230
2 z M. s.Sterz.
Kapuziner Haspinger, welcher seit der zweiten Befrei-ung Tyrols ruhig in seinem Kloster geweilt, einenTags vorher empfangenen Befehl Hofers: die Schützenwieder aufzubieten, und wie dieser Ruf Anklang in ih-rer eignen Gesinnung fand, gelobten sie nach kurzemErwägen, in erneutem Kampfe Alles an Alles zu setzen.Schnell folgte dem Entschluß« die Ausführung, schonnächsten Nachmittags führte Haspinger vier- bis fünf-hundert Mann, die aus der Umgegend von Klausengekommen, gegen Mittewald, und einige Stunden spä-ter trafen drei Compagnien aus dem Pusterthale ein.Speckbacher, um dieselbe Zeit angelangt, ließ dieStraße durch Verhaue sperren, und zog dann mit ei-ner geringen Anzahl Schützen links nach dem Jausen,um den Zugang zum Paffeyrer Thale zu sichern, wohinBotschaft um schleunige Verstärkung gesendet wurde.
General Rouyer setzte am Morgen des 4ten Au-gust die ihm aufgetragene Bewegung gegen Drixen fort.Seine Vorhut vertrieb ohne große Schwierigkeit dieTyroler aus den Verhauen, und sahe sich erst jenseitö. Oberau, wo die Straße auf das linke Eifackufer über-tritt, und die Brücke in Flammen gesetzt war, untereinem mörderischen Feuer aufgehalten; zwar gelang es,einen schmalen Steg herzustellen, und die Gegner vonden nächsten Höhen zu vertreiben, da aber weder Ge-schütz noch Rcuterei den Fluß überschreiten konnte, sogewährte dieser mit empfindlichem Verluste erkaufte Vor-theil keinen weitern Erfolg. Nach der dem französischen