuͤhrerin, welche ihm die beſten Muſter zurſachahmung darbot. Bergmann malte anfangs kleine Schlachten, und daraufgroſſe hiſtoriſche Stuͤcke, welche Beyfall fanden, und ihn billig haͤtten beſtimmen ſollen,ſch auf dieſe Gattung der Malerey mit anhaltendem Fleiſſe zu legen: allein auf ein-al wandte er ſich zum Bildnißmalen, und blieb daruͤber in der Hiſtorie mittelmäſſig.1 arbeitete eine geraume Zeit faſt fur niemand anders, als den Grafen Heinrich vondeealſau. Nach deſſen Abſterben ſetzte er ſich zu Middelburg, malte unter andern denaldmiral Ruyter, und viele vornehme Hollander. Man weiß nicht wann er geſtor-d er hinterließ aber ein Vermögen, das ſeinem ausgebreiteten Rufe gemaͤß war.
228. Robert van Hoeck.
Robert van Hoeck, zu Antwerpen 1609. gebohren, lernte bey ſeinem Vater,Lark, einem guten Landſchafter. 85 18 Feldlager, Maͤrſche, Scharmuͤtzel, An-Kiffe, Halten, und dergleichen, mit ſo kleinen Figuren, daß man ſie faſt mit einemſleogröſſerungsglaſe betrachten muß. Wegen ſeiner Kenntniß der Kriegsbaukunſt er-alt er die Aufſicht über die Feſtungen in Flandern, und hatte dabey Gelegenheit dieMegeriſchen Scenen, welche er ſo ſehr zu malen liebte, nach der Natur zu ſtudiren.die dbemerkte in ſeinen Werken eine groſſe Abwechſelung und eine richtige Zeichnung;ſch handlung iſt auſſerordentlich fein, und das Kolorit vortreflich. Dieſer Eigen-haften wegen werden ſeine Gemaͤlde in Holland begierig geſucht, und theuer bezahlt.8 der Abtey zu Vinorbergen ſieht man auch ein paar geiſtliche hiſtoriſche Gemaͤlde
kleinen Figuren. Sein Todeszahr läßt ſich nicht bestimmen.
229. Rudolph Brein.
i Rudolph Brein, oder wie ihn Fuͤßli im Lexicon nennt, Bremi, wurde zu Zuͤrch* Jahr 1581. gebohren, und iſt deswegen W weil er Taub und a3