Band 
Siebenter Theil.
Seite
120
JPEG-Download
 

121 )

7M. n. r.

Prcnzl.

General Lasalle konnte erst den 29sten gegen Abendvor Stettin eintreffen, sendete aber mit der kecken Zu-versichtlichkeit, welche unerhörte Erfolge gewahren, einenParlamentair um viele Stunden voraus, der bereitsMittags erschien, und dießmahl abgewiesen, um vierUhr seine Aufforderung wiederholte. Die Festung warnicht in vorzüglichem fortificatorischen Zustande, jedochvollkommen gegen den gewaltsamen Angriff gesichert,von mehr als fünftausend Mann besetzt, und mitVer-theidigungs- und Lebensmitteln um so reichlicher ver-sorgt, als man dort Vorräthe für das Corps des Für-sten Hohenlohe zusammengebracht hatte; allein der al-tersschwache Gouverneur'hatte durch die Nachricht vonder Catastrophe bei Prenzlau den letzten Rest von Spann-

kraft dergestalt verloren, daß er mittelst CapitulationBesatzung in dem Augenblicke der Kriegsgefangen-schüft überlieferte, wo die ersten französischen Husaren^ Aussenwerken erschienen. Nächsten Tages kameine Division von Lannes heran, welcher in Erwartungweiterer Befehle sein Corps in der Umgegend vonStettin cantoniren ließ; Murat war bis Löcknitz ge-folgt, und führte am 30sten und Listen October die

4 M. n. b.Prenzl.

^Löckii" der Meuterei über Pasewalk nach Fried-

land, wahrend General Becker mit einer AbtheilungDragoner gegen Anklam, die Brigade Lasalle von Stet-tin aus gegen Uckermünde zog. Obwohl ohne genaueKenntniß von den feindlichen Abtheilungen, die nochim Marsche nach der Oder begriffen waren, durfte