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Siebender Band.
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und vier und zwanzig andern Kuͤnſtlern. 339

ncht ſelten einen Einfluß auf die Zuͤge des Portraͤts hatte. Carl Moor, der eineVeiklang ſein Schuler war, hat verſichert, daß Douw nicht ſo langſam gearbeitet hat,als man ihm Schuld gab, wenn ihm gleich ein Werk viel Zeit koſtete. Dies ſchei—den auch die vielen Stuͤcke„die man von ihm in allen Kabinetten antrift, zu beweiſen.on eben dieſem Maler ruͤhrt auch die Nachricht her, daß er ſeine Figuren oft erſtgroß zeichnete und malte, und darauf ins kleine brachte, weil er glaubte, daß dieusführung auf dieſe Weiſe der Natur gemaͤſſer wuͤrde. Dies empfahl er auch ſei—nen Schülern, und gab ihnen die Lehre, daß nichts ſchädlicher waͤre, als durch be-andiges Malen der kleinen Figuren, die Zeichnung der groſſen theils ganz zu vergeſ-en, theils bey den kleinen ſelbſt nachlaͤſſig zu werden. Douw hat zwar faſt nie na-ende Figuren gemalt, doch ſieht man aus einigen wenigen ſehr raren Stuͤcken, diele Akademien ausgefuhrt ſind, daß er darinn nicht ungeſchickt geweſen.

beit. Douw erwarb ſich durch den hohen Preis, den die Liebhaber ihm fuͤr ſeine Ar-elk willig bezahlten, ein anſehnliches Vermoͤgen, und ſtarb ohngefehr um das Jahr80. Aus ſeiner Schule ſind einige Kuͤnſtler entſtanden, die in der niederlaͤndiſchenSchule einen wichtigen Platz behaupten, als Gottfried Schalken, Franz Mieris, Jo-ann Peter Slingelandt, und Hermann Swanefeld. Verſchiedene geſchickte Kupferlecher haben in neuern Zeiten nach ihm gearbeitet, unter denen der beruͤhmte Willearis, als der vornehmſte genennt zu werden verdient.

237. Franz Mieris.

i Wir kommen von dem Meiſter, auf den vortreflichen Lehrling, welcher jenem5 Anſehung des zarten Pinſels und der feinen Ausfuͤhrung wenig nachgiebt. Franz

leris erblickte die Welt im Jahr 1635. zu Leyden, und kam, nachdem er bereitsn Grund zur Malerey bey einem Glasmaler Tornoliet gelegt, zu Gerhard Douw.f tele Liebhaber ziehen den Schüler wegen ſeiner angenehmen Zuſammenſetzung, einesdoch ſchoͤnern Kolorits und Zeichnung, dem Meiſter vor. Mieris beſuchte auch eineFutlang die Schule des Abraham von Tempel, um ſich in groſſen Figuren zu üben:blieb aber doch in der Folge bey den kleinen Kabinetſtuͤcken, die noch theurer inwolland ſind„als die von Douw. Sandrart erwehnt einer Galanteriehaͤndlerin ineiten Kramladen, die ihm von dem Erzherzoge Leopold mit 2000. Gulden wegen deswinnen Fleiſſes in allen Nebenſachen, und der ſchoͤnen Figur ſelbſt, bezalt

beſt Der Grosherzog von Florenz beſuchte unſern Künſtler auf der Durchreiſe,ellte eine Verſammlung von Damen, ſein eignes Portraͤt fuͤr die Sammlung von

alerbildniſſen in der Florentiner Gallerie, und verſchiedne andre Stücke bey ihm,er man faſt von keinem Niederländer daſelbſt ſo viel Gemälde ſieht als von Mieris.

nngeachtet dieſem Kuͤnſtler ſeine Arbeiten theuer bezalt wurden, und er viel lieferte,o fehlte es ihm doch, ſeiner unordentlichen Lebensart wegen, allemal am Gelde. Ererieth Schulden halber zulezt gar ins Gefängniß, und als die Gläubiger verlangtenſollte ſich durch ſeinen Fleiß herauszureiſſen ſuchen, gab er zur Antwort, ſeine gan-be Seele leide zu ſehr bey dieſer aͤngſtlichen Einſchlieſſung, um etwas gutes zu Standeingen zu koͤnnen.

f Mieris gieng mit einem bekannten Maler Johann Steen vertraut um, ſie be-achten die Weinhaͤuſer fleiſſig mit einander. Wie ſie ſich an einem Abende im Rau-8 e bon einander getrennt hatten, und Mieris allein zu Hauſe gehen wollte fiel 8eine Goſſe, und konnte ſich allein nicht heraushelfen. Ein in der Nachbarſchaf

ohnender Seifenſieder eilte auf ſein Schreyen herzu, und zog ihn mit Huͤlfe ſeiner FrauUuẽ 2 heraus.