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und fuͤnf andern Kuͤnſtlern. 349263. Johann Ulrich Meyer.

Johann Ulrich Meyer hatte die Neigung zur Kunſt von der jezt gedachten Su-

ſanna Meyern, ſeiner Mutter, geerbet, und gleichſam mit der Muttermilch eingeſogen.ls Knabe lernte er bey ihr die erſten Anfangsgruͤnde der Zeichenkunſt, gieng aber,

weil er eine Neigung verſpuͤrte, ſich der Malerey ganz allein zu widmen, nach Holland

in die Schule Rembrands„und Jordans. Er lernte in kurzer Zeit ein gutes Kolo-

100 und malte verſchiedne Dinge, als die Geſchichte Joſephs in Egypten aus dem al-

en Teſtamente, und eine Flucht nach Egypten. Meyer legte ſich inſonderheit auf das

Bildnißmalen, und that eine Reiſe nach England, wo er eine Menge derſelben miteyfall lieferte. Seine Wißbegierde war aber noch nicht geſättiget: er that eineeiſe nach Italien, und ſuchte daſelbſt die Werke der beſten Meiſter zu nuzen.

Auf der Ruͤckreiſe nach Teutſchland, ward Meyer nach Wien berufen, um denKayſer„und das kayſerliche Haus abzumalen. Die Arbeit fand vielen Beyfall,nd brachte ihm eine Gnadenkekte, nebſt anſehnlichen Geſchenken zuwege. Dieſerunſtler hat die Ehre gehabt, die meiſten damals lebenden Churfuͤrſten, und viele an-dre vornehme Standesperſonen, auf den Reichslaͤgen abzuſchildern. Man trift aberuch hiſtoriſche Gemaͤlde von ihm an. Inſonderheit hat er die Kirchen ſei-er Vaterſtadt damit ausgeziert, dahin gehoͤren Chriſtus mit den zwoͤlf Apoſteln iner Jacobskirche, und eine groſſe Auferſtehung Chriſti zum heiligen Kreuz. Er ver-fertigte auch lebloſe und ſtilliegende Sachen: Sandrart fuhrt zum Beweiſe einen Fen-tekrahmen an, daran er Kaͤmme, Scheeren, Federn und Briefe mit ſolcher Kunſt an-gebracht hatte„daß ſie jedermann beym erſten Anblicke wuͤrklich dafuͤr anſahe. Meyerebte noch um das Jahr 1680. Sein Bildniß findet man auf der Platte EI. H.

264. Johann Sigismund Muͤller.

Johann Sigismund Muͤller, war eines guten Malers Sohn aus Augſpurg,und wurde von ſeinem Vater, weil ſich viel natuͤrliches Talent bey ihm zeigte, zurNunſt angeführt. Bey zunehmenden Jahren ſchickte man ihn nach Amſterdam inSandrarts Schule. Unter deſſen Anfuͤhrung brachte er es in kurzer Zeit dahin, daßer hiſtoriſche Gemaͤlde von Figuren in Lebensgroͤſſe, mit vieler Geſchicklichkeit kopirenounte. Nachdem Muͤller auf dieſe Art fuͤnf Jahre mit unverdroßnem Fleiſſe, theilsin den Niederlanden, theils in Teutſchland zugebracht hatte, war er mit allem Ernſt aufeine Reiſe nach Italien bedacht. In dieſem fuͤr die Kuͤnſtler ſo merkwuͤrdigem Lande,wandte er abermals einige Jahre aufs nuͤzlichſte an. In Venedig ſtudirte er das

choͤne Kolorit der daſigen Schule, in Rom zeichnete er fleiſſig nach den Antiken und

Naphael, um eine feſte Hand und richtige Umriſſe zu erlangen. In Neapel und Flo-enz wuſte er die kräftige Manier der daſigen Schulen zu nuzen. Zu gleicher Zeit ließ

er die Baukunſt, der er ſich beſonders widmete, ſein Augenmerk ſeyn, er ſammleteie Riſſe von den merkwuͤrdigſten Stuͤcken aus der alten und neuern Zeit.

Nach der Zuruͤkkunft malte er in ſeinem Vaterlande mit vielem Beyfall, theilsBildniſſe, theils Landschaften, darinn man viel Wahrheit, und glücklich nach derNatur gewählte Lagen antraf. Inſonderheit ſtiftete er in den Kirchen herrliche Denk—

ale ſeines ſchoͤnen Pinſels. Er malte ſeine hiſtoriſchen Stuͤcke mit kleinen und groſ-en Figuren, wie es verlangt wurde. So ſieht man zum Exempel in der evangeli-

en St. Ulrichskirche vier Stuͤcke mit kleinen Figuren: hingegen zu St. Jacob den

heiligen Johannes den Täufer, und den Apoſtel Paulus, ein paar Gemaͤlde mit Le-ensgroſſen Figuren. Andrer groſſen Altargemaͤlde fuͤr auswärtige Kirchen nichtu gedenken. Er führte in ſeiner Vaterſtadt ein neues Schauspielhaus, und andreebaͤude auf, die von ſeinem guten und. in der Baukunſt 5

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latteH. H.