334 Kap. 20. Von Johann Lys,t Ge-
auf die Welt kam, und nicht nur die Kunſt von ſelbſt begriffen, ſondern auch miſchicklichkeit ausgeuͤbet hat. Die Natur, und der Fleiß, waren ſeine einzigen Lehr?meiſter; dahero muß man erſtaunen, daß er es ſo weit gebracht hat. Er ſchraͤnkte onicht blos auf das Zeichnen und Malen ein, ſondern machte auch gluͤckliche Verſuche inKupferſtechen. Von allen hat er Proben gegeben, die nicht nur zu ſeiner Zeit Behfall erhielten, ſondern ſein Andenken auch auf die Nachwelt gebracht haben. rſtarb im Jahr 1611.
230. Abraham Diepenbeck.
Abraham Diepenbeck erblickte die Welt zu Herzogenbuſch im Jahr 1620 odel,nach dem Fuͤßli 1607., und kam, als ein Glasmaler, in Rubens Schule. Unter dieſem groſſen Meiſter entwickelten ſich ſeine Talente. Aus ſeinen Werken erkannte maein Genie, das zu groſſen hiſtoriſchen Gegenſtaͤnden, und edlen Zuſammenſetzungentuͤchtig war. Rubens fuhrte ihn in dieſer Bahn fort, und Diepenbeck erwarb ſich.nachdem er einige Zeit bey ihm gelernt hatte, einen guten Ruf. In ſeinen 1erkannte man eine leichte Hand, und viel Erfindung; die richtige Zeichnung war uneinem lebhaften Kolorit verbunden. Anfangs malte er viele Glasfenſter in den Hor;chen, ließ ſolche aber in der Folge liegen, und beſchaͤftigte ſich blos mit den Oelfarben.
Der Künſtler wuͤnſchte den italieniſchen Geſchmack kennen zu lernen, unddaraus zu waͤhlen, was zur Verbeſſerung ſeiner Manier noͤthig ſeyn moͤgtezu dem Ende nach Rom, und brachte die Zeit mit emſigen ſtudiren nachWerken zu. Nach einem nicht gar zu langen Aufenthalte, kehrte er nachzuruck, und ward im Jahr 1641. zum Vorſteher der daſigen Akademie erw aReiſe nach Italien hatte ſeine Zeichnung von einem gewiſſen flandriſchen Geſchwei-der ihm Lebenslang anhieng, nicht gereinigt, hingegen findet man in ſeinen Aedern eine vortrefliche Haltung, und Beobachtung des helldunklen. Seine meiste,Gemaͤlde ſind aus der geiſtlichen Geſchichte genommen. Es iſt zu bedauern, da 11nicht mehr groſſe wichtige Gemaͤlde, dazu er ſo viel Talent beſaß, von dieſes Kuhnlers Hand hat. Allein die Kupferſtecher beſchaͤftigten ihn zu ſehr. Weil er ſchü-und leicht zeichnete, und dabey mit einer geſchwinden und ungemein fruchtbaren tefindungskraft begabt war, ſo muſte er beſtaͤndig fuͤr ſie arbeiten. Bald verlalg.“man Theſen, bald Monumente und Grabmale, bald Titel und Vignetten zu BDchern. Sein beruͤhmteſtes Werk in dieſer Art, ſind die zum Tempel der Muſen gelieferten Zeichnungen, worinne er den ganzen Umfang ſeines fruchtbaren Geniezeigen Gelegenheit hatte. Man hat daher eine Menge kleiner nach ſeinen Zeichnung igeſtochener Blatter: inſonderheit haben Bolswert, Cornelius Galle und andre,merkwuͤrdige Stuͤcke nach ſeinen Gemaͤlden bekannt gemacht. Die Kupfer denJahr 1663. herausgegebnen Muſentempels, ſind von der Hand des Cornelius Bachmart, und Theodor Matham. Schüler hat Diepenbeck vermuthlich nicht Zeit gehe, 5zu bilden, weil er ſich meiſtens mit der Zeichnung beſchaͤftigte. Er beſchloß ſein dben 1675. im 55. Jahre.
231. David Teniers der juͤngere. 6
Von dem Vater des David Teniers haben wir oben unter der Nummer 165bereits hinlaͤngliche Nachricht gegeben. Dieſer juͤngere Teniers wurde im Jahre 1 5zu Antwerpen gebohren. Viele glauben, daß er einige Zeit bey Rubens und Eizhemer gelernt hat, es iſt aber wahrſcheinlicher wegen der Aehnlichkeit der Manieren daß erbloß des Vaters Schuͤler geweſen. Man nannte ihn den Affen der Maleren, 1eine beſondre Kunſt beſaß, alle Manieren andrer Meiſter ſo gluͤcklich nachzuahmen
daß auch Kenner dadurch hinter das Licht gefuhrt wurden. Teniers war iberde me
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