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und ein und zwanzig andern Kuͤnſtlern. 361

Anna Maria lernte das Zeichnen bey ihrem Vater, und wurde ſehr geſchickt in Wachs-

pouſſiren. Ihre auf die Art gemachten Bildniſſe hatten das Verdienſt der Aehnlich-

eit. Sie ſtarb im Jahr 1713. zu Frankfurt am Mayn. Sie arbeitete in der Ma-

bon des Alexander Abondio, von dem zu Anfange des folgenden Kapitels mehr vor—men wird.

285. Roos.

Wi Die Familie Roos hat viele vortrefliche Kuͤnſtler in Thierſtuͤcken aufzuweiſen.ir wollen kuͤrzlich die verſchiedenen Maler dieſes Nahmens anzeigen.

Der aͤlteſte, Johann Roos, war zu Amſterdam 1591. geboren, lernte bey Jo-hann de Wael und Franz Sneyders, und ward ein geſchickter Thier, Blumen, undruchtmaler. Er gieng nach Italien, wo es ihm ſo wohl gefiel, daß er ſeine Lebens-leit daſelbſt zubrachte, und im Jahr 1638. zu Genua ſtarb.

Weyermann fuͤhrt einen Johann Friedrich Roos von Amſterdam, einen Schuͤ-er von Bernhard Graat an, welcher mit vieler Kunſt lebensgroſſe Thiere malte.

Johann Heinrich Roos, der Zeitgenoſſe von Sandrart, war zu Otterndorfm der Unterpfalz 1631. geboren. Er lernte bey Julian von Jardin, einem Hiſtorien-maler zu Amſterdam, und nachgehends bey Adrian de Bie. Er wurde ein beruͤhmterhiermaler, wiewohl er auch Bildniſſe verfertigte. Roos hatte ein kraͤftiges Kolorit,und arbeitete in einer groſſen Manier; die Pferde, Kuͤhe, Ziegen und Schaafe ſtellteer ſehr genau nach dem Leben vor, und ſezte ſie in wohl gewaͤhlte und nach der Naturgemalte Landſchaften. Er ſuchte die ſchwerſten Stellungen der Thiere, und zeichnetede mit vieler Richtigkeit. Roos nahm ein ungluͤckliches Ende. Als er bey der imJahr 1685. zu Frankfurt am Mayn entſtandenen Feuersbrunſt einige Dinge rettenollte, muſte er im Dampfe erſticken.

Johann Heinrich Roos hatte einen Bruder Theodor, der 1638. geboren war,mit ihm bey de Bie lernte, und nachgehends einige Jahre gemeinſchaftlich arbeitete.Ole trennten ſich darauf, und Theodor beſuchte viele teutſche Hofe, wo er Bildniſſegalte. Er verfertigte aber auch groſſe hiſtoriſche Gemaͤlde, und unter andern achtür den Herzog von Wuͤrtemberg. Dieſer beyden Bruͤder Bildniſſe ſind auf der Plat-te Q vorgeſtellt.

Johann Heinrich hinterließ zween Sohne, Johann Melchior und Philipp, wel-

che beyde ſeine 8 waren, und auf eine würdige Art in des Vaters Fußſtapfen

raten. Johann Melchior war zu Frankfurt 1659. geboren. Seine Viehſtuͤcke ge-

ſelen nicht allen, weil er die Farben gar zu ſtark auftrug, und zu gruͤn malte; Er ar-eitete in Caſſel, Braunſchweig und Wuͤrzburg, und ſtarb im Jahr 1731.

hilipp der zweyte Sohn, arbeitete mit einer viel gefaͤlligern Manier als ſeinNudel e 3 Frankfurt geboren. Nachdem er bey dem Vater ge-ernt, und ein groſſes Genie gezeigt hatte, ſchickte ihn der Landgraf von Heſſen Caſ-fl nach Rom, damit er ſich noch mehr bilden, und alsdenn wieder an dieſen Hof zu-zükkkehren ſollte. Allein die Liebe war ſchuld, daß er ſolches vergaß. Roos gieng inie Schule des Hyacinthus Brandi, und verliebte ſich in deſſen Tochter. Nach vielenSchwierigkeiten heyrathete er ſie endlich, obgleich mit groſſen Widerwillen desBrandi. Weil er ſich in der Folge meiſtens zu Tivoli aufhielte, um daſelbſt nach den ſchö-nen Gegenden und nach Thieren zu ſtudiren, ſo nannte man ihn nur den 8Tivoli, und unter dieſem Nahmen iſt er auch in Teutſchland bekannt. Er 5 10

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